Wie es für die Schlecker-Beschäftigten weitergeht, wird ab Dienstag Thema bei Verhandlungen in Ulm sein, wo sich Gewerkschaftsvertreter mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz treffen. »Erklärtes Ziel ist, möglichst viele der Existenzen durch einen Arbeitsplatz bei Schlecker zu sichern«, erklärte Stefanie Nutzenberger, zuständiges Verdi-Bundesvorstandsmitglied, in Berlin. Dabei müssten auch die Ideen der Mitarbeiter für ein Sanierungskonzept berücksichtigt werden.
Nutzenberger forderte auch, dass die Politik über eine Zwischenfinanzierung die Sanierung ermöglicht - etwa für eine Transfergesellschaft. Über diese hatte Geiwitz vergangene Woche bereits mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Verdi-Chef Frank Bsirske gesprochen. Einen Bericht des »Spiegel«, dass hierfür 70 Millionen Euro nötig seien, wollte ein Schlecker-Sprecher zunächst nicht bestätigen.
Der insolvente Familienkonzern Schlecker soll ab April mit schwarzen Zahlen operieren. Dafür will Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz neben dem Stellenabbau rund 2400 der heute 5400 deutschen Schlecker-Filialen schließen. Auch die ebenfalls insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz streicht 908 Jobs und macht 142 Filialen dicht.
Roßmann hatte bereits im Januar angekündigt, dass 50 bis 80 Märkte des Konkurrenten aus dem schwäbischen Ehingen für die Niedersachsen interessant seien. »Das sind aber eher nicht die Filialen, die Schlecker jetzt schließen will, sondern attraktivere, etwa in Bahnhöfen«, sagte der Rossmann-Sprecher.

