REUTLINGEN.. Der börsennotierte Maschinenbauer Manz weist für das erste Halbjahr 2024 einen Verlust von 10,1 Millionen Euro aus – nach einem Gewinn von 7,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht des Unternehmens mit Sitz im Industriegebiet Reutlingen-Nord/Kirchentellinsfurt hervor.
Der Halbjahresumsatz sank demnach um 30,6 Prozent, nämlich auf 98,6 Millionen Euro nach 142,1 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2023. Dieser Rückgang spiegle die schwache Nachfrage nach Elektroautos in europäischen Märkten und die damit verbundene zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden, teilte Manz mit. Die Firma bietet unter anderem Anlagen zur Batteriezellenfertigung an.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Manz belief sich im ersten Halbjahr auf minus 6,5 Millionen Euro – nach plus 11,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Manz wies darauf hin, dass im Vorjahr ein außerordentlicher Effekt in Höhe von 5,7 Millionen Euro aus einem Aktientausch bei einer Beteiligung enthalten gewesen sei.
Blick auf die beiden Segmente
Im Segment Mobilitäts- und Batterielösungen sank der Halbjahresumsatz um 51,4 Prozent auf 28,5 Millionen Euro. Das Segment-Ebit betrug minus 8,5 Millionen Euro nach plus 6,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im Segment Industrielösungen verringerte sich der Halbjahresumsatz um 16 Prozent auf 70,1 Millionen Euro. Das Segment-Ebit lag mit 1,9 (Vorjahreszeitraum: 5,0) Millionen im positiven Bereich. Manz hat in diesem Segment unter anderem Produktionslösungen für Displays und Wechselrichter im Angebot.
Wie berichtet, hatte Manz eine Umsatz- und Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2024, ein Effizienzprogramm und Personalwechsel im Vorstand bekannt gegeben. Finanzvorstand Manfred Hochleitner wird nun wie folgt zitiert: »Aus heutiger Sicht gehen wir nicht davon aus, dass sich das Marktumfeld innerhalb der nächsten Monate verbessern wird und wir den bisher schwachen Auftragseingang in diesem Jahr kompensieren können – auch wenn wir im Vergleich zum Beginn des Jahres eine leicht steigende Tendenz in unserer Vertriebspipeline verzeichnen.«
Belegschaft schrumpft
Entsprechend bleibe der Vorstand bei der am 27. Juni angepassten Prognose für das Gesamtjahr 2024, wonach Umsatz und Ergebnis deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen werden. Bei einem Umsatz von 249,2 Millionen Euro wies Manz für 2023 einen Verlust von 2,4 Millionen Euro aus. Vor der Senkung sah die ursprüngliche Prognose für 2024 eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Ebit-Marge (Ebit geteilt durch Umsatz) im niedrigen positiven einstelligen Prozentbereich vor; 2023 lag die Ebit-Marge bei 1,1 Prozent.
Es gelte, ein mehrstufiges Effizienzprogramm »mit aller Kraft« umzusetzen, wird Ulrich Brahms, neues Vorstandsmitglied und künftiger Vorstandsvorsitzender zitiert. Wie berichtet, wird der bisherige Vorstandsvorsitzende Martin Drasch Manz Ende August »auf eigenen Wunsch und in bestem gegenseitigen Einvernehmen« verlassen. Inzwischen ist bekannt, dass Drasch zum 1. Oktober die Geschäftsführung beim Pressenhersteller Schuler in Göppingen übernehmen wird. Bei Manz wird der Vorstand ab September aus drei Personen bestehen: Neben Brahms und Hochleitner wird Stefan Lutter als Technologievorstand wirken.
Der neue Vorstand will die Kosten senken. Seit Beginn dieses Monats gibt es bei Manz in Reutlingen Kurzarbeit. Die Zahl der Beschäftigten im Konzern ist zwischen 30. Juni 2023 und 30. Juni 2024 um 252 auf 1.228 zurückgegangen. Dies ist auf den Verkauf der ungarischen Tochtergesellschaft (148 Beschäftigte) und auf die Anpassung der Kapazitäten an die rückläufige Marktentwicklung zurückzuführen. In Deutschland (Reutlingen und Tübingen) schrumpfte die Belegschaft binnen Jahresfrist von 499 auf 448. (GEA)


