PLIEZHAUSEN. Der Informationstechnologie (IT)-Dienstleister Datagroup mit Sitz in Pliezhausen-Gniebel hat ein Delisting eingeleitet – die Datagroup-Aktie soll also vom Börsenhandel genommen werden. »Aktionäre, die ihre Datagroup-Aktien verkaufen möchten, sollten daher erwägen, dies vor Beendigung der Börsennotiz zu tun«, schreibt das Unternehmen dazu. Datagroup hatte diesen Schritt bereits vor Monaten angekündigt, weil die Firma künftig von einer 50:50-Partnerschaft des US-Finanzinvestors KKR und der HHS Beteiligungsgesellschaft von Hans-Hermann Schaber, 70, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Datagroup SE, geführt werden soll.
Gemeinsam verfolgten die beiden Partner das Ziel, den starken Wachstumspfad von Datagroup weiterzugehen, heißt es – mit einer schnelleren Skalierung durch künstliche Intelligenz und Automatisierung, dem weiteren Ausbau von Sicherheits- und Cloud-Dienstleistungen sowie durch gezielte Firmenzukäufe. »Der Einstieg von KKR ist ein entscheidender Schritt für unser Unternehmen«, wird Andreas Baresel, Vorstandsvorsitzender von Datagroup zitiert. Die Zusammenarbeit von KKR und HHS schaffe die ideale Grundlage, als privates Unternehmen mit größerer strategischer Flexibilität das Kerngeschäft weiterzuentwickeln und den Kunden Mehrwert zu bieten.
Knapp 22 Millionen Euro Jahresgewinn
Im November sei das öffentliche Erwerbsangebot (54 Euro je Aktie) durch die von KKR kontrollierte Dante Beteiligungen SE erfolgreich abgeschlossen worden. Dante Beteiligungen erwarb insgesamt rund 67 Prozent der ausstehenden Datagroup-Aktien und sicherte sich dadurch die Unternehmensmehrheit. Am Montagnachmittag notierte die Aktie bei knapp 70 Euro.
Datagroup hat unterdessen seinen Geschäftsbericht für das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr 2024/2025 veröffentlicht. Der Konzernumsatz stieg demnach gegenüber dem Geschäftsjahr zuvor um 7,3 Prozent auf 566,1 Millionen Euro und lag damit über bei der Hauptversammlung im März vorgelegten Prognose (545 Millionen bis 565 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichte mit 84,1 (Vorjahr: 80,4) Millionen Euro die erwartete Spanne (zwischen 82 Millionen und 85 Millionen Euro). Dies gilt auch für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit), das mit 47,3 (Vorjahr: 45,8) Millionen Euro im angepeilten Korridor zwischen 47 Millionen und 50 Millionen Euro landete.
Unterm Strick steht ein Jahresüberschuss von 21,948 Millionen Euro – nach 26,108 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie beträgt 2,64 (Vorjahr: 3,13) Euro. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Ergebnisentwicklung die planmäßigen Investitionen in Zukunftsfelder spiegle. Es wird eine Dividende von 4 Cent (Vorjahr: 1 Euro) je Aktie vorgeschlagen, weil Gewinne nach der Neuausrichtung nun reinvestiert werden sollen. Am 30. September waren 3.837 (Vorjahr: 3.607) Personen für den Datagroup-Konzern tätig. (GEA)

