Logo
Aktuell Mode

Hugo Boss in Metzingen steigert Halbjahresgewinn

Trotz rückläufiger Umsätze hat der Metzinger Modekonzern Hugo Boss im ersten Halbjahr 2025 sein Ergebnis gesteigert. Nach einem schwachen Jahresauftakt zog das Geschäft im zweiten Quartal an – dank strikter Kostendisziplin und neuer Produktinitiativen wie der Beckham-Kollektion.

Produktion von Anzügen bei Hugo Boss in Metzingen.
Produktion von Anzügen bei Hugo Boss in Metzingen. Foto: Pieth
Produktion von Anzügen bei Hugo Boss in Metzingen.
Foto: Pieth

METZINGEN. Hugo Boss hat im ersten Halbjahr 2025 bei rückläufigem Umsatz die Ergebniskennziffern gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessert. »Nach einem herausfordernden Jahresstart ist das zweite Quartal für uns deutlich besser gelaufen«, berichtete Yves Müller, Finanzvorstand des Modekonzerns mit Sitz in Metzingen, bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Dem Zwischenbericht zufolge hat Hugo Boss bei »unvorteilhaften Währungskursentwicklungen« in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 2,000 Milliarden Euro erzielt – und damit 29 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Daniel Grieder, Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG, sprach von einem »herausfordernden makroökonomischen und branchenspezifischen Umfeld«.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 142 Millionen Euro – nach 139 Millionen Euro in den ersten beiden Quartalen 2024, stieg also um 2 Prozent. Der Halbjahresgewinn lag mit 87 Millionen Euro sogar um 9 Prozent über dem Vorjahreswert. Am 30. Juni beschäftigte der Konzern weltweit (umgerechnet in Vollzeitstellen) 18.262 Mitarbeiter. Dies waren 309 weniger als ein Jahr zuvor. Am Stammsitz in Metzingen sind derzeit etwa 3.600 Menschen für Hugo Boss tätig.

Finanzvorstand Müller hob hervor, das Konsumklima bleibe vorerst getrübt. Daher sei weiterhin »diszipliniertes Kostenmanagement« angesagt. Im zweiten Quartal habe die Umsetzung wichtiger Marken- und Produktinitiativen die Umsatzdynamik unterstützt, darunter die erfolgreiche Einführung der ersten Beckham X Boss Kollektion.

Blick auf Marken und Vertriebskanäle

Bei den Marken schnitt Boss Herrenbekleidung im ersten Halbjahr mit einem stabilen Umsatz von 1,574 Milliarden Euro besser ab als Boss Damenmode mit einem Rückgang um 5 Prozent auf 132 Millionen Euro und Hugo mit einem Minus von 8 Prozent auf 295 Millionen Euro. Bei den Vertriebskanälen errechnete sich für den stationären Einzelhandel ein Rückgang von 4 Prozent auf 1,015 Milliarden Euro, für den stationären Großhandel ein Minus von 1 Prozent auf 532 Millionen Euro – und für das digitale Geschäft ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 403 Millionen Euro. Nach Gebieten stieg der Umsatz in Europa/Naher Osten/Afrika (Emea) um 1 Prozent auf 1,249 Milliarden Euro. In Amerika (448 Millionen Euro) und Asien/Pazifik (253 Millionen Euro) gab es Einbußen von 4 beziehungsweise 7 Prozent.

Im zweiten Geschäftsquartal 2025, also von April bis Juni, schrumpfte der Umsatz von Hugo Boss um 1 Prozent auf 1,002 Milliarden Euro. Das Ebit verbesserte sich indes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 81 Millionen Euro. Das Quartalsergebnis erhöhte sich um 28 Prozent auf 50 Millionen Euro.

Grieder bestätigte den Umsatz- und Ergebnisausblick für das Gesamtjahr. Demnach soll bei einem Umsatz zwischen 4,2 Milliarden und 4,4 Milliarden (Vorjahr: 4,307 Milliarden) Euro das Ebit auf 380 Millionen bis 440 Millionen Euro wachsen, also zwischen 5 und 22 Prozent gegenüber den 361 Millionen Euro in 2024. Die Ebit-Marge, also Ebit geteilt durch Umsatz, solle auf 9,0 bis 10,0 Prozent (Vorjahr: 8,4 Prozent) steigen. (GEA)