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Hoher Besuch im Industriegebiet Reutlingen-West

Verwaltungsrat mit Finanzminister Danyal Bayaz und Vorstand der L-Bank tagten im Technologiepark. Zuvor besichtigten sie die Firmen Rescuetrack und Okuvision.

Geschäftsführer Daniel Korn stellte dem Verwaltungsrat und dem Vorstand der L-Bank die Firma Rescuetrack im Industriegebiet Reut
Geschäftsführer Daniel Korn stellte dem Verwaltungsrat und dem Vorstand der L-Bank die Firma Rescuetrack im Industriegebiet Reutlingen-West vor. Foto: Schanz
Geschäftsführer Daniel Korn stellte dem Verwaltungsrat und dem Vorstand der L-Bank die Firma Rescuetrack im Industriegebiet Reutlingen-West vor.
Foto: Schanz

REUTLINGEN. Rescuetrack hat mit Softwarelösungen die Mission, dass Rettungsdienste Zeit sparen. Das Medizintechnikunternehmen Okuvision hat eine Therapie entwickelt, bei der durch Elektrostimulation der Netzhaut erblich bedingte Erblindungen verzögert werden. Die beiden Firmen, ansässig im Industriegebiet Reutlingen-West, erhielten am Montag hohen Besuch.

Der Verwaltungsrat der Landeskreditbank (L-Bank, Sitz: Karlsruhe) kam in Reutlingen zu einer auswärtigen Sitzung zusammen. Dessen Vorsitzender ist der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne). Stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende ist Landesbauministerin Nicole Razavi (CDU). Auch der Vorstand der L-Bank, die zu 100 Prozent im Besitz des Landes Baden-Württemberg ist, war komplett präsent: Vorsitzende Edith Weymayr sowie die Vorstandsmitglieder Iris Reinelt und Johannes Heinloth. Die L-Bank, Förderbank und Staatsbank für Baden-Württemberg, ist alleinige Gesellschafterin der Technologieparks Tübingen-Reutlingen GmbH (TTR), also der Vermieterin von Rescuetrack und Okuvision. Daher gab es vor der Verwaltungsratssitzung die beiden Firmenpräsentationen.

TTR in Zahlen

Die L-Bank verfolgt das Ziel, die Entwicklungs- und Wachstumschancen zukunftsorientierter Unternehmen zu erhöhen, unter anderem mit ihren fünf Technologie- und Gewerbeparks in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg – und Tübingen-Reutlingen. Neben dem Angebot nötiger Infrastruktur steht dabei laut Geschäftsbericht der Wissens- und Technologietransfer von (benachbarter) Wissenschaft in die Wirtschaft im Mittelpunkt.

TTR-Geschäftsführer Thomas Dephoff berichtete, in dem im Jahr 2001 gegründeten Technologiepark Tübingen-Reutlingen mit einer Gesamtfläche von 140.000 Quadratmetern (je hälftig in Tübingen und Reutlingen) und einer Gesamtgebäudefläche von 78.000 Quadratmetern fänden sich aktuell 55 Firmen mit zusammen über 3.600 Beschäftigten. Die L-Bank habe bislang über 120 Millionen Euro in den TTR investiert. Die Schwerpunkte der Mieter liegen demnach auf Künstlicher Intelligenz, Nanotechnologie, Biotechnologie und Sensorik. Bekannte Firmen in den TTR sind Bosch Sensortec, Curevac, Immatics, Bosch E-Bike und Cegat.

Rescuetrack und Okuvision

Die Rescuetrack GmbH hat 30 Beschäftigte und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 8 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Daniel Korn seinen Gästen berichtete. Die Softwarefirma unterstützt Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Leitstellen, Luftrettung und Kliniken. »Täglich verlassen sich über 2.000 Kunden mit insgesamt über 18.000 Einheiten bei 32.000 Einsätzen auf Rescuetrack«, stellte Korn fest. Potenziale für die so wichtige Zeitersparnis bei Notfällen seien beispielsweise autonome Anruferlokalisierungen und Beeinflussung von Ampeln und Schranken.

Die Okuvision GmbH mit 20 Beschäftigten hat Geschäftsführer Alfred Stett zufolge zuletzt knapp eine Million Euro Jahresumsatz erzielt. Umsatz mache die Firma bislang nur mit Selbstzahlern für ihre Therapie mit Elektrostimulation der Netzhaut. Wie Stett mitteilte, solle eine Erprobungsstudie mit 140 Patienten im März 2026 enden. »Wie das ausgeht, wissen wir noch nicht«, sagte der Geschäftsführer. Seine Hoffnung ist, dass Krankenkassen die Kosten für die Therapie zur Verzögerung einer Erblindung von 2027 übernehmen werden. (GEA)