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Fensterbauer Gutbrod in Bodelshausen investiert Millionen

Der Fensterhersteller hat neue Holzbearbeitungsmaschine gekauft. Geschäftsführung setzt auf breite Produktaufstellung und Qualitätsstrategie.

Stefan Reitze (links) und Uwe Kopf, geschäftsführende Mitgesellschafter der Gutbrod Fenster und Türen GmbH & Co. KG , vor der ne
Stefan Reitze (links) und Uwe Kopf, geschäftsführende Mitgesellschafter der Gutbrod Fenster und Türen GmbH & Co. KG , vor der neuen Holzbearbeitungsmaschine. Foto: Meyer
Stefan Reitze (links) und Uwe Kopf, geschäftsführende Mitgesellschafter der Gutbrod Fenster und Türen GmbH & Co. KG , vor der neuen Holzbearbeitungsmaschine.
Foto: Meyer

BODELSHAUSEN. Der Fensterhersteller Gutbrod hat an seinem Sitz in Bodelshausen 1,7 Millionen Euro in eine neue Holzbearbeitungsmaschine investiert. Dies berichten die Geschäftsführer Uwe Kopf, 52, und Stefan Reitze, 46, im Gespräch mit dem GEA. Die Doppelspitze zeigt sich trotz der anhaltenden Baukrise zuversichtlich für die weiteren Geschäftsaussichten des Unternehmens. Sie begründet dies mit der breiten Aufstellung und mit Qualitätsstrategie des Betriebs. »Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht«, sagt Kopf. Reitze erklärt zur Millioneninvestition: »Wir glauben weiterhin an Holz- und Holz-Aluminium-Fenster. Das sind wichtige Produkte, wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen.«

Auch wenn Kunststoff-Fenster heute 70 bis 75 Prozent und Holz- beziehungsweise Holz-Aluminium-Fenster nur noch 25 bis 30 Prozent des Geschäfts von Gutbrod ausmachten, hätten sich Gesellschafter und Management bewusst für »die Ersatzinvestition mit neuen Möglichkeiten« entschieden, erläutern die Geschäftsführer. »Wir können damit modernste Fenstersysteme herstellen und unsere Fertigungstiefe verbessern«, merkt Reitze zur neuen Anlage von Homag aus Schopfloch (Landkreis Freudenstadt) an.

Aufgrund der rückläufigen Bautätigkeit sei in den vergangenen Jahren der Fenstermarkt geschrumpft, weiß Kopf. Entsprechend seien auch bei der Gutbrod Fenster und Türen GmbH & Co. KG die Produktionsmengen und die Gesamtleistung zurückgegangen. Der Betrieb in Bodelshausen stelle aktuell 45.000 Quadratmeter Fensterflächen im Jahr her. Ein Blick ins GEA-Archiv ergibt, dass es schon 60.000 Quadratmeter waren.

100 Beschäftigte

Die Gesamtleistung von Gutbrod betrug im vergangenen Jahr 19,3 Millionen Euro – nach 22,7 Millionen Euro im Vorjahr und noch etwas höheren Werten in der Vergangenheit. Die Gesamtleistung umfasst den Umsatz und Bestandsveränderungen. Sie ist Kopf zufolge für die Beurteilung von Gutbrod die bessere Kennzahl, weil langlaufende Projekte erst mit der Schlussrechnung nach der Übergabe zu Umsätzen führten.

Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren mit »selbst auferlegten internen Sparprogrammen« auf die veränderte Marktlage reagiert. Die Zahl der Beschäftigten sei seit dem Spitzenstand von 144 im Jahr 2018 durch Nichtersetzen frei gewordener Stellen auf aktuell 100, darunter drei Auszubildende, gesenkt worden. 58 der 100 Beschäftigten arbeiten demnach in der Produktion und Montage, 42 in Verwaltung und technischer Beratung. Auch der kritische Blick auf die Sachaufwendungen hat laut Geschäftsführung dazu beigetragen, dass Gutbrod selbst in den vergangenen Krisenjahren sechsstellige Jahresüberschüsse ausweisen konnte.

Gutbrod hat derzeit fünf Gesellschafter. Das Ehepaar Jutta und Alfred Lubik, Tochter und Schwiegersohn des Firmengründerehepaares Marianne und Walter Gutbrod, hält zusammen die Mehrheit der Anteile. Zudem sind der ehemalige Geschäftsführer Werner Knoblauch-Mayer und die beiden aktuellen Geschäftsführer Kopf und Reitze beteiligt. Der Betriebswirt Kopf ist seit 2022 im Betrieb und als Nachfolger von Alfred Lubik (64) Geschäftsführer. Reitze, gelernter Fensterbauer und studierter Betriebswirt, arbeitet seit 2007 im Unternehmen und ist seit 2019 Geschäftsführer.

Referenzprojekt in Hamburg

Das Unternehmen hatte sich nach der Gründung im Jahr 1964 die ersten 20 Jahre allein der Herstellung von Holzfenstern verschrieben. 1984 kamen Holz- Aluminium- und 1994 Kunststoff-Fenster hinzu. Kunden sind die Fertighausindustrie (unter anderem Schwörer Haus in Hohenstein seit über 55 Jahren), Bauträger, Generalunternehmen, Händler, Architekten und private Bauherren.

»Etwa die Hälfte der von uns in Bodelshausen hergestellten Fenster bauen wir selbst ein«, erzählt Reitze. Die Montage erfolge in einem Umkreis von 50 Kilometer von Bodelshausen entfernt – bei größeren Projekten auch bundesweit. Auch im höchsten Holzgebäude in Deutschland, dem 65 Meter hohen »Roots« in Hamburg, seien Fenster von Gutbrod eingebaut, verweist Reitze auf ein »schönes Referenzprojekt«. Es zeige, warum das Unternehmen zu den 30 führenden Fensterherstellern Deutschlands gehöre. Nach Angaben von Kopf steht das Neubau-Geschäft für etwa 80 Prozent des Firmenumsatzes. Der Rest entfalle auf Sanierungen.

»Jedes Fenster ist ein Unikat«, verweist Reitze darauf, dass Gutbrod ausschließlich auftragsbezogen und nicht auf Lager fertige. Es handle sich um ein komplexes Produkt, das Teil eines Gesamtwerks sei. In jedem Fall würden Fensterbank, Insektenschutz, Beschattung, Schall- und Wämedämmung, Bedienbarkeit, Pflegefreundlichkeit sowie die Gebäudesicherheit in die Planung einbezogen. »Wir haben in unserer Produktion einen sehr großen Anspruch an unsere Qualität und damit an die Lebensdauer der Fenster«, sagt der Geschäftsführer. Bei einem Gang durch die Produktion lässt er einen »Eckbruchtest« vorführen.

In Anbetracht der Marktlage sei die aktuelle Auftragssituation von Gutbrod nicht schlecht, beantworten die beiden Geschäftsführer eine Nachfrage. »Bei Kunststoff-Fenstern sind wir gut ausgelastet«, stellt Kopf fest. »Und bei Holz- und Holz-Aluminium-Fenstern eröffnet uns die neue Maschine neue Möglichkeiten«, ergänzt Reitze. (GEA)