Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Sie spornt zu Kreativität und Leistungssteigerung an. Das gilt in vielen Bereichen des Lebens. In der Wirtschaft sorgen Wettkämpfe um die Marktführerschaft häufig für wichtige Technologiesprünge. Rivalität wird also gerne gesehen, sofern sie nicht zu monopolistischen Strukturen führt.
Besonders reizvoll sind Duell-Situationen – Mann gegen Mann und Frau gegen Frau – um den Sieg oder gar um die Macht. Sie ziehen die Beobachter in den Bann, da sie häufig die wahren Charaktere der Kontrahenten offenlegen und sich manchmal schöne menschliche Abgründe auftun.
Die echten, geregelten Duelle, in denen es bei der Verteidigung der Ehre sogar um Leben oder Tod gehen konnte, sind heute in den meisten Ländern verboten. Um für Gesprächsstoff zu sorgen und um Spannung zu erzeugen, werden trotzdem Zweikämpfsituationen kreiert. Das einfache Fußballspiel wird dann zum Duell der Torleute, obwohl diese sich auf dem Spielfeld in der Regel nur vor und nach dem Spiel begegnen.
Noch besser sind gut gepflegte Feindschaften. Der Kalte Krieg zwischen dem Westen und dem Osten war für die Rüstungsindustrie ein über Jahrzehnte andauerndes Konjunkturprogramm. Außerdem gab es ständig bewaffnete Konflikte, in denen man neue Waffen am Feind ausprobieren konnte. Dem Zusammenbruch des Ostblocks folgte bei den Waffenexporteuren eine tiefe Depression. Der internationale Terrorismus verbessert die Auftragslage wieder, auch wenn viele Anschläge mit eher archaischen Mitteln ausgeführt werden.
US-Präsident Donald Trump, ein von uns heiß geliebtes Feindbild wird in wenigen Wochen die Bühne verlassen. Kaum einer hat uns mit seinen Tweets, Lügen und alternativen Fakten so viel Freude beschert. Die Kollegen von der Washington Post und der New York Times haben dank Trump sogar unglaubliche Auflagenzuwächse erzielt.
Zugegeben, der Mann hat mit seiner America-first-Politik, Handelsbeschränkungen und Strafzöllen sowie Kündigungen von internationalen Abkommen auch ein bisschen genervt und uns Geld gekostet. Die Unternehmen lernten aber, strategisch flexibler zu agieren. Für die EU war es zudem eine schöne Lektion, sich nicht nur auf die USA zu verlassen, sondern die eigenen Kräfte zu stärken.
Das Verhältnis zu den USA wird jetzt wahrscheinlich langweilig normal. Trump wird uns fehlen. Wir müssen uns jemand anderes suchen, an dem wir uns abarbeiten können. Hier ein paar Vorschläge: Orban, Erdogan, Putin oder manchen Autokraten in weniger beachteten Ländern. Die sind zwar politisch und wirtschaftlich nicht so wichtig, aber da könnten wir medial nachhelfen.

