DETTINGEN. Der börsennotierte Automobilzulieferer Elring Klinger mit Hauptsitz in Dettingen/Erms hat seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2025 vorgelegt und im Gesamten ein solides Ergebnis erzielt. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 395,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 440,8 Millionen Euro. Ein Teil des Rückgangs ist laut Pressemitteilung auf die im Rahmen der Shape30-Strategie veräußerten Gesellschaften in der Schweiz und den USA zurückzuführen, die im Vorjahresquartal noch 34,1 Millionen Euro zum Umsatz beitrugen. Bereinigt um diesen Effekt lag der Umsatz des Vergleichsquartals bei 406,7 Millionen Euro. Hinzu kamen negative Währungseffekte. Unter Berücksichtigung dieser beiden Faktoren ergibt sich für das dritte Quartal 2025 schließlich ein leichter organischer Umsatzrückgang von 0,6 Prozent.
Die Verkäufe der Gesellschaften seien Teil der seit 2020 laufenden Shape30-Strategie, mit der Elring Klinger unprofitable oder weniger strategische Geschäftsbereiche verkauft oder schließt und sich verstärkt auf zukunftsträchtige Felder wie E-Mobility und Batterietechnologie konzentriert. Im Rahmen dieser Strategie nahm beispielsweise der Battery Hub Americas in Easley (USA) seinen Betrieb auf, um die Hochskalierung der Batterietechnologie-Produktion vorzubereiten. Zudem wurde das Logistikgebäude in Neuffen fertiggestellt. Von dort aus sollen Großaufträge für den chinesischen E-Mobility-Markt effizient abgewickelt werden können.
»Die Effizienzmaßnahmen im Rahmen unserer Transformationsstrategie greifen und tragen dazu bei, dass wir unsere Margen auch in schwierigen Zeiten stabilisieren konnten«, kommentierte Thomas Jessulat, Vorstandsvorsitzender der Elring Klinger AG. Die operative Profitabilität spiegele diese Stabilität wider: Bei einem bereinigten Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 21,2 Millionen Euro im dritten Quartal lag die Ebit-Marge bei 5,4 Prozent. Im Vorjaheszeitraum lag die Marge bei 5,2 Prozent bei einem Ebit von 23,0 Millionen Euro.
Neun-Monats-Zahlen
Von Januar bis September 2025 erzielte Elring Klinger einen Umsatz von 1,23 Milliarden Euro, ein Rückgang von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der laut Mitteilung hauptsächlich auf die schwierige Marktlage in Europa und Nordamerika zurückzuführen ist. Organisch konnte das Unternehmen jedoch ein Wachstum von 2,2 Prozent verzeichnen. Das bereinigte Ebit für die ersten neun Monate sank um 5,2 Prozent auf 65,9 Millionen Euro, nach 69,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ebit-Marge beträgt 5,4 Prozent, was einem Plus von 0,3 Prozentpunkten im Vorjahresvergleich bedeutet.
Elring Klinger investierte weiterhin stark in zukunftsträchtige Bereiche, insbesondere in die E-Mobility. Im dritten Quartal lagen die Investitionen in Sachanlagen bei 27,8 Millionen Euro. Damit stiegen diese um 49,5 Prozent zum Vorjahr (18,6 Millionen Euro). Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten 99 Millionen Euro investiert, nach 58,2 Millionen Euro im Vorjahr. Die Verschuldung stieg von 349,6 Millionen Euro im Vorjahr um 11,2 Prozent auf 388,8 Millionen Euro, wodurch sich der Nettoverschuldungsgrad von 1,7auf 2,2 (plus von 29,4 Prozent) erhöhte. Jessulat zeigte sich zuversichtlich, dass sich die gezielte höhere Verschuldung in den kommenden Jahren positiv auswirken wird.
Schwerpunkte und Ausblick
In der Quartalskonferenz hob der Vorstandsvorsitzende mehrere zentrale Schwerpunkte für das dritte Quartal und die kommenden Monate hervor. So sollen die Investitionen nach einer investitionsintensiven Phase in Zukunft wieder auf ein normalisiertes Niveau zurückkehren. Außerdem geht es um das Thema Personal: Schon im vergangenen Jahr hat Elring Klinger Stellen abgebaut. Im dritten Quartal 2025 beschäftigte der Konzern 8.736 Mitarbeiter - 853 weniger als ein Jahr zuvor. Ein Großteil des Rückgangs stehe im Zusammenhang mit den veräußerten Gesellschaften, wie Unternehmenssprecher Jens Winter auf Nachfrage bestätigte. Zudem seien im Rahmen des Effizienzprogramms »Streamline« bereits weitere beidseitige Vereinbarungen mit Beschäftigten getroffen worden, deren Umsetzung noch laufe. Daher werde sich die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter verringern. Generell wolle das Unternehmen die Personalkosten weiter fest im Blick behalten.
Für das Gesamtjahr erwartet Elring Klinger einen Umsatz, der organisch in etwa dem Vorjahr entspricht. Die Ebit-Marge soll bei rund 5 Prozent bleiben. »Angesichts der nach wie vor herausfordernden geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestätigen wir unsere Prognose für 2025«, so Jessulat. »Wir gehen davon aus, dass wir trotz der Marktunsicherheiten unser Margenziel erreichen und unser Unternehmen weiter auf Kurs halten können.« (GEA)


