SINDELFINGEN/REUTLINGEN. Die Vereinigte Volksbanken eG (Sindelfingen), zu der seit Herbst 2020 auch die ehemalige Volksbank Reutlingen gehört, will die Volksbank Leonberg-Strohgäu eG (Leonberg) übernehmen. Dies gaben Vertreter beider Geldhäuser bei einer Pressekonferenz bekannt.
Wolfgang Klotz, Vorstandsvorsitzender von Vereinigte Volksbanken, sagte, es sei vorgesehen, dass die Vertreterversammlung der Volksbank Leonberg-Strohgäu am 1. Juni und die Vertreterversammlung der Vereinigten Volksbanken am 21. Juni über das Zusammengehen abstimmen sollen. Dabei seien jeweils 75-Prozent-Mehrheiten nötig, damit die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2022 wirksam werden könne. Für 10. September sei dann die technische Verschmelzung vorgesehen.
Jürgen Held, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Leonberg-Strohgäu, teilte mit, das geplante gemeinsame Kreditinstitut würde von über 113 000 Mitgliedern und damit Mitinhabern getragen. Es stünde für eine Bilanzsumme von 6,3 Milliarden Euro, für etwa 1 000 Beschäftigte und 57 Filialen in den Landkreisen Böblingen, Calw, Ludwigsburg und Reutlingen. »Es wird keine Kündigungen aufgrund der Verschmelzung geben«, versprach Held. Beide Häuser seien bilanziell solide aufgestellt, fügte er hinzu.
Klotz, 62, soll Vorstandsvorsitzender der Vereinigte Volksbanken eG bleiben. Held, 56, soll stellvertretender Vorstandsvorsitzender werden. Er ist designierter Nachfolger von Klotz, hieß es. Klotz gab bekannt, dass Jörg Niethammer und Thomas Krätschmer (einst Volksbank Reutlingen) künftig auf ihren Status als stellvertretende Vorstandsvorsitzende verzichteten: »Sie stellen sich in den Dienst der Sache.« Neben Klotz, Held, Niethammer und Krätschmer sollen Wolfgang Ernst (bisher Vorstandsmitglied der Volksbank Leonberg-Strohgäu) sowie (wie bisher) Anette Rehorsch-Hartmann und Martin Riegger dem Vorstand der Vereinigten Volksbanken angehören.
Der Aufsichtsrat der künftigen Bank solle aus 21 Mitgliedern bestehen, hieß es. Davon seien sieben Arbeitnehmervertreter. Von den 14 Mitgliedervertretern sollen vier von der Volksbank Leonberg-Strohgäu kommen. Jörg Berner (früher Volksbank Reutlingen) solle Aufsichtsratsvorsitzender bleiben. Außer Karlfriedrich Blumhardt solle Thomas Schäfer, bisher Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Leonberg-Strohgäu, künftig stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender sein.
»Die gesamte genossenschaftliche Landschaft ist in Bewegung«, sagte Berner zur Bündelung der Kräfte. Er und Schäfer verwiesen darauf, dass Negativzinsen, Digitalisierung, gesetzliche Vorschriften, demografischer Wandel und die Corona-Pandemie den Kosten- und Wettbewerbsdruck in der Finanzdienstleistungsbranche erhöht hätten. Unter dem Dach der Vereinigten Volksbanken gebe es künftig sieben starke Regionalbanken (Böblingen, Calw, Reutlingen, Schönbuch, Sindelfingen, Weil der Stadt und Leonberg-Strohgäu. Ihr Motto: »Wir werden größer, um nah zu bleiben.« (rog)

