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Aktuell Produktion

110 Betriebe der Region liefern für die Verteidigung

Die Industrie- und Handelskammer Reutlingen weist auf die Chancen durch das Sondervermögen des Bundes hin, das zu signifikant steigenden Investitionen führt

Kanzler Merz schweigt zu Taurus-Lieferungen an die Ukraine. Die von der Bundeswehr herausgegebene Aufnahme zeigt einen Tornado-K
Kanzler Merz schweigt zu Taurus-Lieferungen an die Ukraine. Die von der Bundeswehr herausgegebene Aufnahme zeigt einen Tornado-Kampfjet mit einem Taurus-Lenkflugkörper. FOTO: BIENERT/BUNDESWEHR/DPA
Kanzler Merz schweigt zu Taurus-Lieferungen an die Ukraine. Die von der Bundeswehr herausgegebene Aufnahme zeigt einen Tornado-Kampfjet mit einem Taurus-Lenkflugkörper. FOTO: BIENERT/BUNDESWEHR/DPA

REUTLINGEN. »Die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft wird regional an Bedeutung gewinnen. Viele Betriebe können für verteidigungsrelevante Zwecke liefern«, zitiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen in einer Pressemitteilung ihren Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp.

Derzeit geht die IHK Reutlingen demnach von 110 Betrieben in den drei Landkreisen (Reutlingen, Tübingen, Zollern-Alb) ihres Kammerbezirks aus, die Güter für verteidigungsrelevante Zwecke liefern. In der Regel liege der Schwerpunkt dieser Unternehmen aber auf zivilen Gütern und Anwendungen. Dazu komme: Nur wenige Betriebe produzierten direkt für die Bundeswehr. Oft würden Teile oder Komponenten geliefert. Die Firmen seien somit Teil der Lieferkette.

Die IHK Reutlingen trage der aktuellen Entwicklung Rechnung und hat einen Arbeitskreis Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft gegründet. Dort träfen sich Vertreter von Betrieben, die bereits heute Güter für unterschiedliche Zwecke lieferten.

Neben den schon liefernden Unternehmen sieht die IHK Reutlingen Möglichkeiten für weitere Betriebe. Mit der nötigen zusätzlichen Ausstattung für Abschreckung und Verteidigungsfall steige der Bedarf bei Bundeswehr und Organisationen des Zivilschutzes. »Das Sondervermögen des Bundes wird zu signifikant steigenden Investitionen führen. Davon können auch heimische Unternehmen profitieren«, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Voraussetzung sei jedoch, sich mit den Bestell- und Ausschreibemodalitäten der öffentlichen Hand vertraut zu machen. Deshalb organisierten die IHKn Stuttgart und Reutlingen für den 2. Juli 2025 eine entsprechende Informationsveranstaltung.

Wolfgang Epp,Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. FOTO: PIETH
Wolfgang Epp,Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. FOTO: PIETH
Wolfgang Epp,Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. FOTO: PIETH

Für die Organisation eines möglichen Verteidigungsfalls gibt es den »Operationsplan Deutschland«. Er regelt Verfahren, Abläufe und Zuständigkeiten. In diesen Plan ist auch die Wirtschaft eingebunden, weil es im Fall der Fälle darauf ankommen wird, das Zusammenspiel aller militärischen und zivilen Kräfte aufeinander abzustimmen.

Die Industrie und Handelskammern haben kürzlich dafür in Baden-Württemberg bei der IHK Bodensee-Oberschwaben eine Koordinierungsstelle für Gesamtverteidigung eingerichtet. »Wir haben uns in Deutschland an eine lange Zeit des Friedens gewöhnt. Dabei soll es unbedingt bleiben. Wir müssen uns aber besser aufstellen, damit es auch wirklich nicht zum Verteidigungsfall kommt«, sagt Epp.

Fragen zum Thema beantwortet Prof. Markus Nawroth, Bereichsleiter Standortagentur und Netzwerke bei der IHK Reutlingen. (GEA) 

07121 201185

nawroth@reutlingen.ihk.de