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Zweitaktfreunde kamen wieder nach Sonnenbühl

Die Fahrer vier- und zweirädriger Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren zeigten ihre Schmuckstücke bei der Jugendherberge in Erpfingen.

Zeitakterz-Vorstand Klaus Hornung im Trabbi.
Zweitakterz-Vorstand Klaus Hornung im Trabbi. Foto: Steffen Wurster
Zweitakterz-Vorstand Klaus Hornung im Trabbi.
Foto: Steffen Wurster

SONNENBÜHL-ERPFINGEN. Trabbis, Wartburg, Simsons und MZs: An der Erpfinger Jugendherberge lag drei Tage lang wieder blauer Dunst in der Luft. Der Verein Zweitakterz Süd hatte zum 13. Mal zum Zweitakt- und Ostfahrzeugtreffen Süddeutschland eingeladen, zum zweiten Mal nach Sonnenbühl. Dazu gab es den »marken- und typenoffenen Oldtimersonntag«.

Ein Oldtimer ist alles, was auf zwei oder vier Rädern rollt und älter als 30 Jahre ist. Die meisten der Schmuckstücke dürften aber schon mehr Jährchen auf dem Buckel haben. Ostfahrzeuge dominieren, einige der Vereinsaktiven haben selbst Erinnerungen an die Jugend mit Ferienfahrten im Trabbi oder der ersten mobilen Freiheit auf Simson und MZ. Im Lied »Meister aller Klassen« von City feierte die Kultband die MZ Trophy mit der markanten Scheinwerferverkleidung. Nicht nur das DDR-Äquivalent zur BMW oder Harley war in Erpfingen zu sehen.

Timo wurde von seiner Frau zum Trabi gezwungen.
Timo wurde von seiner Frau zum Trabi gezwungen. Foto: Steffen Wurster
Timo wurde von seiner Frau zum Trabi gezwungen.
Foto: Steffen Wurster

Die Zweitakterz sind eigentlich in Denkendorf zu Hause, die Alb sei für ein Treffen aber einfach schöner als das Unterland, meint Klaus Hornung, Vorsitzender des Vereins und mit dem Trabbi vor Ort. Die Landschaft sei schöner und »die Leute winken beim Heckenschneiden«. Die DDR-Produkte sind unverwüstlich, die weiteste Anfahrt legten drei Familien aus Potsdam mit Barkas und zwei Wartburgs zurück, die noch kurz eine Schleife über den Comer See zogen. Wenn mal was kaputt geht, sei es schnell repariert, und die Community hilft sowieso: Eine durchgescheuerte Bremsleitung eines Teilnehmers war kein Problem, das Ersatzteil und kundige Hände waren beim Treffen schnell zu finden. »Man hilft sich gegenseitig«, sagt Hornung und: »Wenn bei einem Auto Baujahr 2025 in 30 Jahren ein elektronisches Bauteil ausfällt, ist Schluss.« Sein Trabi kann dann immer noch laufen, die genügsamen Ostfahrzeuge waren auf Dauerleistung, für die Ewigkeit, gebaut und sauber durchkonstruiert, sagt Hornung. Der Meinung ist auch Fan Timo. »Ich wollte schon immer einen Trabi fahren«, erzählt er. Dazu kam es lange nicht, schließlich »hat mich meine Frau gezwungen«. So kann's auch gehen.

Das Fahrzeug der »Meister aller Klassen«, die MZ Trophy.
Das Fahrzeug der »Meister aller Klassen«, die MZ Trophy. Foto: Steffen Wurster
Das Fahrzeug der »Meister aller Klassen«, die MZ Trophy.
Foto: Steffen Wurster

Nicht nur Ostfahrzeuge waren vertreten, R4 und Ente standen in französischer Abstammung geeint nebeneinander, ebenso die 02er-BMW oder der damals mächtige Granada. Heute wirkt dieser Ford verhältnismäßig klein, fällt in der SUV-Schwemme ab. Was aber selbst in den kleinen Franzosen und den »Rennpappen« auffällt, ist, wieviel Licht und Raum im Innenraum zu erleben ist. Schön leicht sind die Fahrzeuge allesamt, vielleicht sollten die Autobauer mal so ein Treffen besuchen und sich ein paar Ideen für die nächsten, verbrauchsoptimierten Modelle holen.

Einen besonderen Platz erhielten Ost-Zweiräder beim Simson-Camp. Simson Mokicks sind beliebt, weil für sie 60 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, für Westprodukte sind es nur 45 km/h. Bertram und Attila haben sich der Restaurierung der Kleinkrafträder verschrieben, im Originalzustand oder als Umbauten. Attilas tiefer gelegte Schwalbe ist ein echter Cruiser, der Chopper-Umbau bringt Eas(t)y-Rider-Feeling rüber.

Bertram mit dem Scrambler-Umbau einer Simson.
Bertram mit dem Scrambler-Umbau einer Simson. Foto: Steffen Wurster
Bertram mit dem Scrambler-Umbau einer Simson.
Foto: Steffen Wurster

Die Zweitakterz haben drei Tage gefeiert, mit DJ-Abend am Anreisetag ging's los. Dann wurde viel gefachsimpelt, Soljanka und Thüringer Rostbratwurst verkostet und viel gefahren. Der Oldtimertreff in Laichingen war ein beliebtes Ziel, berichtet Hornung, die »Laichinger« sind gen Sonnenalb getuckert, die »Erpfinger« gen Laichingen. (GEA)