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Wie sich der neue Verein St. Johann Aktiv für die Gemeinde einsetzen will

Der Verein St. Johann Aktiv will Ideen rund um die Gemeinde und den Menschen, die sie umsetzen, eine Plattform bieten.

Bei der Gründungsversammlung im April fand sich der harte Kern zusammen. Jetzt soll der Verein St. Johann aktiv wachsen.
Bei der Gründungsversammlung im April fand sich der harte Kern zusammen. Jetzt soll der Verein St. Johann aktiv wachsen. Foto: Privat
Bei der Gründungsversammlung im April fand sich der harte Kern zusammen. Jetzt soll der Verein St. Johann aktiv wachsen.
Foto: Privat

ST. JOHANN. Marode Bänke reparieren, gemeinsam Streuobst ernten und verarbeiten, einen Flohmarkt organisieren oder eine Boulebahn bauen: Das alles sind mögliche Projekte, die auf der Liste des Vereins St. Johann Aktiv stehen. Das eine ist schon etwas mehr, das andere noch weniger konkret. Genau so, wie es der Definition entspricht, die sich der noch junge Verein selbst gegeben hat, wie Florian Bauer, Uli Lippmann und Manuela Wendler versichern: Es gehe nicht darum, ein vor- und eher eng gefasstes Vereinsziel zu verfolgen und umzusetzen. Sondern darum, Ideen zu sammeln, ihnen Raum und einen Rahmen zu geben - »organisatorisch, rechtlich und finanziell«, wie Uli Lippmann erläutert. »Der Verein soll ein Dach für viele Varianten bürgerschaftlichen Engagements sein.«

Lippmann steht, gemeinsam und gleichberechtigt mit Bürgermeister Florian Bauer, an der Spitze des Vereins, der im April ins Leben gerufen wurde. Jetzt ist er, nach Bewältigung aller Formalitäten, die mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins verbunden sind, bereit, so richtig durchzustarten. Manuela Wendler gehört ebenfalls zum harten Kern. Sie ist - wie auch Mareike Zander und Julia Kucera - Besitzerin, Peter Hüser als Schriftführer und Elke Ross als Kassiererin vervollständigen das Leitungsgremium des Vereins, der rund 30 Gründungsmitglieder zählt und nun kräftig wachsen will.

Menschen zusammenbringen, die bisher nichts voneinander wissen

»Wir möchten Menschen aus verschiedenen Ecken der Gemeinde zusammenbringen, die dasselbe wollen, aber sonst nicht zusammenfinden würden, weil sie noch gar nichts voneinander wissen.« So beschreiben Bauer und Lippmann gemeinsam die Intention von St. Johann Aktiv. Genau solche Menschen hat der neue Verein nun tatsächlich schon in Kontakt gebracht. Ein Beispiel: Mareike Zander, eine junge Lehrerin, und Hans Brändle, inzwischen Rentner und schon länger Ortsvorsteher von Gächingen, haben beide ein Faible für Streuobstwiesen - und die erklärte Absicht, sie zu pflegen, zu erhalten und etwas Leckeres aus der Ernte zu machen. St. Johann Aktiv bietet ihnen nun eine Plattform, ein Projekt zu starten, und die nötige Öffentlichkeit, um noch mehr Mitstreiter zu finden.

Ein großer Vorteil eines Vereins, betonen Bauer und Lippmann, ist auch die damit verbundene Sicherheit. Wenn Werkzeuge im Einsatz sind - auf den Streuobstwiesen zum Beispiel, aber auch bei der Reparatur von Sitzbänken - und etwas passiert, greift die Versicherung. Ein Netz, von dem auch Kreise und Gruppen, die es schon gibt, profitieren sollen. Und auch Vereine, die sich schon aufgelöst haben oder darüber nachdenken, könnten künftig eine Heimat unterm Dach von St. Johann Aktiv finden.

Sicherer Schirm für Projekte aller Art

Das gilt beispielsweise für den Partnerschaftsverein, der sich bisher um den Austausch mit den französischen Freunden in Thénezay bemüht hat und das grundsätzlich auch weiterhin tun will - allerdings ohne die festen Strukturen eines Vereins, die neben Sicherheit eben auch jede Menge bürokratischen Aufwand mit sich bringen: Letzterer ist den Akteuren des Partnerschaftsvereins zunehmend zur Last geworden und war das ausschlaggebende Argument für die Vereinsauflösung, wie Uli Lippmann berichtet.

Auch Veranstaltungen, die bisher von losen Gruppen organisiert wurden, sollen künftig bei St. Johann Aktiv angesiedelt werden. Dazu gehört die Aktion »St. Johann kocht«, die Peter Hülser und Maureen Roller angestoßen hatten: Immer am 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, geben alte und neue St. Johanner Bürgerinnen und Bürger Einblicke in und vor allem Kostproben aus schwäbischen und internationalen Küchen.

»Nicht wir sind aktiv, sondern die Leute, die die Ideen bringen. Der Verein bietet den Schirm, unter dem sie sie umsetzen können«, betont Manuela Wendler. So entstehen auch Dinge, die es bisher nicht gab in St. Johann. Dorothea Simpfendörfer-Teuffel zum Beispiel sucht noch Leselustige, die sich in einem Literaturkreis gerne über Bücher austauschen möchten. Schon fix ist der Termin für einen Flohmarkt: Am 18. April kommenden Jahres gibt's Kunst und Krempel aus zweiter Hand - die weiteren Details würde der Verein gerne mit all denen planen, die mitmachen möchten.

Zuschüsse, an die die Gemeinde selbst nicht rankommt

Weitere Ideen sind der Aufbau eines Netzwerks unter dem Motto »Tauschen, leihen, schenken«, die Instandsetzung von Sitzbänken und des Trimm-dich-Pfads bei Würtingen. Eine Boulebahn wird in mehreren Teilorten gewünscht und auch das Schulzengärtle bei Bleichstetten, das viele Jahre ehrenamtlich von einem Ehepaar gepflegt wurde, steht auf der Liste des Vereins. Ein mögliches, großes Projekt wäre der angedachte Biosphärenspielplatz auf dem Gelände der Alten Schule in Bleichstetten.

Finanzieren will der Verein sich und seine Projekte vor allem über Spenden, zusätzliche Einnahmen spielen Aktionen wie beispielsweise die Bewirtung beim Joffel-Kulturfestival in der Gemeinde ein. Als gemeinnütziger Verein hat St. Johann Aktiv aber grundsätzlich auch die Möglichkeit, sich bei anderen Fördertöpfen zu bewerben als die Kommune - davon könnte, so hoffen die Akteure, das eine oder andere Projekt profitieren und schneller umgesetzt werden.

Wer sich für den Verein interessiert, mitwirken oder Projektideen einbringen möchte, kann sich per E-Mail an den Vorstand wenden: st.johann-aktiv@gmx.de (GEA)