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Aktuell Waldwirtschaft

Wie es um den St. Johanner Forst bestellt ist

Rückblick auf 2024, Ausblick auf 2026: Der Forstbetrieb bringt der Kommune immer noch Erträge ein. Sturmschäden machen den Waldarbeitern zu schaffen.

Im St. Johanner Forst sollen im kommenden Jahr 8.900 Festmeter Holz geerntet werden, davon 37 Prozent Nadelholz.
Im St. Johanner Forst sollen im kommenden Jahr 8.900 Festmeter Holz geerntet werden, davon 37 Prozent Nadelholz. Foto: Dieter Reisner
Im St. Johanner Forst sollen im kommenden Jahr 8.900 Festmeter Holz geerntet werden, davon 37 Prozent Nadelholz.
Foto: Dieter Reisner

ST. JOHANN. Was hat sich im Forstbereich der Gemeinde St. Johann getan und wie geht's weiter? Einen Ein- und Ausblick gaben Revierförster Enzian Schneider und Forstbezirksleiterin Sandra-Maria Hippler in der jüngsten Gemeinderatssitzung. 2024 war alles andere als ein einfaches Jahr, rekapitulierte Schneider - was vor allem auch Ereignissen im Jahr zuvor geschuldet war: Im August 2023 waren schwere Stürme über die Region hinweggefegt, die in St. Johann enorme Schäden angerichtet hatten. »Wir hatten 9.000 Festmeter am Boden liegen - das entspricht einem kompletten Jahreseinschlag«, verdeutlichte Schneider die Dimensionen.

Die Aufarbeitung sei gefährlich und zeitintensiv, sodass auch 2024 noch Einiges zu tun war: »Bis August haben wir Schadholz aufgearbeitet, erst im September haben wir mit dem regulären Einschlag begonnen«, so Schneider. Entsprechend hoch lag der Anteil der sogenannten zufälligen Nutzung: 65 Prozent der Holzernte 2024 waren Sturm- und Schadholz, nur 35 Prozent wurden planmäßig eingeschlagen. Durch Erlöse aus dem Holzverkauf wurden rund 582.000 Euro erwirtschaftet - rund 45.000 Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt standen im Forstbetrieb 2024 Einnahmen in Höhe von 724.000 Euro Ausgaben von rund 656.000 Euro gegenüber, unterm Strich steht also ein Gewinn von rund 68.000 Euro. Geplant waren 78.000 Euro.

Dass es trotzdem nicht nur ums Geld geht im Gemeindewald, machte Schneider in seinem Bericht ebenfalls deutlich. Für Schüler der Grund- und Werkrealschule Würtingen gibt's jedes Jahr Walderlebnistage, dieses Jahr stellten sich 103 Schüler in 13 Teams den Aufgaben, die sie an acht Stationen erwarteten. Ein ähnliches Programm hatte Schneider für die Jugendfeuerwehr vorbereitet, 16 Teams aus der ganzen Region waren dabei. Und auch beim Schülerferienprogramm gibt's immer ein Angebot im Wald.

Personelle Verstärkung macht sich gut

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verkehrssicherung, 2024 und 2025 stand der Bereich zwischen Gomadingen und Gächingen im Fokus, so Schneider. »Wir dürfen es gar nicht erst so weit kommen lassen, dass Gefahren entstehen«, betonte er. Sorgen macht ihm der Waldschutz. Nicht nur Stürme, sondern auch Borkenkäfer und Eschentriebsterben machen dem Wald zu schaffen. Erfreuliches hatte er aus dem Bereich Personal zu berichten, seit September hat der St. Johanner Forstbetrieb einen Azubi. »Er macht sich gut und fällt inzwischen schon die ersten Bäume«, lobte Schneider. Auch ein Quereinsteiger verstärkt das Team, »er ist ein wertvoller Mitarbeiter, der sich absolut bewährt hat«, so Schneider. Der Kollege bildet sich auf Lehrgängen fleißig weiter und wird nächstes Jahr auch eine Prüfung ablegen.

Die Planungen fürs Jahr 2026 legte Forstbezirksleiterin Sandra-Maria Hippler vor. 8.900 Festmeter sollen im kommenden Jahr geerntet werden, der Nadelholzanteil soll mit 37 Prozent weit niedriger liegen als 2024: Damals waren - auch aufgrund der Sturmschäden - 48 Prozent der Ernte Nadelbäume. Nachdem die Kulturarbeiten 2024 etwas zu kurz gekommen seien, wie Enzian Schneider angemerkt hatte, spielen sie 2026 wieder eine größere Rolle: Rund 900 junge Bäume sollen gepflanzt werden. Erträgen in Höhe von 666.800 Euro sollen 2026 Ausgaben über 580.600 Euro gegenüberstehen. (GEA)