SONNENBÜHL. Johann Hölz hat wieder eine Ausstellung auf die Beine gestellt, Vernissage in der Alten Schule ist am Sonntag, 7. Dezember. Er konnte die Künstler Tutti Karkossa und Gerd Schuler gewinnen und ist selbst auch mit eigenen Werken präsent.
Tutti Karkossa malt in Acryl. 30 Jahre lang hat sie gar nicht mehr gemalt, davor in Öl und gegenständlicher. Jetzt bevorzugt sie Acrylfarben und malt abstrakt. Der Betrachter muss seiner Fantasie freien Lauf lassen. Wer dann welche Bilder nicht an der Wand, sondern vor seinem geistigen Auge hat, sei auch für sie selbst spannend, sagt die Künstlerin, »die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters«. Karkossa freut sich auf die Gespräche, den Austausch bei der Vernissage am Sonntag.
Malen in Trance
Ihre Werke sind farbenprächtig, das verspricht sie den Besuchern der Alten Schule. Ihre Arbeitsweise beschreibt sie folgendermaßen: »Ich platziere die Farben auf einem Tisch, dann falle ich in Trance.« Dann beginnt sie zu malen und ist oft selbst überrascht über das Ergebnis oder ihre Fortschritte am Werk. Einen Pinsel benutzt sie nicht, sie arbeitet mit Schwamm und Eiskratzer. Karkossa nutzt die stumpfe Seite des Kratzers, wischt über die Farben, erzielt so überraschende, vielfältige Muster und Effekte. Rund 30 ihrer Werke werden in der Alten Schule ausgestellt. Die Künstlerin stellt hier zum zweiten Mal aus, zuletzt im Februar vergangenen Jahres. Die Gemälde der Hohensteinerin, die jetzt gezeigt werden, sind alle zum ersten Mal in Undingen zu sehen.
Ebenfalls ein wiederkehrender Gast ist Gerd Schuler. Er bringt das figürliche, das bildhauerische Element in die Ausstellung. Mit Skulpturen und mit plastisch herausgearbeiteten Gesichtern. Schuler hat im April 2024 schon einmal in der Alten Schule ausgestellt, damals noch Gemälde. Jetzt kommt der Pfullinger mit ganz anderen Arbeitstechniken auf die Alb. Seine Fresken im barocken Stil werden aus massivem Aluminium geholt, eine Gipsvorlage ist das Negativ, bemalt wird aus ihr ein eigenes Kunstwerk. Die Frauenporträts aus Metall oder Gips sind für den Künstler eine neue Richtung, umgesetzt mit dem hohen Anspruch, den er an sein Schaffen stellt. Hausherr Johann Hölz hat großen Respekt vor Schulers Schaffen, »zu dem schau ich auf«.
Lichtergeschmücktes Schloss
Was Hölz kann und wie er im Vergleich mit Schuler und Karkossa besteht, können die Besucher in der Ausstellung selbst beurteilen. Er zeigt etwa 32 eigene Werke. Darunter sind ältere Gemälde, die seit dem Jahr 2010 entstanden sind, aber auch viele neue aus diesem Jahr. Hölz malt meist in Öl, zwei Acryl-Bilder sind auch zu sehen. Die Landschaften der Alb haben es ihm angetan, ebenso Tiere und natürlich Schloss Lichtenstein in all seinen Facetten. Das nachgebaute Gemäuer ziert im Maßstab 1:10 den Garten neben der Alten Schule und wird mit geschätzt 2.500 bis 3.000 Lichtern weihnachtlich geschmückt. Wer also die Alte Schule nicht findet, sollte einfach das Schloss suchen, sagt der Künstler und lacht in seinen weißen Bart hinein.
Ein echter Hingucker ist Hölz' Bild eines Zierapfelstrauchs. Grundlage dafür ist ein Schnappschuss, den er im Garten gemacht und dann - leicht, aber wirkungsvoll - verfremdet hat, in Öl gebannt. »Weglassen oder hinzufügen gehört zur Freiheit eines Künstlers.« Das lehrt er auch seinen Schülern in zwei Kunst-AGs, die Erstklässler bereichern mit ihren Arbeiten die Ausstellung um eine weitere, sehr sehenswerte Facette - da zeigt sich viel Talent, der Einfluss des Lehrers oder wahrscheinlich beides.
Die Ausstellung
Die Ausstellung mit Werken von Tutti Karkossa, Gerd Schuler und Johann Hölz im Kunsthaus Alte Schule in Sonnenbühl-Undingen, Hauptstraße 30, ist ab Sonntag, 7. Dezember, zu sehen. Die Vernissage beginnt am Sonntag um 16 Uhr. Geöffnet ist die Schau immer samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Besucht werden kann sie bis zum 6. Januar. (wu)
Johann Hölz wird die Vernissage am Sonntag eröffnen, für den musikalischen Rahmen sorgt die Violinistin Tanja Robisch. Um 17 Uhr spielt der Posaunenchor vorm Lichtenstein in Hölz' Garten, zum Essen und Trinken wird es auch was geben, verspricht der Haus- und Schlossherr. (GEA)

