HOHENSTEIN/TROCHTELFINGEN.. Rund um das Backhaus und Dorfanger in Ödenwaldstetten platzierten sich am Samstag weihnachtlich geschmückte Stände mit handgefertigten Unikaten und künstlerischem Handwerk. Nicht zu vergessen Schmankerl aus Küche und Keller, die immer gefragt waren bei den Besuchern. Den Auftakt des Weihnachtsmarkts übernahmen die Kinder der Musikschule mit einstudierten Liedern an Gitarre, Blechblasinstrumenten, Flöten und Popgesang in der Scheunenwerkstatt. Musikschulleiterin Karin Dorn begleitete ihre Eleven am Keyboard, unterstützt von Ehemann Roger an der Technik.
»Es ist immer wieder schön zu sehen und hören, wie viel Spaß die Kinder dabei haben«, stellt Bürgermeister Simon Baier bei seiner Begrüßung fest. Diesen Weihnachtsmarkt gebe es jetzt zum 19. Mal mit 19 Ständen voller Dekorationen und kulinarischen Highlights, das passe schon ganz gut. Dann noch das Konzert der Musikschüler Hohenstein und das alles am 6. Dezember, einfach ideal. »Wir erwarten den Nikolaus, der sicher was für die jüngeren Gäste dabei hat«, kündigt er zur Freude der Kinder an.
Klein, schnuckelig und mit viel Musik
Viel Musik bereicherte das Event. Mit ihrem Liederreigen stimmte der Cool Chor der Hohensteinschule und den dritten Klassen ebenso auf Weihnachten ein wie das Gemeindeliedersingen mit den Kindergärten. Mit dabei auch der Posaunenchor Ödenwaldstetten, die Sängerrunde mit einem Konzert und die Eglinger Heimatmusikanten. »Das verbreitet eine harmonische Stimmung, das ist richtig gut«, freut sich das Ehepaar Binder, das aus Esslingen angereist war.
»Das hier ist klein und hat eine schnuckelige Atmosphäre, das Wetter ist gut, alles sehr vielversprechend«, sagt Michael Rehm. Er macht mit am Stand der »GSKR … die Feldküche«. Die Gruppe sei aus einer Laune heraus entstanden und sie habe sich zur Aufgabe gemacht, immer auf dem Weihnachtsmarkt mitzumischen. Heuer zum sechsten Mal dabei, verköstigen sie mit Schaschlik und Kürbiscremesuppe und offerieren den Kaiserpunsch. Nebenan gibt es Apfelamarettopunsch, der sei einmalig hier, versichert Brigitte Rudorf. Bei ihr macht seit Jahren die ganze Familie mit, verkauft Crêpes in süßen und herzhaften Varianten. »Am Abend läuft es richtig gut und wir sind wir am Ende immer ausverkauft.« Gegenüber hat Tochter Helen Werner Floristik und Dekoartikel aufgebaut. »Ich mache zum ersten Mal mit und ich bin überrascht, wie gut es läuft.«
Gute Laune auch bei den Schülerinnen der Klasse 6c am Gammertinger Gymnasium. Sie haben unter anderem Engel aus Notenblättern und Sterne gebastelt, ihre Väter haben mit der Motorsäge kleine Weihnachtsbäume zurecht gesägt. »Wir wollen nächstes Jahr ins Schullandheim und dafür wollen wir rechtzeitig sparen«, sind sich Sophia, Milena und Zoey einig.
Weihnachtliches Flair auch ohne Schnee
Auch beim Christkindlesmarkt vor historischer Kulisse und mit musikalischen Beiträgen waren in Trochtelfingen Schüler im Einsatz, um für ihre Klassenfahrten was hinzu zu verdienen. »Wir sind gespannt, wie viel wir verkaufen«, verraten Celine und Celia von der 10. Klasse am Gammertinger Gymnasium. Nach Berlin geht ihre Reise, wo sie sich Bundestag und andere Sehenswürdigkeiten anschauen wollen. »Und da brauchen wir Geld für die Bahnfahrt, die Unterbringung und sonstige Attraktionen.« Ihren Stand haben sie vor dem Rathaus aufgebaut, inmitten der Fachwerkkulisse des historischen Stadtkerns.
Hier zeigen Kunsthandwerker und Gewerbetreibende ihre Produkte aus den unterschiedlichsten Materialien. Viel Handgemachtes gibt es auf dem Christkindlesmarkt zu entdecken, viele Geschenkideen kann man sich hier holen. Die Bücherei ist Anziehungspunkt für Kids. In einem mit alten Adventskalendern geschmücktem Zelt stehen Strohballen, auf denen sie es sich beim Vorlesen gemütlich machen. »Wir haben lustige Bücher ausgesucht, aus denen wir abwechselnd vorlesen«, gibt Inge Stieß Auskunft. Sie gehört zu einer Gruppe langjähriger Mitarbeiterinnen der Bücherei, die an beiden Markttagen im Zelt Erzählungen und Märchen zum Besten geben.
Den Abenteuern der kleinen Hexe lauschen die Kids ebenso wie den Geschichten von Petterson und Findus und deren Aufregungen rund um ihre Weihnachtsfeier. Viel Aufregung gibt es nicht nur für die Kids, als dann der Nikolaus samt Knecht Ruprecht mit der Kutsche eintrifft. Natürlich nicht ohne kleine Geschenke. Die Herren hinter dem Tresen der Haidkatzen des Narrenvereins Schrei au servieren Gulasch vom Wild aus heimischen Wäldern.»Wenn wir schon mitmachen, muss es auch was Besonderes, was Anderes geben«, signalisiert Haro Rudnick. Wie etwa die heiße Apfelstrudel-Pfirsichlikör-Sahnevariante. »Das ist eine prima Kreation von der Aida und die gibt es auf dem Markt sicher nur hier bei uns«, versichert Rudnick. »Erst ist man ganz schön im Stress, bis man drin ist und bis alles läuft.« Sie sind zum ersten Mal dabei, haben aber schon an Rosenmontag und auf dem Martinimarkt Erfahrung gesammelt. »Hier ist immer was los im Städtle«, freuen sie sich. (GEA)


