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Aktuell Rückblick

Uwe Morgensterns Blick auf Sonnenbühl

Bürgermeister Uwe Morgenstern meldet sich zum letzten Mal mit Videobotschaft an die Bürger seiner Gemeinde Sonnenbühl.

16 Jahre hat Uwe Morgenstern im Sonnenbühler Rathaus in seiner Heimatgemeinde gewirkt. Am 24. Januar endet seine zweite Amtszeit
16 Jahre hat Uwe Morgenstern im Sonnenbühler Rathaus in seiner Heimatgemeinde gewirkt. Am 24. Januar endet seine zweite Amtszeit als Bürgermeister. Foto: Cordula Fischer
16 Jahre hat Uwe Morgenstern im Sonnenbühler Rathaus in seiner Heimatgemeinde gewirkt. Am 24. Januar endet seine zweite Amtszeit als Bürgermeister.
Foto: Cordula Fischer

SONNENBÜHL. In der letzten Gemeinderatssitzung, die er geleitet hat, hat Bürgermeister Uwe Morgenstern auf einen Jahresrückblick verzichtet. Seit 2010 ist er Bürgermeister in Sonnenbühl, seine Amtszeit endet am 24. Januar nach 16 Jahren. Trotzdem meldet sich der Undinger vor den Festtagen und seinem Ausscheiden aus dem Amt mit einer Videobotschaft an die Sonnenbühler – das ist seit Pandemiezeiten so Usus, vor dem Jahreswechsel 2021/2022 gab’s den ersten Film auf der Sonnenbühler Homepage, auch im Sonnenbühler Jubiläumsjahr gibt es Uwe Morgensterns Botschaft online.

Per Video wendet sich Bürgermeister Uwe Morgenstern mit seiner Weihnachtsbotschaft und dem Jahresrückblick auf 2025 ein letztes
Per Video wendet sich Bürgermeister Uwe Morgenstern mit seiner Weihnachtsbotschaft und dem Jahresrückblick auf 2025 ein letztes Mal an die Sonnenbühler. Foto: Screenshot
Per Video wendet sich Bürgermeister Uwe Morgenstern mit seiner Weihnachtsbotschaft und dem Jahresrückblick auf 2025 ein letztes Mal an die Sonnenbühler.
Foto: Screenshot

Der Hintergrund, vor dem der Bürgermeister steht, ist ein anderer als vor vier Jahren, gleich ist nur, dass weihnachtliches Schmuckwerk zu sehen ist, gleich ist auch die Krawatte, die Uwe Morgenstern trägt. Das spricht für Nachhaltigkeit. Passt gut zu einer Gemeinde, die 2026 Mitglied im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird. Bürgermeister ist Uwe Morgenstern dann nicht mehr, Sonnenbühler bleibt der Undinger aber, wenn er seinen Schreibtisch im Rathaus verlässt. Der Beitritt zum von der Unesco ausgezeichneten Gebiet ist auch eines der Projekte, die Uwe Morgenstern im Ausblick aufs kommende Jahr nennt. Und erklärt, dass dies nicht nur, aber auch mit Tourismus zu tun habe und: »Tourismus bedeutet Infrastruktur für Einheimische und Touristen.« Worauf man sich im kommenden Jahr ebenfalls einstellen kann ist der Bürgerbus, der Anfang des Jahres seinen Betrieb aufnehmen wird, und das die Sonnenbühler Hockete wird im Juli in Willmandingen gefeiert.

Fünf wegweisende Projekte

Morgenstern zieht keine umfassende Bilanz seiner 16 Jahre, in denen er als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde gelenkt hat. Er beschränkt sich am Ende seines Videos auf fünf Punkte, die Bedeutung haben: Es ist dies zum einen der Bau des Samariterstifts Sonnenbühl in Willmandingen. Weiter die Umwelt: »Im Bereich Klimaschutz und regenerative Energien haben wir Pionierarbeit geleistet. Sonnenbühl war eine der ersten Gemeinden, die ihre Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt haben.« Und dann ist da noch der Windpark Hohfleck mit einer Nennleistung von 21 Megawatt, der am 9. Mai 2026 eingeweiht werden soll. Der Breitbandausbau geht voran, dafür »haben wir uns mit der OEW einen starken Partner ins Boot geholt.« Außerdem sei es gelungen, mit Hallen, Rathäusern in den Ortsteilen und Ortsbüchereien, Kindergärten und Schulen wichtige Infrastruktur zu erhalten.

In seiner letzten Weihnachtsansprache als Bürgermeister wolle er den »Blick auf unsere Gemeinde richten, auf Möglichkeiten, wie wir vor Ort Positives bewegen können«. Er erinnert an ein »bewegtes und bedeutendes Jahr«, insbesondere an das fünfzigjährige Bestehen der Gemeinde Sonnenbühl, deren Entstehen 1975 »keine Liebesheirat aus freien Stücken, sondern lokales Ergebnis der Gemeindereform des Landes« war, ein Zusammenschluss, gegen den sich damals dreiviertel der 5.349 Bewohner der vier Albgemeinden Undingen, Genkingen, Erpfingen und Willmandingen ausgesprochen hätten. »50 Jahre nach dem Zwangszusammenschluss können wir feststellen, dass sich dieser bei aller anfänglicher Skepsis bewährt hat.« Heute stehe Sonnenbühl mit seinen rund 7.100 Bewohnern gut da und werde von mancher Gemeinde beneidet. Die einzelnen Dörfer hätten ihre Infrastruktur alleine nicht erhalten oder neu schaffen können, »wie wir diese heute in Sonnenbühl haben«.

Und deshalb hat Sonnenbühl in diesem Jahr kräftig gefeiert, zig Veranstaltungen gab’s, jede Menge Aktivitäten, mit denen sich Menschen, Vereine, Institutionen nach dem ersten halben Jahrhundert selbst ein Geschenk gemacht haben, »Sonnenbühl hat gekegelt, gepflanzt, sich rausgeputzt, gesungen, hat Spaß gehabt, ist abgetaucht, hat gefeiert, hat geglotzt, ist gelaufen, geradelt, hat getanzt, geboult und geschmettert«, zählt Morgenstern auf. Besondere Momente gab es mit dem Konzert der Württembergischen Philharmonie und dem Festabend, mit dem Projektchor unter Leitung von Nadja Schmiling. Als Ergebnis aus einem Fotowettbewerb ist ein Jubiläums-Kalender entstanden, mit zwölf herrlichen Motiven aus der Gemeinde.

Ein ereignisreiches Jahr

Und auch sonst war 2025 ein Jahr der Ereignisse und Veranstaltungen, von denen Uwe Morgenstern nur einige nennt. Zum Beispiel die Fusion der evangelischen Kirchengemeinden, der Frühlingsmarkt in Erpfingen, der Gemeinderat hat einen Haushalt mit 32 Millionen Euro Gesamtvolumen geschnürt. Der TSV Genkingen habe die Sensation, den Aufstieg in die Landesliga verpasst, es wurde die große Jubiläums-Hockete gefeiert, die 100-Jahr-Jubiläen von Kirchenchor Erpfingen und Posaunenchor Genkingen. Beim Ranking der im Internet während der Sommermonate meistgesuchten Schauhöhlen landeten die Bärenhöhle auf Platz eins, die Nebelhöhle auf Platz fünf. Es gab jede Menge Baumaßnahmen, der SonnenTigeR wurde wieder eröffnet, das Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht. Der Gemeinderat kam zu zwölf Sitzungen zusammen, bearbeitete 146 Tagesordnungspunkte, entschied über 36 Baugesuche. Und auch die Zahlen für seine 16 Jahre als Bürgermeister hat Uwe Morgenstern parat: Seit 2010 stehen auf der Tätigkeitsliste 219 Sitzungen, 2.555 Tagesordnungspunkte und 110 Baugesuche.

»Städte und Gemeinden sind der Ort der Wirklichkeit, wo Politik, Gesetze und Infrastruktur zur Realität werden«, konstatiert er. »Wir haben sicher nicht alles, aber sehr vieles richtig gemacht.« Und so dankt er auch den Gemeinderäten, seinen beiden Vorgängern Dieter Winkler und Gerrit Elser, der Verwaltung, seinen Stellvertretern, den Ortsvorstehern und Ortschaftsräten und, all denen, die sich in der Gemeinde eingebracht haben.

Was dieses Jahr eben auch noch besonders gemacht hat, war die Bürgermeisterwahl im Herbst, zu der vier Kandidaten angetreten waren und die Michael Schmidt im ersten Wahlgang am 9. November mit rund drei Viertel der Stimmen gewonnen hat. Dass es den Sonnenbühlern alles andere als egal ist, wer ihr Bürgermeister wird, zeigte die hohe Wahlbeteiligung von knapp 70 Prozent und das große Interesse an den offiziellen Kandidatenvorstellungen in allen vier Ortsteilen und dem GEA-Wahlpodium, beide zogen jeweils mehr als 1.000 Besucher an, innerhalb einer Woche hätten sich so rund 20 Prozent der Wahlberechtigten ein Bild des Bewerberfeldes gemacht. »Ein starkes Zeichen der Demokratie«, sagt Morgenstern, der sein Wort auch an seinen Nachfolger, den vierten Bürgermeister von Sonnenbühl richtet: »Alles Gute und viel Fortune« wünscht er dem neuen »Bürgermeister der schönsten Gemeinde im schönsten Landkreis des Landes«. Schmidts Amtsantritt ist am 26. Januar, seine Vereidigung am 29. Januar.

Uwe Morgenstern kommt zum Schluss: »Seit dem 25. Januar 2010 darf ich Bürgermeister unserer schönen und meiner Heimatgemeinde Sonnenbühl sein. Liebe Sonnenbühlerinnen, liebe Sonnenbühler, ich mach’s kurz: Es war und ist mir eine Freude und Ehre, bis zum 24. Januar 2026 euer Bürgermeister zu sein. Ich bitte euch, meinem Nachfolger Michael Schmidt mit der gleichen Offenheit und viel Vertrauen zu begegnen. Lasst uns positiv ins nächste Jahr und in die Zukunft blicken. (,,,) Euer Uwe Morgenstern.« (GEA)