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Trochtelfinger Online-Umfrage: Eine Eins mit Fragezeichen

Wie sieht es aus mit der Bürgernähe der Verwaltung? Das wollte der GEA von seinen Lesern wissen. Das Ergebnis ist überraschend.
Wie sieht es aus mit der Bürgernähe der Verwaltung? Das wollte der GEA von seinen Lesern wissen. Das Ergebnis ist überraschend. FOTO: FISCHER
Wie sieht es aus mit der Bürgernähe der Verwaltung? Das wollte der GEA von seinen Lesern wissen. Das Ergebnis ist überraschend. FOTO: FISCHER

Online-Umfragen sind etwas Praktisches: Jeder kann sich ohne großen Aufwand beteiligen und seine Meinung äußern. Online-Umfragen können aber auch etwas Kritisches sein: Ob alle abgegebenen Voten echte Meinungen widerspiegeln, ist unmöglich zu verifizieren. Wer mit etwas Ausdauer die Umfrageseite immer wieder und immer wieder aufruft, der kann auch immer wieder abstimmen … Und damit das Ergebnis womöglich ordentlich verfälschen.

Bei unserem GEA-Ortscheck hatten wir uns darüber eigentlich keine Sorgen gemacht: Sehr unwahrscheinlich, dass die Trochtelfinger oder Wannweiler oder – demnächst – Rommelsbacher an einer Umfrage der Tageszeitung herumtricksen, um ihre Gemeinde besser dastehen zu lassen. So viel Vertrauen haben wir in unsere Leser.

Über die Online-Ergebnisse der Trochtelfinger Umfrage sind wir jetzt aber gestolpert. Da sind übers Wochenende plötzlich fast dreihundert Stimmen aufgetaucht, und zwar alle an einer einzigen Stelle: bei der Frage, wie bürgerfreundlich Trochtelfingens Verwaltung ist, und hier bei der Note eins. Fast dreihundert Stimmen, die nur zu dieser einzigen Frage abgegeben wurden? Und immer für die Bestnote? Kann das sein?

Wie bürgernah ist die Trochtelfinger Verwaltung wirklich? Am Freitagabend pendelten die meisten Meinungen dazu zwischen den Schulnoten zwei und vier, wobei auch etliche Male eine glatte Sechs vergeben wurde. Ein paar Einser waren auch dabei – aber nicht 317 wie am Montagmorgen.

Auffällig dabei ist weiter, dass die Ergebnisse der Telefonumfrage so ziemlich das bestätigen, was online bis Freitagabend abzusehen war: die Mehrheit der Stimmen im Mittelfeld, kein einziges Mal die Sechs, aber auch nur einmal die Eins. Erst übers Wochenende hat sich die Tendenz dann komplett gedreht.

Um ein ernüchterndes Fazit kommen wir damit nicht herum: Diese Zahlen stimmen nicht. Die vielen Einser für die Trochtelfinger Stadtverwaltung stechen so sehr heraus aus dem Gesamtbild, dass wir gar nicht anders können, als Manipulation zu unterstellen – von wem auch immer. Irgendjemand hat sich ganz offensichtlich einige Mühe gemacht, um das Ergebnis bei dieser einen Frage zu schönen.

Schade. Uns hätte schon interessiert, wie die Trochtelfinger wirklich über die Bürgernähe ihrer Stadtverwaltung denken. Der Einser, der jetzt im »Schulzeugnis« steht, verdient jedenfalls ein dickes Fragezeichen.

 

dew@gea.de