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Trochtelfinger Forst: Besseres Ergebnis mit weniger Holz

Der Trochtelfinger Gemeinderat stimmt dem Waldwirtschaftsplan für das Jahr 2026 zu

Der Holzeinschlag bringt der Stadt Trochtelfingen Erträge.  FOTO: SCHUTT/DPA
Der Holzeinschlag bringt der Stadt Trochtelfingen Erträge. FOTO: SCHUTT/DPA
Der Holzeinschlag bringt der Stadt Trochtelfingen Erträge. FOTO: SCHUTT/DPA

TROCHTELFINGEN. Jedes Jahr kurz vor Weihnachten diskutiert der Trochtelfinger Gemeinderat den Forsthaushalt. Gast ist jeweils Franz-Josef Risse, Leiter des Kreisforstamts Reutlingen, der auch am Dienstagabend den Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr vorstellte sowie die Abrechnung für 2024 und die voraussichtliche Bilanz für 2025 präsentierte.

Risse ging zunächst auf das abgeschlossene Forstwirtschaftsjahr 2024 ein. Geplant war seinen Worten zufolge, insgesamt 14.800 Festmeter Holz einzuschlagen, tatsächlich waren es am Ende nur 12.650 Festmeter bei etwas mehr Nadel- als Laubholz. Trotz der Tatsache, dass mehr als 2.000 Festmeter Holz weniger eingeschlagen wurden, liege der Erlös mit 261.350 Euro um 8.350 Euro über dem Plan.

Risse führte das die auf die guten Verkaufspreise beim Fichtenholz zurück. Bei dem anvisierten Einschlag wäre das Ergebnis um rund 60.000 Euro höher gewesen. »Für die fehlenden 2.000 Festmeter Holz haben jedoch zwei Mitarbeiter gefehlt«, so der Kreisforstamtsleiter.

»Ein gutes Jahr im Wald war auch 2025«, sagte Risse. »Es gab ausreichend Regen, wir hatten wenig Befall durch Käfer und Sturmschäden blieben aus.« In diesem Jahr beträgt der Einschlag bis jetzt 14.070 Festmeter.

Für 2026 plant die Forstverwaltung mit 14.490 Festmetern Holzeinschlag. Die Holzerlöse sind mit 913.690 Euro angesetzt und werden als Erträge verbucht, die Aufwendungen für die Holzernte liegen bei 669.100 Euro. Auch im kommenden Jahr seien Planansätze für den Unterhalt der Waldwege, Kulturen sowie für Wald- und Wildschutz vorgesehen.

Zwei Stellen fehlen

Bei den Erträgen sind Zuwendungen aus dem Klima-Wald-Management in Höhe von 127.840 Euro eingeplant. »Ohne diese Zuwendungen würde sich der Überschuss des Ergebnisses auf 119.150 Euro verringern«, betonte Risse. Im Investitionsplan 2026 sind keine Beschaffungen vorgesehen. Für das kommende Jahr steht somit unter dem Strich ein »Überschuss« von 244.590 Euro, ähnlich wie für das beinahe abgelaufene Jahr. Der hätte nach Meinung des Kreisforstamtsleiters allerdings leicht die 300.000-Euro-Grenze erreichen können, wenn mehr Personal zur Verfügung stünde. Risse sprach von zwei zusätzlichen Stellen.

»Wir sind erfolgreich im Wald«, stellte Bürgermeisterin Katja Fischer fest. Sie dankte auch den Revierförstern Martin Mauser und Martin Tschöpe.

Andreas Brunner wollte wissen, ob die Forstverwaltung selbst ausbilde, um damit die beiden fehlenden Stellen zu besetzen. »Nein, dies ist mit zu viel Aufwand verbunden«, entgegnete Revierförster Tschöpe. Das Problem liege jedoch woanders, hob er hervor. »Der Beruf des Waldarbeiters ist zwar durchaus interessant, aber er ist verbunden mit schwerer körperlicher Arbeit und dies bei Wind und Wetter. Zudem stimmt im Vergleich zur Industrie die Bezahlung nicht.«

Herbert Stelz riet angesichts der Tatsache, dass von den vorhandenen vier Waldarbeitern einer kurz vor der Rente steht, sich um die personelle Situation zu kümmern und zusätzliche Waldarbeiter einzustellen. Laut Bürgermeisterin Fischer hatte die Stadt schon zwei potenzielle Kandidaten, die aber kurzfristig wieder abgesprungen seien.

Armin Zeiler kritisierte die hohen Verwaltungskosten im Forstbereich. »Hier muss ich Wasser in den Wein schütten«, sagte Franz-Josef Risse. Die Gebühren werden seiner Auffassung nach in den nächsten Jahren eher steigen. Tschöpe insistierte nochmals, die Personalprobleme anzugehen. »Dieses Jahr tut uns angesichts des guten Holzpreises jede Fichte weh, die nicht eingeschlagen wird.« Ohne Gegenstimme billigte das Gremium den Betriebsplan 2026 und ebenso den Vollzug des Betriebsplans für 2024. (GEA)