TROCHTELFINGEN. Das DRK Mägerkingen-Hausen ist aktiv. Bis vor sechs Jahren hatte es zwei kleinere Termine im Mai und Spätsommer in Mägerkingen angeboten. Nach der Auflösung des DRK-Ortsvereins Trochtelfingen 2019 kam die Anfrage des Blutspendedienstes, ob das DRK Hausen-Mägerkingen, ob der Ortsverein die großen Termine in der Werdenberghalle übernehmen wolle. Er tat es, allerdings bewältigt er die beiden Blutspendetermine des Jahres im Sommer und im Herbst komplett selbst, ohne Unterstützung des Kreisverbands. Die Menge an Blutkonserven, »die wir mit diesen zwei Spendenterminen generieren, schaffen andere Ortsverbände oft nicht mit vier oder fünf Terminen«, lobt Bereitschaftsleiter Eberhard Pilger das Engagement der Trochtelfinger, mit einer Blutspende Erkrankten zu helfen, und sein Ortsverein-Team. Beim ersten Termin 2025 kamen 242 Spendenwillige, 229 Konserven wurden gefüllt, 15 Erstspender konnten begrüßt werden. Im Herbst waren es 238 Spender, davon 38 Erstspender, die für 225 Konserven sorgten.
Die Zahlen derjenigen, die 2025 zum zehnten, 25., 50., 75. und 100. Mal zu einer Blutspende kamen, beläuft sich auf 745 Spender, die gemeinsam 372,5 Liter Blut gaben. Nicht alle dieser Spender waren zur Ehrung (siehe Box) im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres gekommen, ihre Urkunden und Ehrennadeln erhalten aber alle sieben zehnmaligen, fünf 25-maligen, drei 50-maligen, vier 75-maligen Spender, Ursula Kast, ehemalige Gemeinderätin, war anwesend und konnte für 100-maliges Blutspenden ihre Auszeichnung und ein Geschenk der Stadt in Empfang nehmen.
Die Blutspender
745 Blutspender sind 2025 zu den beiden Terminen des DRK Mägerkingen Hausen gekommen. Nicht alle, die zehn oder mehr Spenden gegeben haben, waren in der Gemeinderatssitzung. Stellvertretend für alle wurden elf Spender geehrt. Für zehn Spenden: Katja Bangert, Maksim Chulkin, Michelle Reinhardt und Steven Welsch. Für 25 Spenden: Bianca Glück und Pia Stooß. Für 50 Spenden: Karl-Heinz Schmid. Für 75 Spenden: Ute Hack, Helmut Heinzelmann und Werner Schnitzer. Und für 100 Spenden: Ursula Kast. (cofi)
Mit den Blutspendeterminen helfe man nicht nur Erkrankten, sagt Eberhard Pilger, sondern auch den DRK-Bereitschaften. Die erhielten einen Betrag X pro Spender vom Blutspendedienst, um für Vesper & Co. zu sorgen, was nicht dafür verwendet wird, kommt dem Ortsverein zugute. »Das ist ein wichtiger Baustein für unsere Finanzierung«, sagt Pilger, denn anders als bei der Feuerwehr erhält das DRK keine Unterstützung der Stadt, sondern muss selbst erwirtschaften, was wiederum in Arbeit und Ausstattung investiert wird. Umso wichtiger, weil die Altkleidersammlungen nicht mehr durchgeführt werden können, der Markt ist eingebrochen (der GEA berichtete mehrfach).
2025 habe das DRK Hausen-Mägerkingen viel Geld in Material, Gerätschaften und Übungsgeräte investiert. Unter anderem wurden für 10.000 bis 12.000 Euro sechs einheitlich ausgestattete Notfallrucksäcke für die DRK-Bereitschaft angeschafft, so weiß jeder, welches Material an welcher Stelle zur Verfügung steht, gut, wenn es schnell gehen muss. Außerdem investiere das DRK fortwährend in den Bevölkerungsschutz. Im Lager befinden sich 50 Schlafliegen, Decken, Hygieneartikel, sechs große, tragbare Verbandskästen wurden beschafft, außerdem stehen fünf Indoor-Gasheizungen zur Verfügung. In das Helfer-vor-Ort-System investiert der DRK-Ortsverein jährlich 6.000 bis 8.000 Euro, um dieses HvO-Team aufrechtzuerhalten hat die Gruppe seit 2019 bereits 40.000 Euro in die Hand genommen.
Alle 1,6 Tage ein Einsatz
Im Schnitt sind die Helfer vor Ort 220 bis 240 Mal pro Jahr im Einsatz unterwegs und überbrücken die Zeit, bis Rettungswagen und/oder Notarzt eintreffen. »2025 hatten die Helfer vor Ort bereits 225 Einsätze«, das bedeutet, sie seien durchschnittlich alle 1,6 Tage ausgerückt. Und nähmen dafür persönlich auch finanzielle Einbußen in Kauf. Zwar ist das ehrenamtliche Engagement als HvO immens wichtig, verlassen die DRK-Mitglieder aber ihren Arbeitsplatz, um Menschen in Not zu helfen, werde ihr Lohn für diese Zeit nicht weitergezahlt. Auch während der Freizeit, an Sonn- und Feiertagen, im Urlaub, tagsüber oder nachts leisten sie diesen Dienst unentgeltlich.
Für 2026 hat sich das DRK Mägerkingen-Hausen vorgenommen, wieder selbst etwas zu spenden. Zum Beispiel zwei neue Defibrillatoren - es gibt bereits welche unter anderem am Lauchertsee, in Steinhilben oder in Trochtelfingen in der Sparkasse. Nun sollen auch die Schulturnhallen in Mägerkingen und Trochtelfingen mit einem solchen Gerät ausgestattet werden. Erst im Oktober habe es einen Notfall in Mägerkingen gegeben, der gut ausgegangen sei, weil die HvO mit einem Defi schnell vor Ort waren. Dem Patienten gehe es wieder gut. »Wir haben unsere Lehre daraus gezogen«, die Geräte helfen, Leben zu retten und können von jedem bedient werden. Apropos Defi in der Sparkasse: Während der Sanierung der Bankfiliale befindet sich der Defibrillator im Container neben dem Gebäude.
Jugendrotkreuzgruppe gibt's seit einem Jahr
Außerdem positiv zu verzeichnen sei, dass es seit etwa einem Jahr wieder eine Jugendrotkreuzgruppe in Trochtelfingen beziehungsweise Mägerkingen gibt. Lisa Ebinger und Svenja Heinzelmann starteten im Januar 2025 das Angebot, das sich an Kinder und Jugendliche ab acht Jahren aus dem gesamten Stadtgebiet und allen Ortsteilen richtet.
Termin zum Vormerken: Am Samstag, 17. Januar, ab 18 Uhr lädt der DRK Ortsverein Mägerkingen-Hausen wieder auf dem Dorfplatz in Mägerkingen zu einer »Winternacht im Dorf« ein, um bei Punsch, Glühwein und Kaltgetränken zusammen zu sein, zu schwätzen und den Winter unter freiem Himmel zu genießen. Außerdem wird »Äppelglögg« aus der schwedischen Provinz Småland, verfeinert mit Zimt, Orange, Vanille und Ingwer, angeboten. Zum Essen gibt es Waffeln, Gulaschsuppe und heiße Rote. Schwedenöfen und Lagerfeuer sorgen für angenehme Wärme. Um circa 18.30 Uhr starten Groß und Klein zu einem Fackelzug durchs Dorf. (GEA)

