MARBACH. Tänzelnde Hengste, rasante Kutschfahrten, springende Muskelpakete, verspielte Fohlen samt Stuten, aufeinander abgestimmte Quadrillen und galoppierende Araber – rund 250 Akteure und 140 Pferde boten bei der Premiere ein herrliches Bild in der Gestütsarena und sorgten für Begeisterung unter den zahlreichen Zuschauern. Fasziniert verfolgten diese das rund vierstündige Schauprogramm unter blauem Herbsthimmel vor historischer Kulisse.
Vertreter des Gastlandes Sloweniens waren schon vor einer Woche mit 20 schönen weißen Schimmeln angereist, um sich gemeinsam mit Marbacher Pferden und Menschen auf diese Hengstparade vorzubereiten. Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Fahren – all diese Disziplinen wurden in aufwändig inszenierten Schaubildern und Vorführungen eindrucksvoll vor Augen geführt. In Lipica werden die begabtesten Hengste bis zu den sogenannten Erhebungen und Schulsprüngen der »Hohen Schule« gefördert. So beeindruckten vor allem die Dressurdarbietungen dieser »weißen Perlen« mit den Schulsprüngen »Courbette« und »Kapriole«, bei denen sich alle vier Beine der Pferde in der Luft befinden.
Zwei-, vier-, sechs- und sogar achtspännige Kutschen, gezogen von slowenischem Kaltblut, von Lipizzaner, vom Schwarzwälder Kaltblut und vom Deutschen Sportpferd, gaben Zeugnis von höchster Fahrkultur, die sowohl in Marbach als auch in Lipica gepflegt und mit viel Einsatz und Aufwand betrieben wird. »Von der Koppel bis zur Kapriole« – sowohl in Marbach als auch in Lipica bauen die Fohlen ein inniges Vertrauensverhältnis mit den Menschen im Gestüt auf. Auch Marbachs ganzer Stolz, die Fohlenaufzucht, durfte deshalb im Programm nicht fehlen. In Begleitung ihrer Mütter präsentierten sie sich auch in der Arena als junge Grazien, die schon bald in die Jungpferdeaufzucht wechseln dürfen.
Nicht nur das Lipizzaner-Pferd ist in Slowenien ein Kulttier, sondern auch die Honigbiene. Deshalb wurde auch ihr ein Augenmerk mit Bienenschwarm – dargestellt von Kindern des Kinderclubs Julmonds Marbach, der Voltigiergruppe sowie aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb –, einem Imkerwagen des Bezirksimkervereins Münsingen und mit berittenen Imkern gewidmet. Ein besonderes Schmankerl voller Spannung stellte der freundschaftliche Wettbewerb der Vielseitigkeitsreiter aus Slowenien und Marbach dar. Sie maßen sich im Gespann-Rennen und beim Springreiten, woraus die Pony-Gruppe als viel umjubelte Siegerin hervorging.
Eine Hengstparade ohne Silberne Herde als das »Tafelsilber des Württembergischen Königshauses«, wie es Moderator Jan Tönjes treffend beschrieb, ist unvorstellbar. Auch in diesem Jahr rasen die Araber wieder mit wehenden Mähnen durch die Arena. Mit der »Ungarischen Post« gelang Thomas Schick und Annalena Todt stehend auf ihren Pferden eine artistische Meisterleistung, während Reiter beider Gestüte in den traditionellen Galauniformen die Große Marbacher Quadrille präsentierten.






