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Aktuell Energie

Strom in Sonnenbühl bis 2048 gesichert

Gemeinderat Sonnenbühl vergibt Konzessionsvertrag an die Netze BW. Die Laufzeit beträgt 20 Jahre

SONNENBÜHL. Alle 20 Jahre muss der Strom-Konzessionsvertrag neu ausgehandelt und abgeschlossen werden. Der Sonnenbühler Vertrag mit der Netze BW GmbH läuft Ende 2028 aus, er muss deshalb frühzeitig ausgeschrieben werden, damit Unternehmen ihr Interesse bekunden können. Das hat die Gemeinde im August getan. Nur ein Unternehmen hat sich daraufhin gemeldet – es ist wieder die Netze BW. Regionalmanagerin Christina Schanne informierte den Gemeinderat über das Verfahren und den Vertrag. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, den Vertrag mit der Netze BW zu unterzeichnen.

Für 20 Jahre vergeben Kommunen Konzessionsverträge an Stromversorger. Dann werden die Karten neu gemischt, damit auch ein anderes Unternehmen zum Zug kommen kann. Doch keines außer der Netze BW will Sonnenbühl künftig mit Strom versorgen. Für beide Seiten gut, es besteht eine gute Kooperation zwischen Kommune und Netzbetreiberin. Wettbewerb gebe es schon, sagte Schanne, vor allem in Randgebieten, aber Stromversorger überlegen sich ganz genau, in welcher Region sie sich engagieren wollen. Denn ins Netz muss kräftig investiert werden, vor allem auch, um der Energiewende gerecht zu werden.

160.000 Euro für Gemeinde

Jedes Jahr kommt Schanne in den Sonnenbühler Gemeinderat und gibt einen Überblick darüber, was die Netze BW in den vergangenen Monaten geleistet hat. Früher war der Grundversorger auch der Netzbetreiber. Das ist heute nicht mehr so. Grundversorger ist das Unternehmen mit den meisten Kunden. Die Sonnenbühler können ihren Strom also auch von anderen Anbietern beziehen.

Nach der Ausschreibung des Stromkonzessionsvertrags hatten Unternehmen drei Monate Zeit, um ihr Interesse zu bekunden. Nach dem Gemeinderatsbeschluss, der einstimmig gefasst wurde, kommt die Prüfung der Rechtsaufsichtsbehörde, die Freigabe und dann die Vertragsunterzeichnung. Der Vertrag regelt, dass der Netzbetreiber öffentliche Straßen für den Bau und Betrieb von Leitungen nutzen darf und die Bewohner mit Strom versorgt, als Gegenleistung zahlt der Netzbetreiber eine Konzessionsabgabe dafür. 2024 betrug die Stromkonzessionsabgabe rund 159.584 Euro, 160.000 Euro sollen es künftig sein. Sie bemisst sich nach der im Netzbetrieb durchgeleiteten Energie und dem Verbrauch in der Gemeinde. Der neu ausgearbeitete (Muster-)Vertrag hat ebenfalls eine Laufzeit von 20 Jahren, er beginnt am 1. Januar 2029 und endet am 31. Dezember 2048. Es sei denn, die Gemeinde macht Gebrauch von einem Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren, eine Novelle im Vertrag.

Koordination von Bauvorhaben

Die Netze BW stimmt sich eng mit der Kommune ab, wenn sie Bauvorhaben plant. Ob Straßen-, Kanal- oder Wasserleitungssanierungen oder Arbeiten zum Breitbandausbau – Gemeinde und Netzbetreiber versuchen, dass Straßen nicht zweimal aufgerissen werden. (cofi)