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Aktuell Haushalt

Sparen ist angesagt in St. Johann

Kämmerer Manuel Reiner stellt im Gemeinderat eine Streichliste vor. Wassergebühren steigen

Das Rathaus in St. Johann.
Das Rathaus in St. Johann. Foto: GEA
Das Rathaus in St. Johann.
Foto: GEA

ST. JOHANN. Bei der ersten Beratung des Haushalts stand am Ende der Liste ein Fehlbetrag von 1,3 Millionen Euro. Dies führte in der jüngsten Sitzung des St. Johanner Gemeinderats zu einer Vorschlagliste für Einsparungen, die Kämmerer Manuel Reiner vortrug.

Der größte Brocken auf dieser Liste sind 100.000 Euro, die im Ergebnishaushalt bei der Straßenunterhaltung gestrichen werden, sowie 87.000 Euro beim Personal. Gekürzt wird auch bei der Feldwegeunterhaltung: 20.000 Euro fallen weg. Weitere knapp 20.000 Euro werden im Bereich Schule gekürzt, sei es bei der Gebäudeunterhaltung oder Ausstattung.

Gleichzeitig hat die Gemeinde die Hiobsbotschaft erreicht, dass auch der Landkreis sparen muss und die Schülerbeförderung per Bus nach Gomadingen eingestellt hat: Kostenpunkt 25.000 Euro für das Jahr 2026. Fakt ist, die Kosten würden bei der Kommune hängen bleiben, wenn sie nicht auf die Eltern umgelegt würden.

Alles zusammengenommen, lässt sich der Fehlbetrag um 240.750 Euro reduzieren. Mit Mehreinnahmen von 324.650 Euro im Ergebnishaushalt reduziert sich das Minus im Haushalt auf 618.463. Dem überarbeiteten Haushaltsplan mit einer maximalen Kreditaufnahme von 2,8 Millionen Euro, die hoffentlich nicht benötigt wird, wie Reiner betonte, stimmte der Gemeinderat letztlich mit einer Enthaltung zu.

»Wir kriegen einen genehmigungsfähigen Haushalt hin«

Die gute Nachricht verbreitete Bürgermeister Florian Bauer zum Schluss: »Wir kriegen einen genehmigungsfähigen Haushalt hin«, betonte er, merkte aber gleichzeitig an: »Aber ein Negativhaushalt ist kein Dauerzustand.« Wie das zu schaffen ist, fragten sich auch Mitglieder des Gemeinderats und nannten als Beispiel die Stadt Reutlingen, die plane, 200 Personalstellen abzubauen. »Wenn wir langfristig über eine Konsolidierung des Haushalts reden, müssen wir über den Personalaufwand sprechen«, stimmte Bürgermeister Bauer zu.

Wasser wird teurer, das war die Quintessenz aus dem Vortrag von Kämmerer Manuel Reiner zum Eigenbetrieb Wasserversorgung. Laut Kalkulation entsteht ein durch die Verbrauchsgebühren zu deckender Aufwand von 754.879 Euro. Als Bemessungsgrundlage, so Reiner, diene die verkaufte Frischwassermenge, die mit 215.000 Kubikmetern festgesetzt wurde. Dadurch ergebe sich für das Jahr 2026 eine Gebührenobergrenze von 3,51 Euro pro Kubikmeter Wasser, bei der die Wasserversorgung St. Johann kostendeckend arbeite.

Um jedoch einen Ertrag für den Kernhaushalt erwirtschaften zu können, ist seinen Worten zufolge eine entsprechend höhere Wassergebühr erforderlich. Um den Mindesthandelsbilanzgewinn von 30.000 Euro und die maximal mögliche Konzessionsabgabe in Höhe von 75.487 Euro erwirtschaften zu können, ist eine Gebühr von 4,03 Euro pro Kubikmeter Wasser erforderlich. Mit zusätzlich sieben Prozent Umsatzsteuer erhöht sich der Wasserpreis in St. Johan auf 4,13 Euro.

»Mit diesem Preis liegt St. Johann im Verhältnis zu den umliegenden Kommunen im oberen Bereich«, erklärte Reiner. Auf Nachfragen aus dem Gremium räumte er ein, dass ein Preistreiber unter anderem die hohen Wasserverluste seien, denen die Verwaltung – auch mithilfe der Feuerwehr – systematisch auf den Grund zu gehen versuche. Ursächlich sei das alte Wasserleitungsnetz in vielen Teilen St. Johanns.

Auch das Abwasser wird teurer – nicht zuletzt um Kostenunterdeckungen aus dem Jahr 2020 beim Schmutzwasser und dem Niederschlagswasser zu decken. Der Gemeinderat setzte folgende Gebühren fest: Für die Schmutzwasserbeseitigung werden 4,38 Euro pro Kubikmeter verlangt, für das Niederschlagswasser 0,36 Euro je Quadratmeter.

Zum Abschluss der letzten Sitzung des Jahres 2025 gab Bürgermeister Florian Bauer einen kurzen Abriss der wichtigsten Themen – angefangen bei der Windkraft bis zum Heizungstausch im Dorfgemeinschaftshaus in Gächingen und Upfingen. Bauer sprach von »der besten Rathausmannschaft, die ich mir vorstellen kann«, und lobte die gute Zusammenarbeit im Gremium zum Wohle der St. Johanner Bürgerinnen und Bürger – auch wenn immer mal wieder konstruktiv gestritten werde: »Demokratie ist Raufen nach Regeln.«

Gemeinderätin Sonja Döhler dankte im Namen des Gemeinderats dem Bürgermeister und der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit. (GEA)