SONNENBÜHL. Ein Denkmal muss des Nachts beleuchtet sein. Dachte sich Johann Hölz und schritt zur Tat. Im Sommer hatte er im Garten seines Ferienhäusles in Sonnenbühl einen Nachbau von Schloss Lichtenstein im Maßstab 1:10 errichtet. Nun im Advent setzt er ihn gekonnt in vorweihnachtliche Szene. 3.000 Lämpchen an rund 100 Meter Lichterketten glänzen nach Einbruch der Abenddämmerung ab 17 Uhr um die Wette mit den bald an klarem Himmel aufgehenden Sternen. Adventliche Idylle pur.
»Ich hab schon auf den Stromzähler geschaut«, sagt Johann Hölz, exponentiell schießen die Kosten nicht in die Höhe. Auch im Innenraum sorgt eine 40-Watt-Birne für warmes Licht, so sieht der Mini-Lichtenstein mit gedämpftem Licht bewohnt und heimelig aus. Bis 21 Uhr ist der Lichterzauber täglich und noch bis zum 6. Januar dank Zeitschaltuhr pünktlich zu erleben. So mancher Spaziergänger und vor allem Kinder freuen sich an dem leuchtenden Adventsleuchten. Ein wenig Mühe kostete es schon, vor allem mit der Leiter bis zu den Zinnen des 4,20 Meter hohen Turms zu gelangen und die Lichterketten zu befestigen. »Aber die Mühe hat sich gelohnt«, sagt Johann Hölz, der gerne selbst ein paar Minuten verweilt, um sein Werk zu betrachten.
Vielleicht, nur ganz vielleicht wird auch noch der Traum wahr, auf dem Turm eine Fahne zu hissen, vielleicht sogar eine maßstabsgerechte Original-Lichtenstein-Fahne. Und hohen Besuch am Lichtenstein-Modell zu empfangen, denn Johann Hölz würde sich freuen, wenn er irgendwann einmal den »echten« Schlossherrn, Karl Philipp Fürst von Urach, an seinem Nachbau begrüßen dürfte.
An den Wochenende lässt sich vorher samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr der Blick auf den beleuchteten Lichtenstein mit dem Besuch im Kunsthaus Alte Schule verbinden. Dort sind noch bis zum 6. Januar 2026 Bilder von Tutti Karkossa, Gerd Schuler und Johann Hölz ausgestellt, bevor ab dem 11. Januar 2026 Traude Schrade Malerei und Christian Gogollok Bildhauerei präsentieren werden.
Johann Hölz hat natürlich unter anderem reichlich Lichtenstein-Bilder an den Wänden hängen. Die, die er mit güldener Farbe weihnachtlich gemalt hat. Aber auch neuere Gemälde, die eher eine blaue Phase eingeläutet haben. Hier hat Hölz Indigo verwendet, mit insgesamt nur drei Farbtönen gestaltet, präsentiert sich das Märchenschloss in idyllischer Schneelandschaft.
Zwei neue Lichtenstein-Motive zieren auch die Blätter für Februar und November des Kalenders 2026 »Bei uns dahoim«, den Johann Hölz mit zwölf seiner Ölgemälde gestaltet hat. »Es sind alles neue Bilder«, sagt Johann Hölz, insgesamt 27 hat der unermüdliche Maler im Jahr 2025 auf die Leinwand gebracht. »Dahoim« - diesen Begriff hat Hölz etwas weiter gefasst, denn auch Motive von der Mosel, vom Bodensee, aus der Donauregion haben es auf Kalenderblätter geschafft. Es sind noch Exemplare vorhanden.
Ausstellung in der Alten Schule
Sein Kunsthaus Alte Schule in der Hauptstraße 30 in Sonnenbühl-Undingen öffnet Johann Hölz an den Wochenenden, samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Unter dem Titel »Sonnenbühler Weihnacht« sind dort bis zum 6. Januar 2026 Bilder von Tutti Karkossa, Gerd Schuler und Johann Hölz zu sehen. »Form trifft Farbe« heißt dann die neue Ausstellung, die mit der Vernissage am Sonntag, 11. Januar 2026, um 15 Uhr beginnt. Eine Einführung in die Malerei von Traude Schrade und Bildhauerei von Christian Gogollok gibt Dr. Karl Peter Krauss, musikalisch umrahmen die Eröffnung Mick an Alan. Die neue Ausstellung bleibt dann bis zum 1. Februar 2026 geöffnet. (cofi)
Und wer weihnachtliche Grüße verschicken will - mit Winterlandschaften oder natürlich mit Indigo- oder güldenem Lichtenstein -, für den hält Johann Hölz Postkarten bereit, einige davon sind sogar in glänzender Metallic-Optik gedruckt. Vielleicht verschickt er ja eine davon als Einladung an Karl Philipp Fürst von Urach? Auf jeden Fall erfahre der zumindest aus der Zeitung vom Lichterzauber am Lichtenstein in Sonnenbühl, meint Hölz, während er sein leuchtendes Werk im Garten seines Ferienhauses betrachtet. (GEA)





