SONNENBÜHL. Ein Punkt, der nicht auf der Tagesordnung des Gemeinderats stand, aber aus aktuellem Anlass in die Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend gehörte: Als Gast hatte sich Markus Schell, Kommunalberater bei der OEW Breitband GmbH, angekündigt. Mit sehr guten Neuigkeiten. Denn was bisher schleppend bis gar nicht lief, kann jetzt begonnen werden. Sonnenbühl kann alle unterversorgten Gebiete und Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Das galt bisher nur für die sogenannten weißen Flecken in den Dörfern der Gemeinde, also die schlecht versorgten Bereiche, wo surfen nur mit weniger als 30 Mbit/s möglich war.
2023 hatte die Gemeinde der OEW Breitband GmbH die Aufgabe übertragen, den Breitbandausbau zu übernehmen. Nun ist es gelungen, von Bund und Land auch die Förderung für die hell- und dunkelgrauen Flecken zu erhalten: Das sind Gebiete, in denen bisher Geschwindigkeiten von weniger als 100 Mbit/s (hellgrau) beziehungsweise weniger als 200 Mbit/s (dunkelgrau) gegeben sind. Bedeutet: Wer will, bekommt schnelles Internet, und zwar bis ins Haus. Bei jedem Haus, dessen Eigentümer später zustimmt, wird der Hausanschluss verlegt. Und das war lang nicht klar, nachdem das Bund-Länder-Förderprogramm für die grauen Flecken im Oktober 2022 in Schwierigkeiten geraten war.
Auch die Bärenhöhle und das Traumland bekommen schnelles Internet
Bedeutet also: 119 Haushalte liegen im Weiße-Flecken-Gebiet, 1.600 sind als graue Flecken aufgenommen. »Auch Randlagen werden angeschlossen«, sagt Schell. Der Gesamtausbau kann starten, auch abseits gelegene Gebäude oder Einrichtungen, wie zum Beispiel die Bärenhöhle und der Freizeitpark Traumland, erhalten schnelles Internet. Doch das braucht noch Zeit. Anders als noch vor einigen Jahren schreibt die OEW die Arbeiten nicht mehr als Gesamtpaket aus und sucht einen Generalübernehmer, der die Planung übernimmt und die Bauleistungen vergibt, sondern einen Generalunternehmer, der die Bauleistungen selbst ausführt.
Bis März 2026 sollen die Planungsleistungen ausgeschrieben werden, sodann die Tiefbauarbeiten. Spatenstich soll im März 2027 sein, Baustart im April, ebenso wird es zu dieser Zeit Infoveranstaltungen für die Sonnenbühler geben. Für die weißen Flecken hatte die Gemeinde bereits einen Förderbescheid über 4,7 Millionen Euro erhalten. Nun kommen noch einmal an die 15 Millionen Euro für die grauen Flecken hinzu. Insgesamt »verbuddeln wir 20 Millionen Euro in Sonnenbühl«, sagt Markus Schell.
Ausbau für die Gemeinde Sonnenbühl kostenfrei
Für die Grundstücks- beziehungsweise Hausbesitzer bedeutet das: Wenn sie sich jetzt nicht entscheiden, den Hausanschluss legen zu lassen, wird das nie wieder über eine Förderung möglich sein. Und wer in einem förderfähigen Gebiet liegt, bekommt den Hausanschluss kostenlos. Vom Ausbau-Volumen trägt der Bund 50 Prozent, das Land 40 Prozent, die restlichen zehn Prozent übernimmt die OEW, sodass die Gemeinde keinen Eigenanteil tragen muss. In Sonnenbühl wird von außen nach innen gearbeitet, dafür muss tatsächlich der Boden aufgegraben werden, um Glasfaser zu verlegen. Eine Trasse, die bereits fertig ist, könne dann auch schon ans Netz gehen, während an einer anderen noch gebaut werde.
Die OEW ist in sechs Landkreisen tätig, in manchen Bereichen befindet sich der Ausbau noch in der Planung, in anderen wird bereits gebaut. Insgesamt geht es um 1,637 Milliarden Euro an Förderantragsvolumen, »die wir in den nächsten Jahren in den Boden bringen müssen«, sagt Markus Schell. (GEA)

