MÜNSINGEN. Vor den Getreidespeichern im Albgut bot sich den rund 160 Tänzerinnen und Tänzern von sechs Jahren bis ins Erwachsenenalter sowie den Zuschauern unendlich viel Platz, Sonnenschein und Muße, um gemeinsam einen schönen Sonntagnachmittag zu verbringen. Geboten wurden vielfältige Tänze von grazilem Ballett über Modern Dance bis Hip-Hop, zwischen den einzelnen Tanzblöcken blieb genügend Zeit und Gelegenheit für Gespräche, Snacks und kühlende Getränke. Das gemeinsame Tanzen sollte Verbundenheit symbolisieren, die Zugehörigkeit zu einer Tanzfamilie, in der jede Bewegung, jeder Ausdruck das Gefühl von Heimat, Schutz und Zugehörigkeit vermittelt. Stolze Eltern, Großeltern, Freunde und Verwandte waren gekommen, um ebenfalls Teil dieser Gemeinschaft zu werden und hautnah die besonderen Performances der Tänzerinnen und Tänzer mitzuerleben.
Denn diese Gemeinschaft ist Teil des pädagogischen Konzeptes von Tanzschulleiterin Gitte Wax. Sie vermittelt nicht nur qualifizierte Tanztechnik, sondern fördert auch die Entwicklung des ganzen Menschen. Mit viel Mut, Selbstvertrauen und Gemeinschaftssinn wurden bei diesem Open-Air-Auftritt Tänze präsentiert, die vor Lebendigkeit und Leidenschaft sprühten. Kinder und Jugendliche im Anfangsstadium des Tanzes waren ebenso voller Enthusiasmus dabei wie erfahrene Tänzerinnen und Tänzer, deren technisches Können und Ausdruckskraft beeindruckten. Dieser Austausch zwischen den Generationen und den unterschiedlichen Erfahrungsklassen war mehr als eine Performance. Vielmehr spiegelte er eine tiefere Verbindung wider, eine gegenseitige Inspiration, die von den Besuchern ebenfalls wahrgenommen wurde.
Hier wurde nicht nur getanzt, sondern die Botschaft vermittelt, dass Gemeinschaft, Vertrauen und Freude fundamentale Grundlagen des Miteinanders sind. Bereits zum fünften Mal nutzte Gitte Wax für ihr Sommertanzfest das besondere Ambiente des Albguts, das den perfekten Rahmen bot. Ein Fest voller Lebensfreude, Rhythmus und gegenseitiger Wertschätzung, das deutlich machte, dass Tanz über Altersgrenzen hinweg verbindet und die Möglichkeit schafft für emotionalen Ausdruck. »In einer Welt, die das Menschsein manchmal zu erobern sucht, wird hier sichtbar, wie wichtig es ist, Räume für Gemeinschaft, Freude und echtes Miteinander zu bewahren und zu feiern«, sagte Gitte Wax.
Von Anfang an wünschte sie sich mit dem Sommertanzfest einen Raum für Kinder und Familien – in einer Zeit, die das Menschsein an sich von allen Seiten angreift. Kleine und große Tänzerinnen und Tänzer zeigten, was sie im Unterricht erarbeitet haben. So spiegelte jede Darbietung Freude am Tanzen und am Miteinander wider. Der »Fächertanz« ist eigentlich ganz zufällig entstanden, wie Gitte Wax erzählte. An einem heißen Tag brachte sie Fächer in den Unterricht mit, damit sich ihre Tanzschüler etwas erfrischen konnten. »Aus der Situation heraus ist dann ein Tanz entstanden.« Und auch dieser wurde am Sonntagnachmittag gezeigt.
Die Luft vibrierte vor Aufregung, während die Musik mal sanft, mal kraftvoll zwischen den Getreidespeichern schwebte und wummerte. Ob beim eleganten Ballett, beim kraftvollen Hip-Hop oder beim gefühlvollen Modern Dance – spürbar war das Herzblut und die Leidenschaft, die in jedem Schritt und jeder Bewegung steckten. So war das Sommertanz fest nicht nur ein Fest für Tanzschritte und Bewegung zur Musik, sondern auch ein Fest der Gefühle, bei dem die Grenzen zwischen Tanz und Emotion verschwammen. Die Zuschauer wurden von der Welle der Begeisterung der Akteure getragen und von ihrer Begeisterung fürs Tanzen angesteckt. (GEA)


