TROCHTELFINGEN. »Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt« – das hatte der große Dichter und Philosoph Friedrich Schiller schon im 19. Jahrhundert in seinem Drama »Wilhelm Tell« beschrieben. Der Kölner Rolf Sperling und sein Co-Autor Stefan Bermüller haben aus diesem Thema eine turbulente Beziehungskomödie gemacht, die von den Hobbymimen der Theatergruppe der Albvereins-Ortsgruppe Trochtelfingen am Samstag, 22. November, um 19 Uhr in der Werdenberghalle auf die Bühne gebracht wird. Aber keine Angst, der Abend wird weder literarisch anspruchsvoll noch hochdramatisch, sondern richtig witzig und ziemlich verwirrend.
Von wegen himmlische Ruhe bei Nacht. Thomas (Ecki Geisse) wacht des Nachts wieder einmal vom lautstarken Streit seiner Nachbarn Frank (Heiko Ströbele) und Rosi (Sabine Hack) auf und weiß genau, was als Nächstes passieren wird: Es klingelt und wie immer wird Frank an der Tür stehen. Doch dieses Mal ist es a bissle anders. Frank bittet Thomas um Asyl. »Noi, i will mi do et neizieha lassa«, wehrt Thomas zuerst ab, lässt sich dann aber doch überreden, seinen Schlafplatz für eine Nacht mit Frank zu teilen. Denn der lamentiert, dass dem Nachbarn ihre Freundschaft wohl nichts bedeute.
Existenzielle Fragen zu lösen
Dadurch bricht allerdings das Chaos völlig und auf allen Ebenen über den geplagten Thomas herein. Zuerst klingelt außerplanmäßig Franks Frau Rosi bei ihm, die total verzweifelt ebenfalls bei Thomas schlafen will. Lilo (Conny Geisse), Schwester von Thomas, »putzt« zwei Mal in der Woche offiziell die Wohnung ihres Bruders, vergnügt sich aber stattdessen lieber mit Hausmeister Egon (André Schiffer). Als zudem noch überraschenderweise Thomas Freundin Tanja (Susanne Klingenstein) anreist und Nachbarstochter Jule (Anna Rist) ihre Eltern sucht, ist das Durcheinander perfekt und die ganze Situation mehr als undurchschaubar. »Hier isch jo Sodom und Gomorra«, urteilt Rosi entsetzt. Jetzt muss Thomas existenzielle Fragen lösen: Wer hat warum mit wem die Nacht verbracht? Wieso ist die Wohnung eigentlich gar nicht geputzt worden? Und warum braucht Jule eine Therapie? Bis zur Auflösung des Tohuwabohus vergehen rund drei höchst vergnügliche Stunden.
Seit mehr als vierzig Jahren sorgen die Hobbymimen der Albvereins-Theatergruppe stets im November für Lachanfälle bei ihrem Publikum. Seit September proben die Hobbymimen mit Regisseurin Anja Müh das Stück »Immer wieder nachts um vier« zwei Mal in der Woche in ihren Räumen. Zusätzlich absolvierten sie ein Proben-Wochenende im Donautal. »Diese Woche bauen wir dann unsere Kulissen in der Werdenberghalle auf und üben jeden Abend nochmal«, sagt Petra Daikeler, die als Souffleuse den Mimen ihre Stichworte gibt.
AUFFÜHRUNGEN IN MEHREREN ORTEN
Die Premiere des Stücks »Immer wieder nachts um vier« der Theatergruppe des Albvereins Trochtelfingen ist am Samstag, 22. November, um 19 Uhr in der Werdenberghalle. Gespielt wird dort auch am Sonntag, 23. November, um 18 Uhr. Karten gibt es bei der Schreibkultur am Schloss, Marktstraße 11 in Trochtelfingen, bei Heike Kozel, Telefon 07124 2425, oder an der Abendkasse. Weitere Aufführungen gibt es am Sonntag, 7. Dezember, um 18 Uhr in der Albhalle in Pfronstetten (Karten sind erhältlich bei Kurt Geiger, Telefon 0172 1670473 oder über die E-Mail 1.vorstand@narrenzunft-schaef.de) sowie am Samstag, 10. Januar 2026, um 19 Uhr in der Uhlandhalle in Wannweil (Karten bei Walter Binder Telefon 07121 506216 oder per E-Mail svwannweil@ t-online.de). (lpt)
Dass die Hobby-Schauspieler selbst extrem viel Spaß haben bei ihrem Tun, wird in vielen Szenen sicht- und hörbar. Die amourösen Verwicklungen, zweideutige Pointen, Lokalkolorit und vor allem ihr engagiertes Spiel sorgen auch untereinander häufig für Lacher. »Mir wisset, wie dr andere tickt«, betont die Regisseurin. Bei Versprechern oder Hängern werde einfach darüber gelacht. Das Stück hat sich die Gruppe noch »auf den Leib geschrieben« und einige Passagen verändert. »Des, wozu dr Rheinländer a paar Sätze braucht, saget mir in a paar Worte«, sagt Ecki Geisse und grinst schelmisch.
Mit den Bühnentechnikern Ewald Klingenstein und André Schiffner, Dennis Geisse, der für Licht und Ton zuständig ist sowie dem Team Dirk Müh – Friseure für die Maske hat die Gruppe ein bewährtes Team im Hintergrund. (GEA)

