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So schön ist die Alb: Foto-Kalender von Steffen Steinhäußer

Wandern, Radfahren - und Fotografieren: Steffen Steinhäußer liebt die Natur. Seine schönsten Bilder werden nun in einem Kalender im Oertel + Spörer Verlag veröffentlicht.

Das Ermstal von der Traufkante aus gesehen: Der Blick vom Rutschenfelsen ist eines der Motive, die es in den Kalender geschafft
Das Ermstal von der Traufkante aus gesehen: Der Blick vom Rutschenfelsen ist eines der Motive, die es in den Kalender geschafft haben. Foto: Steffen Steinhäußer
Das Ermstal von der Traufkante aus gesehen: Der Blick vom Rutschenfelsen ist eines der Motive, die es in den Kalender geschafft haben.
Foto: Steffen Steinhäußer

MÜNSINGEN. Der fränkische Slang verrät Steffen Steinhäußers Herkunft - auch nach 30 Jahren noch. Ansonsten aber ist der 63-Jährige, der einst als Bundeswehrsoldat von Nürnberg nach Münsingen kam und blieb, Älbler durch und durch. »Ich liebe die Natur und die Landschaft hier«, schwärmt er. Was die schönsten Orte und Aussichtspunkte angeht, macht ihm so schnell keiner was vor. Steffen Steinhäußer kennt sie alle, weil er die Region gerne zu Fuß und mit dem Rad erkundet.

An viele davon kehrt er zurück - zur richtigen Jahres- und Tageszeit, ausgerüstet mit seiner Kamera. Die Fotografie ist, neben dem Sport, seine große Leidenschaft. Für die Stadt Münsingen und den Tourismusverband Mythos Schwäbische Alb hat er schon Motive für Print- und Online-Publikationen beigesteuert, jetzt legt er seinen ersten eigenen Kalender vor: »So schön ist es auf der Schwäbischen Alb«, erschienen im Oertel + Spörer Verlag Reutlingen und ist im örtlichen Buchhandel erhältlich. Damit tritt er gewissermaßen das Erbe von Wolfgang Trust an, dessen Name bisher mit den Alb-Kalendern verbunden war. Trust - Hobby-Fotograf ebenso wie Steinhäußer - ist für ihn ein großes Vorbild: »Er hat mich inspiriert. Ich habe seine Bilder nicht mehr aus dem Kopf bekommen, weil sie nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz ansprechen.«

Steffen Steinhäußer kam vor 30 Jahren als Bundeswehrsoldat auf die Alb. Deren Landschaft bietet ihm endlos viele Foto-Motive.
Steffen Steinhäußer kam vor 30 Jahren als Bundeswehrsoldat auf die Alb. Deren Landschaft bietet ihm endlos viele Foto-Motive. Foto: Privat
Steffen Steinhäußer kam vor 30 Jahren als Bundeswehrsoldat auf die Alb. Deren Landschaft bietet ihm endlos viele Foto-Motive.
Foto: Privat

So wollte der Ex-Soldat auch fotografieren - und hat sich im Ruhestand mehr Zeit denn je für die Suche nach und das Feilen an dem perfekten Bild genommen. »Theoretisch ist es ganz einfach: Wer sehen kann, kann auch fotografieren«, meint er. Neben dem sprichwörtlichen Auge fürs Motiv braucht es aber auch viel Geduld. Steinhäußers Fotos sind keine Schnappschüsse: »Jedes Bild ist das Ergebnis einer längeren Planung«, verrät er. Wetterkarten, die Zeitpunkte für Sonnenauf- und -untergang behält er im Auge, um das ideale Licht zu finden. Die »blaue Stunde« am Morgen liebt er besonders. Sein Anspruch: »Den schönsten Momenten Ewigkeit verleihen.«

»Jedes Wetter bietet seine ganz eigene Chance auf ein gutes Motiv«

Diese Momente gibt es in jeder Jahres- zu jeder Tageszeit: »Jedes Wetter bietet seine ganz eigene Chance auf ein gutes Motiv.« Diese Einstellung spiegelt sich auch in der Auswahl für den Kalender wider. »Ich wollte die ganze Alb zeigen.« Das ist ihm gelungen. Die Münsinger Alb ist genauso präsent wie die Ostalb und das Donautal, die typischen Landschaftsbilder und die Details, die sie prägen, sind in ihrer ganzen Vielfalt vertreten. Dazu gehören die Felsformationen - in diesem Fall die steinerne Jungfrau am Albschäferweg - genauso wie die Wacholderheiden: Zu den schönsten zählt das Digelfeld bei Hayingen.

Die Sinterterrassen der Weißen Lauter bei Gutenberg.
Die Sinterterrassen der Weißen Lauter bei Gutenberg. Foto: Steffen Steinhäußer
Die Sinterterrassen der Weißen Lauter bei Gutenberg.
Foto: Steffen Steinhäußer

Die Schlösser Lichtenstein und Sigmaringen stehen für das historische Erbe der Region. Das Wilde der Alb bricht sich Bahn in den Wassermassen, die nach einem Regenfall nicht nur über das steile Felsenbett des Uracher Wasserfalls, sondern auch über die Treppenstufen des Wanderwegs stürzen. Etwas Mystisches haben Münsingen, halb verhüllt im Morgennebel, und die Sinterterrassen der Weißen Lauter bei Gutenberg.

Die Weite und Stille der Landschaft fasziniert Steinhäußer - genauso aber auch das Kleine, das sich auf den zweiten Blick offenbart. In jüngerer Vergangenheit hat er die Makrofotografie neu für sich entdeckt. Blüten setzt er in ihrem Detailreichtum ins Szene - für den Kalender, grundsätzlich aber auch für alle, die sich für seine Fotos interessieren. Steinhäußer ist nicht nur ein Natur-, sondern auch ein mindestens genauso großer Menschenfreund.

»Es wäre frustrierend, wenn die Bilder einfach nur auf der Festplatte verstauben«

Er engagiert sich im Auinger Ortschafts- und im Kirchengemeinderat, ist Mitglied im Naturschutzbund (Nabu) und im Albverein, wo er auch regelmäßig als Referent auftritt. In Bildvorträgen berichtet er von seinen Abenteuern vor der Haustür und den Schönheiten, denen er auf seinem Weg begegnet ist - sei es auf den Hauptwanderwegen 1 und 2, sei es auf den Mehrtagesradwanderwegen Alb-Crossing oder Trans-Alblust. »Es wäre frustrierend, wenn die Bilder einfach nur auf der Festplatte verstauben.« Deshalb will er mit seinen Fotos vor allem eins: anderen eine Freude machen. Ein Herzensanliegen ist es ihm deshalb, ein Stück Natur insbesondere zu denjenigen zu bringen, die sich nicht mehr selbst darin bewegen können: Wenn er bei seinen Vorträgen in Seniorenheimen oder bei Altennachmittagen positive Rückmeldungen bekommt, »gibt mir das am meisten«. (GEA)