BURLADINGEN. »Lichdkarz« nennt sich die neue Ausstellung des Lichtkünstlers Serge Le Goff, die vor wenigen Tagen im Theater Lindenhof eröffnet worden ist, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Name stammt aus dem Schwäbischen und bedeutet so viel wie die abendliche Zusammenkunft in einer Stube.
Mit Arbeitslicht beginnt im Scheunenfoyer des Lindenhofs die Eröffnung. An den Wänden hängen sechs Objekte aus mit Leuchtfarben bemalten Holzplatten. Darauf angebracht sind schwarze Felder aus jeweils 64 schwarzen Pixeln. Über den Köpfen der Besucher schwebt eine skurril wirkende Kombination aus Teppichklopfer, Kehrbesen und Geweih, daneben hängt ein goldener Schlitten, in dem zwei gelbe Schlauchbootpaddel stecken. Ebenso an der Decke zu finden ist der von der Kostümbildnerin Katharina Müller aus Plastikmüll geschaffene Umhang der allegorischen Figur »Besitz« aus dem Stück »Auf offener Lichtung«.
Aus schwarz wird bunt
Bereits in der Einführung bekamen die Besucher die Freude des Künstlers an ungewöhnlichen Kombinationen zu spüren. Die Künstlerin, Kuratorin und Partnerin von Serge Le Goff, Gabriele Eberspächer, stellte die Fragen auf Schwäbisch, Simone Haug vom Theater Lindenhof übernahm die französische Version und der gebürtige Franzose Serge Le Goff hatte die in deutscher Schriftsprache verfassten Antworten zuvor eingesprochen. Der Experimentalmusiker Thomas Maos streute elektronisch verfremdete Klangschnipsel dazwischen.
Am Ende der Einführung legte nicht nur Thomas Maos richtig los, sondern auch Serge Le Goff den Schalter um. Aus den schwarzen, unscheinbaren Bildern an den Wänden wurden bunte, leuchtende Lichtmosaike. Auf die Deckeninstallationen trafen nun rote, blaue und grüne Lichtstrahler, sodass auf der Wand bunte fantasievolle Schatten und Lichtbilder entstanden, die wirkten, als wäre ein Graffiti-Künstler am Werk gewesen. Die Besucher waren sichtlich beeindruckt und genossen es, bei sphärischen Klängen im Licht zu baden und sich der Clubatmosphäre hinzugeben.
Die sechs Lichtmosaike und die Lichtinstallationen sind im Scheunenfoyer noch bis Anfang September während der Öffnungszeiten des Theaters von 10 bis 16 Uhr oder jeweils zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn zu sehen. (eg)

