Zu entdecken gab es vieles, zu probieren auch. »Ein Rädle Lammschinkenwurst gefällig« oder die Nase mal in den edlen Kakao aus Madagaskar stecken, der dem Kaffee ein Krönchen aufsetzt und das Tiramisu vollendet. Himmlische Düfte verbreiteten Kaffeemaschinen, Seifen und der Magenwärmer aus der »Rose«-Küche, alternativ wurde Gemüsecurry mit Kichererbsen oder ein Kartoffelgulasch ins Schälchen geschöpft. Beides vegan. Wer es lieber bodenständig-deftig mag, war im Alblust-Kochstudio richtig. Hier stand am Dienstag Münsingens Stadtoberhaupt Mike Münzing am Herd, assistiert vom Geschäftsführer des Schwäbische-Alb-Tourismusverbandes (SAT) Louis Schumann, einem Schwarzwälder, und Moderatorin Iris Goldack vom Reutlinger General-Anzeiger. Was es gab? Na Gaisburger Marsch, des Schwaben Leibgericht, betonte Münzing, als käme zu Hause nichts anderes auf den Tisch. Kartoffelschnitz und Spatzen, erzählte der Chef am Herd, das wünschten sich seine drei Töchter immer zum Geburtstag. »Vom Vater gekocht.«
Die Fünf-Sterne-Alb
Natürlich mit den Zutaten von der Alb. »Die 'schön und gut' steht für die Schwäbische Alb, wie auch die Alblust, das Magazin, das Lust auf die Alb macht, das verbindet uns«, schaltete Münzing einen Werbeblock für die Messe und das Albmagazin aus dem Hause GEA-Publishing dazwischen und startete eine wahre Lobpreisung der Alb mit ihren fünf Sternen: Das sind die Unesco-Titel Biosphärengebiet und Geopark bis hin zum Weltkulturerbe Eiszeitkunst. Keine Frage, Münzing hat seinen Job als SAT-Vorsitzender verinnerlicht und räumte mit schwäbischem Understatement gründlich auf.Bedeutung der Wanderschäferei
Der Schäferchor von der Zollernalb besang die Einsamkeit des Schäfers und »eine Herde weißer Schafe ist ein Königreich«. Auf der Slow Schaf trafen sich die Baden-Württembergischen Lammfleischerzeuger zur Fachkonferenz, tauschten sich aus und unterzeichneten ein deutsch-spanisches Kooperationsabkommen, um an den grenzüberschreitenden Schaftrieb vor 235 Jahren zu erinnern, mit dem spanische Merinoschafe nach Württemberg kamen, um die Wollqualität aufzupeppen. Schafschur wurde vorgeführt und über die Bedeutung der Wanderschäferei für die Kulturlandschaft informiert.Kinder durften Bratwürste herstellen und auf den Grill legen und aktuell ging es auch um den Schutz der Schafherden vor hungrigen Wölfen.
Es gab Schönes - schon die eleganten bunten Filztaschen, Seltenes - trockener Sherry aus Hagebutten, Weihnachtliches - die himmlische Engelskapelle mit ihren nackten Ärschlein, die mit ihren Musikinstrumenten in Zweigen Platz genommen hatten, und Historisches an der Wand eines Speichers, in dem Bilder von der Alb zu sehen waren. Schilder aus französischer Zeit, was im Brandfall zu tun ist, mit Telefonnummer der Militärfeuerwehr und der Aufforderung »Feuer!« zu rufen.
Attraktionen gab es viele. Eine war zweifellos der Motorsägenkünstler Wolfgang Rudolf aus Aichelau, der aus Holzklötzen eine ganze Rotte Wildschweine gesägt hatte. Eine andere womöglich der Adventskalender für den Mann aus einem Mössinger Brauhaus, und erst recht das üppige Angebot der Wurstbuden, die auf der »schön und gut« natürlich Street Food Markt heißen und »Fingerabschlecker« verkaufen. (GEA)

