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Neuer Sonnenbühler Bürgermeister ist überwältigt

Gerührt, überwältig, froh: Michael Schmidt fühlt sich mit großem Rückhalt für sein Amt gestärkt.

Dankbar für das eindeutige Wahlergebnis: der neue Sonnenbühler Bürgermeister Michael Schmidt.
Dankbar für das eindeutige Wahlergebnis: der neue Sonnenbühler Bürgermeister Michael Schmidt. Foto: Steffen Schanz
Dankbar für das eindeutige Wahlergebnis: der neue Sonnenbühler Bürgermeister Michael Schmidt.
Foto: Steffen Schanz

SONNENBÜHL. Die Wahrscheinlichkeit war gering, dass einer von vier Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält. Die Sonnenbühler aber haben ihren neuen Bürgermeister mit ordentlich Vertrauen ins Amt und gleich im ersten Wahlgang in die kommenden acht arbeitsreichen Jahre geschickt. Michael Schmidt hat im Wahlkampf betont, dass er »frischen Wind« nach Sonnenbühl bringen will, und das wird er nun auch tun müssen: im Auftrag von 74,53 Prozent der Wahlberechtigten. Und bis 2034 muss er auch seinen Nicht-Wählern beweisen, dass er das Mandat zurecht erhalten hat.

Dass es den Sonnenbühlern nicht egal ist, wer den Chefposten im Rathaus einnimmt, hat sich in den vergangenen Wochen gezeigt: Das Interesse an Wahlkampf- und Gemeindeveranstaltungen sowie am GEA-Wahlpodium, das 1.100 der 5.700 Wahlberechtigten – also knapp ein Fünftel – verfolgt haben, war immens groß. Und 3.929 - 60,01 Prozent - haben sich an der Wahl beteiligt, dass ist angesichts von im Schnitt 52,6 Prozent bei Bürgermeisterwahlen im Land ein respektabler Wert. Und immerhin hatten die Sonnenbühler eine gute Wahl zwischen immerhin vier Kandidaten. Ansonsten bewerben sich in Baden-Württemberg durchschnittlich »nur« 2,9 Personen auf einen Bürgermeisterposten. Wobei einer von denen, die Sonnenbühler Rathauschef werden wollten, Alexander Gräff, auf Wahlkampf verzichtet hatte und sich weder mit Sach- und Fachkenntnis noch großem erkennbaren Interesse an Sonnenbühl hervorgetan hatte und kurz vor der Wahl auch noch seine Ambitionen für eine Landtagskandidatur kundgetan hatte.

Michael Schmidt also hat das Rennen gemacht und übernimmt eine gut situierte Gemeinde, die schuldenfrei ist – da kann er sich bei seinen Vorgängern Gerrit Elser, der Schmidt am Sonntag unterlag, und Uwe Morgenstern sowie den Kämmerern bedanken –, aber er geht auch in eine Zeit, in der sich viele Baustellen auftun werden. Er braucht Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen, um den Herausforderungen gewachsen zu sein, damit der »frische Wind« nicht verpufft wie ein laues Lüftchen. Innenentwicklung und Baugebiete wird er auf jeden Fall auf dem Schirm haben: Denn der designierte Bürgermeister will Sonnenbühler werden und muss sich schnell ein Domizil für sich und seine Familie suchen, damit er nahtlos ab Ende Januar die Amtsgeschäfte von Uwe Morgenstern übernehmen kann. Seine Verpflichtung ist auf den 29. Januar terminiert. Kinderbetreuung: Auch das wird dem Vater zweier kleiner Töchter sicher aus ganz persönlichen Gründen ein Anliegen sein. Vielfach ehrenamtlich engagiert: Er weiß, was Vereine & Co. brauchen. Kommunikativ ist er. Kreativität – auch die bringe er mit – muss er nutzen. Insta-Bürgermeister – auch das kann er sein. Bleibt zu wünschen, dass er eine weitere selbst attestierte Eigenschaft nicht verliert: seinen Humor. Denn zu lachen wird es nicht immer viel geben angesichts eines nicht immer vergnügungssteuerpflichtigen Jobs. Dann sollte er sich seiner Freudentränen vom Wahl-Sonntagabend erinnern. (GEA)

cordula.fischer@gea.de