SONNENBÜHL-UNDINGEN. Matthias Bez stellte nach 38 Jahren Mitgliedschaft und aktives Ehrenamt in der Vorstandschaft sein Amt bei der Hauptversammlung der DRK-Ortsgruppe Sonnenbühl zur Verfügung. Ebenso Joachim Eißler, der seit 48 Jahren dabei ist, davon die letzten 28 Jahre aktiv als Kassier. »Nach 20 Jahren als 1. Vorsitzender ist es Zeit für frischen Wind«, war Bez der Ansicht. Mit Fotos veranschaulichte er die Ereignisse in den Jahren seiner Amtszeit, gab Einblicke unter anderem in Aktivitäten in der Corona-Epoche mit Schnelltests und Impfaktionen, Neuerungen im Datenschutz, die Einrichtung eines Betreuungssatzes für die Notfallversorgung von 20 Personen und die Ausstattung mit Defibrillatoren.
Die Haushaltsentwicklung sei positiv und das Gesamtvermögen stehe auf stabilen Füßen. »Unsere Nachfolger haben einen guten Start.« »Die alte Garde macht Platz für junge Wilde«, sah es Bereitschaftsleiter Mike Lamparter. Der Ortsverein gestalte zukunftssicher um, mit Offenheit, Respekt und Motivation für das, was noch kommen möge. Gewählt wurden für vier Jahre Johannes Feucht als Vorsitzender, Stefan Heinzelmann als sein Stellvertreter, Mali Stengel übernimmt die Schriftführung, als Schatzmeisterin fungiert Melina Reiff, Beisitzer sind Michael Höll und Isabella Möck und Kassenprüfer Joachim Eißler und Stefanie Heinz.
Neues Rettungsfahrzeug komplettiert die Ausstattung
Höhepunkt des Abends war die Einweihung des gut ausgestatteten Mannschaftstransportwagens (MTW) der Marke Mercedes-Benz Vito für acht Personen. Allerdings gab Vorsitzender Bez zu bedenken, dass die Beschaffung des künftig verstärkt als Helfer-vor-Ort-Einsatzfahrzeugs mit erheblichem Mehraufwand verbunden war. Lange Lieferzeit, Unklarheiten für die Zulassung und Bürokratie habe sie in vielerlei Hinsicht beschäftigt. Das Warten hat sich gelohnt. Neben digitalem Fahrzeugfunk und zwei Einsatzstellenfunkgeräten hatte die Sicherheit der Helfer höchste Priorität. Warnbalken, Blitzleuchten, Heckwarnleuchten und Arbeitsscheinwerfer in LED-Ausführung, dann Sondersignal und Martinshorn in Pressluftausführung, der MTW ist top.
»Dank der erfreulichen Unterstützung durch die Bevölkerung und lokale Firmen sowie durch Zuschüsse der Gemeinde Sonnenbühl und des DRK-Kreisverbandes Reutlingen konnten wir bei einer Investitionssumme von circa 84.000 Euro und etwa 65.000 Euro durch Spenden und Fördermittel abdecken«, informierte Bez die Gäste. »Bei allen Vorzügen und Erleichterungen, welche die moderne Technik für die Arbeit der Rettungsorganisationen mit sich bringt, stehen – und das möchte ich besonders betonen – der Mensch und die Menschlichkeit, also die Helferin und der Helfer absolut im Vordergrund«, war Siegfried Mahler wichtig. Der Präsident des DRK-Kreisverbands betonte, dass die aktiven Mitglieder des DRK Sonnenbühl nicht die Begleitgruppe des Fahrzeugs sei, sondern das Fahrzeug sei das begleitende technische Hilfsmittel. »Sie stellen ihren Sachverstand, ihre uneigennützige Kraft und Mitmenschlichkeit zur Verfügung, leiten den Rettungsablauf und koordinieren das Zusammenwirken von Helferteam und Ausrüstung«, unterstrich er. Ihre Fähigkeiten seien bei Einsatzarten, die rasche Entscheidungen, Tatkraft und Dynamik verlangen, unverzichtbar.
Ein breites Spektrum an Aufgaben erfüllt
Und Einsätze hatten die 15 weiblichen und 13 männlichen ehrenamtlich tätigen Mitglieder ausreichend. »Die Einsätze waren besonders arbeitsintensiv, aber auch sehr erfolgreich«, versicherte Lamparter. Der Bereitschaftsleiter berichtete von einem sehr positiven Ausbildungsstand der Aktiven im vergangenen Geschäftsjahr und einer intakten Jugendabteilung mit 15 jungen Menschen. »Motivierte Helfer sind die Basis in Ortsvereinen.« Sie hätten ein breites Spektrum an Aufgaben erfüllt, 23 Sanitätsdienste an 32 Tagen samt Großereignis, Fußball-Europameisterschaft in Deutschland und Sanitätswachdienst beim Bolbergtrailrun - eine Premiere übrigens. Dann die vielen sonstigen Dienste wie bei Turnieren, Festivals und als Unterstützung von anderen DRK-Teams, die Palette werde immer umfangreicher.
Daneben galt es noch Blutspendetermine auf die Beine zu stellen, Alarmeinsätze zu leisten und eine Altkleidersammlung zu organisieren. »Auch wenn es im Mitgliederstand keine Veränderungen gab, zeigen die Zahlen, wie leistungsfähig und motiviert unsere Bereitschaft ist«, hielt er fest. »Es ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr, sich ehrenamtlich und mit so viel Engagement in den Dienst des Nächsten zu stellen.« Positive Resonanz vermittelte auch Manuel Hailfinger, Mitglied des Landtags und am Abend in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister. Die Anwesenheit der Gemeinderäte bringe den Stellenwert rüber. Der Einsatz für den Klima-, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz verlange, mehr Geld dafür in die Hand zu nehmen.
Ehrungen für langjährige Aktive
Im Übrigen sei ein historischer Tag, einige langjährige Aktive würden aufhören, vielleicht weiterhin beratend agieren. »Ich zähle weiterhin auf ein gutes Miteinander.« Geehrt wurden Armin Munz für 40-jährige Mitgliedschaft, Mike Munz ist 30 Jahre dabei. Auf 15 Jahre aktive Mitgliedschaft blicken Melina Reiff, Michael Höll und Stefanie Heinz auf 10 Jahre und 5 Jahre Ina Schnitzer. (GEA)

