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Neue Schulleitung für die Gustav-Heinemann-Schule im Lautertal

Die Gustav-Heinemann-Schule im Lautertal erhält eine neue Schulleitung. Kathrin Wecker folgt auf Rudolf Teuffel, der in den Ruhestand geht.

Kathrin Wecker (links) wird die Nachfolgerin von Rudolf Teuffel, der nach 21 Jahren als Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule
Kathrin Wecker (links) wird die Nachfolgerin von Rudolf Teuffel, der nach 21 Jahren als Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule in Ruhestand geht. Auch Schulsozialarbeiterin Manuela Sailer-Müllerschön verlässt die Schule nach 24 Jahren. Foto: Maria Bloching
Kathrin Wecker (links) wird die Nachfolgerin von Rudolf Teuffel, der nach 21 Jahren als Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule in Ruhestand geht. Auch Schulsozialarbeiterin Manuela Sailer-Müllerschön verlässt die Schule nach 24 Jahren.
Foto: Maria Bloching

MÜNSINGEN-HUNDERSINGEN. 2004 trat Rudolf Teuffel die Nachfolge von Ulrich Eberbach als Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule an. Er startete als »junger, dynamischer Lehrer« der Sonderpädagogik mit großen Erwartungen, jetzt blickt er auf eine spannende, erfüllende, aber auch anstrengende Zeit zurück. »Ich war unglaublich gerne hier Schulleiter, auch wenn mir die Funktion als Klassenlehrer schon ein wenig gefehlt hat«, erzählt er. Sport und Technik hat Teuffel auch als Rektor unterrichtet, darüber hinaus gab es aber viel anderes zu tun.

»Die Schule hat eine tolle Lage mitten in der Natur, das bietet eine Menge Möglichkeiten für Erlebnispädagogik rund um das Schulgelände.« Dieses ländliche Umfeld hat ihn von Anfang an begeistert, nicht zuletzt deshalb, weil auch die Kinder stets anders waren, als er es von seiner Reutlinger Schule gewohnt war. Mit Kindern arbeiten, das hatte für den 65-Jährigen immer viele schöne Seiten. »Aber man nimmt auch manches mit heim«, sagt er. So etwa, wenn Kinder belastende familiäre Situationen ertragen müssen oder mit anderen Problemen zu kämpfen haben. Gern erinnert sich Teuffel an wunderbare Musicalaufführungen, bei denen so manche schüchterne Schüler regelrecht über sich hinausgewachsen sind. Es gab schöne Ausflüge und Erlebnisse, tolle Projekttage, dazu Lehrkräfte im Kollegium, die ihn stets unterstützten.

Die Einführung der Inklusion an Regelschulen hat er von Anfang an miterlebt. Zwischenzeitlich besuchen 50 Kinder die Gustav-Heinemann-Schule, 80 Kinder werden von hier aus ein- bis zweimal die Woche in der Inklusion an Regelschulen begleitet. Nicht immer läuft es so gut, wie es eigentlich sollte: »Kinder mit komplexerem Förderbedarf brauchen kleine Klassen, intensive Förderung und Schulsozialarbeit. Gut die Hälfte der inkludierten Kinder sollten besser hier an der Schule unterrichtet werden«, meint Teuffel. Er zeigt aber auch Verständnis für die Eltern, die entscheiden müssen, welche Art der sonderpädagogischen Förderung sie für ihr Kind in Anspruch nehmen wollen.

Nach wie vor sei der Begriff »Sonderschule« in der Gesellschaft verankert, auch wenn Förderschulen längst »Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren« – kurz SBBZ – heißen. »Wir führen ein Schattendasein, im Denken vieler Menschen wird diese Schulform stigmatisiert.« Das habe sich während seiner langen Zeit als Lehrer und Schulleiter nicht geändert, was Teuffel sehr bedauert. »Ich würde mir vom Schulamt wünschen, dass nicht jede Grundschule Inklusion anbieten kann.« Dies auch, weil es vor allem an Lehrkräften und somit an der fördernden Begleitung fehlt.

Umso glücklicher ist er, dass er seine Schule nach dem Eintritt in den Ruhestand in gute und erfahrene Hände geben kann. Nachfolgerin wird Kathrin Wecker, seit fünf Jahren Konrektorin und bereits seit zwölf Jahren Lehrerin an der Schule. Sie hat in dieser Zeit schon viele Projekte angestoßen. So gehen Aktionen wie Kochen mit und für Schüler, das Musicalprojekt, Bogenschießen, Schulimkerei und viele Klassenfahrten auf das Konto der 46-Jährigen aus Reutlingen, die sich nun auf ihre neue Arbeit freut und einen nahtlosen Übergang garantiert.

Etwas, das man von der Schulsozialarbeit nicht sagen kann. 24 Jahre lang war Manuela Sailer-Müllerschön als Schulsozialarbeiterin an der Schule, parallel zu ihrer Arbeit an der Grundschule Eisenrüttel in Dottingen und an der Grundschule im Lautertal. Sie habe »ganz viele Hochs und Tiefs« erlebt, schöne Sachen, aber auch traurige. Stets hatte sie das Beste für jedes Kind angestrebt, ihr Raum im Keller war erfüllt von Tränen und Lachen. Kinder kamen mit ihren Sorgen und ihren Freuden von sich aus auf sie zu, oft sprach sie aber auch Kinder direkt an, wenn sie spürte, dass diese Unterstützung brauchen. Probleme mit Freunden, im Elternhaus oder im Unterricht: Manuela Sailer-Müllerschön hörte zu und handelte. Manchmal als Vermittlerin, immer als Trösterin und Versteherin. Vieles hat sie eingeführt: Streitschlichterausbildung, Mädchengruppe und Sozialtraining in Klassen. Besonders am Herzen lagen ihr die SMV zur Stärkung des Demokratieverständnisses und die Entwicklung des Präventionsprojekts gegen sexuelle Gewalt.

Auch wenn es noch keine Nachfolge für ihre Stelle gibt, ist es für sie der richtige Zeitpunkt, sich in den Ruhestand zu verabschieden. »Aber ich gehe mit schwerem Herzen«, räumt sie ein. Künftig will die 64-Jährige ihre Freizeit genießen, sich mehr Zeit für die beiden Enkelkinder, für das Singen in verschiedenen Chören und ihre Wortgottesdienstleitung nehmen. Rudolf Teuffel geht es derweil sportlich an: Er will ab September eine sechswöchige Radtour nach Istanbul unternehmen. Später wird er sich dann mit Muße seiner Kunst, der Musik, den Vereinen und den Enkelkindern widmen. (GEA)