TROCHTELFINGEN. Schon wieder ein Martinimarkt nach Maß: Während sich der verkaufsoffene Sonntag von seiner typisch tristen novembergrauen Seite zeigte, machte sich der Trochtelfinger Nationalfeiertag mit spätjahreszeitlichem Supersonnenschein bereit, für Händler und Besucher die schönste Kulisse zu bieten. Regenschirme blieben zu Hause, Jacken und Mäntel wurden gerne aufgeknöpft beim mittäglichen Bummel und Verzehr des Pausenmahls an einem der vielen Stände. Von Wurst, Schupfnudeln über Pizza, Dinnete bis Crêpes und Schleck sowie angebotenen Käse-Kostproben oder Punsch, Most und Glühwein war das kulinarische Angebot riesig. Und nachgefragt. Schlangen bildeten sich vor den Ständen, Bierbänke waren durchgehend besetzt.
Simon Boegler hatte mit seinem »rollenden Schleifstein« auch alle Hände voll zu tun: Zum zweiten Mal war der Messerschleifer aus Augsburg beim Martinimarkt im Städtle, und die Kundschaft brachte Messer und Scheren, die bis zum Abend wieder scharf und bereit für ihren Einsatz in Küchen und Werkzeugkisten zurückkehren konnten. Währenddessen drehten Kinder eine Runde auf dem Karussell. Oder suchten sich Spielzeug aus, das sie sich entweder mit ihrem Marktgroschen selbst kauften oder im Shopping-Beutel von Papa, Mama, Oma oder Opa landete - schon mal vorgesorgt für den Nikolausstiefel oder den Christbaum.
Lederpflege, Reinigungsmittel, Gemüsehobel, ätherisches Öl, Tee, Gewürze, Honig, Tiroler oder mediterrane Spezialitäten, Käse, Wurst, Klamotten, Socken, Dekoratives, Kurz- und Haushaltswaren, Lebkuchenherzen, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Magenbrot: Wer muss da schon in den auf der grünen Wiese gebauten Supermarkt gehen, wenn das gesamte Sortiment in der Innenstadt vorhanden ist? Und man dazu noch Bekannte trifft, mit denen ein Schwätzchen lohnt? Und so halten es die Trochtelfinger seit Jahrhunderten. Martinimarkt ist ein Feiertag in allen Gassen und nach dem Markttreiben noch in den Gaststuben. (GEA)




