ENGSTINGEN. Die Begeisterung war beim Laternenumzug bei Kindern und Erwachsenen zu sehen und zu spüren, berichtet Corinna Goerke, die für die Waldorfschule in Engstingen die Öffentlichkeitsarbeit macht. Neben St. Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte, haben vor allem die vielen Laternen-Lichter fasziniert, die in der Dunkelheit leuchteten. Als Attraktion erwies sich auch die Marionettenbühne Kassandra, die das orientalische Märchen »Ali und das Allem Kallem Zauberspiel« mit Flötenspiel aufführte. Großer Andrang herrschte bei beiden Aufführungen, in denen der sehr fleißige Straßenfeger Ali eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hatte. Er hatte sich in die Prinzessin verliebt und wollte sie heiraten, worüber der König jedoch nicht sehr erfreut schien. Nur unter einer Bedingung war er einverstanden: Ali musste das Zauberspiel erlernen, was natürlich nicht einfach war und seine Tücken hatte.
Eltern legen mit Hand an
»Zum ersten Mal nach Corona können wir den Martinimarkt wieder in altem Umfang umsetzen«, erklärte Goerke. Er ist fester Bestandteil seit Gründung der Schule 1990, die auf eine Elterninitiative zurückgeht. Und der Markt hatte es in sich mit einem breitgefächerten Angebot mit Erzeugnissen aus dem Gemüse- und Obstgarten, mit Filzarbeiten und Basteleien, Nützlichem und Dekorativem aus Holz, Glas und Textilien. Dafür haben neben Schülern und Lehrern auch die Eltern kräftig mit Hand angelegt, sich eingebracht in den Vor- und Nachbereitungen, eifrig gebastelt und gewerkelt. Und sie halfen auch am Samstag, sei es beim Rühren der gebrannten Mandeln, beim Ausgeben von Essen und Getränken oder beim Kassieren. »Es läuft alles ganz gut«, äußerte sich Oxana Galliardt zufrieden, die am Getränkestand im Hof mithalf.
Im Großen Café »Pinky Pie« dominierte die Farbe Rosa, das »Café Français« wartete mit französischen Spezialitäten auf, Gebäckstube und Fingerfood ergänzten die Leckereien. Das ganze Schulgelände war in das Event einbezogen. Die Klassenzimmer waren gespickt mit Selbstgefertigtem, das nicht nur auf die vorweihnachtliche Zeit abgestimmt war. Der Bauernmarkt lockte mit Backhausbrot, Schönes aus Ecuador bot die »Waldorfschule Quito« an. »Machen Sie mit« hieß es dann unter anderem beim Kerzenziehen und Lebkuchen verzieren, im Moosstüble und im Kindermarktsträßle. Ebenso in der Turnhalle, in der ein Bewegungsparcours für alle aufgebaut war.
Die Schule stellt sich vor
Informationen zur Schule gab es bei einer Besichtigungstour sowie in einem Klassenzimmer mit Schülerarbeiten, Infotischen und Gesprächsangeboten. »Hier besteht die Gelegenheit für alle, die Schule besser kennenzulernen. Es ist für manche Menschen eine Überraschung, was wir alles bieten können«, bemerkte Goerke. Es sei unfassbar, wie viele Leute, die nicht zur Schulgemeinschaft gehören, gekommen seien. »Wir haben heute einen vollen Erfolg erzielt.« Tina Ginnow vom Schulbüro betonte, dass der Martinimarkt über die Landkreisgrenze hinaus bekannt sei. »Es ist schön zu sehen, wie lebendig er ist und was eine Gemeinschaft alles bewältigen kann. Alle helfen mit und das stärkt diese Gemeinschaft.« (GEA)


