MÜNSINGEN. Seit Jahren wirft der Münsinger Stadtwald Gewinne ab. Grund dafür ist neben den regelmäßigen Einnahmen aus dem Programm Klimaangepasstes Waldmanagement eine sinnvolle Bewirtschaftung, mit der man laut Bürgermeister Mike Münzing »allen Waldfunktionen gerecht« wird. Dazu gehört ein gutes Team im Forst, zu dem neben den Forstrevierleitern Corinna Löffler, Michael Brielmayer und Anja Höll auch die neue Leiterin des Forstbezirks Süd, Dr. Sandra-Maria Hipler, zählt. Ihren Angaben zufolge wurden 2024 rund 15.500 Festmeter Holz im Wirtschaftswald eingeschlagen. Der Überschuss aus dem Vollzug lag bei 176.298 Euro und damit um rund 20.000 Euro besser als geplant.
Wirtschaftswald wirft Gewinne ab
Für den Wald als Erholungseinrichtung investierte die Stadt 100.795 Euro, gleichzeitig konnte mit dem Friedwald ein Überschuss von 238.272 Euro erwirtschaftet werden. Auch im Wirtschaftsjahr 2025 wird von einem positiven Ergebnis ausgegangen. 13.739 Festmeter wurden eingeschlagen, die Holzpreise waren zufriedenstellend. Gerechnet wird mit einem Überschuss aus dem Vollzug in Höhe von 128.400 Euro. Förster Brielmayer sprach von einem »sehr guten Jahr«, das allerdings auch vom Eschentriebsterben geprägt war. »Dieser Kampf scheint verloren«, meinte er. Positiv ausgewirkt hat sich das schnelle Entfernen von Bäumen, die vom Borkenkäfer befallen waren: »So konnten wir ihm Einhalt gebieten.«
Mit verschiedenen Akteuren sei Naturschutz- und Landschaftspflege betrieben worden, Grillstellen wurden in Zusammenarbeit mit dem Bauhof instandgesetzt, außerdem konnte man Praktikanten an den Beruf des Forstwirts heranführen. Das zeigte Wirkung: »Wir haben 12 Bewerber für ein bis zwei Ausbildungsstellen im nächsten Jahr. Hier sind wir sehr optimistisch.« Im September 2026 beginnt das Ausbildungsjahr. Um die damit verbundenen Sicherheitsstandards einhalten und notwendige Schutzausrüstung bereitstellen zu können, sind verschiedene Anschaffungen erforderlich, darunter ein Gefahrstoffcontainer, ein Akkuschrank und weitere Ausrüstungsgegenstände. Großer Wert wird auf die Waldpädagogik gelegt, dafür holt man Kindergärten und Schulen ins Boot.
Wirtschaftswald, Erholungseinrichtung und Friedwald
Der Plan für 2026 weist ebenfalls ein positives Ergebnis aus. Zwar steigen die Kosten für die Aufarbeitung im Wirtschaftswald, aus dem Klimaangepassten Waldmanagement fließen aber erneut 162.600 Euro in die Kasse, sodass bei einem Vollzug mit 15.840 Festmetern von einem Überschuss mit 201.800 Euro ausgegangen wird. Auch im kommenden Jahr wird in Landschaftspflege investiert, dafür müssen 100.795 Euro zugeschossen werden. Der Friedwald wird dagegen wieder einen Überschuss von 238.272 Euro abwerfen. Insgesamt trägt auch der Waldhaushalt 2026 zur Verbesserung des Gesamthaushalts der Stadt bei.
Der Erfolg ist laut Bürgermeister Mike Münzing auch daran messbar, dass schon vor vielen Jahren die richtigen Weichen für einen klimaresistenten Wald gestellt worden sind, über den sich auch nachkommende Generationen freuen können. »Auch Brennholz werden wir weiterhin ohne Engpässe zur Verfügung stellen«, versprach Münzing. Wünschenswert wäre ein aktiver Waldumgang mit dem Gemeinderat, bei dem gleichzeitig auch eine Baumpflanzaktion stattfinden könnte. Gremiumsmitglied Adolf Lamparter lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Forst. »Für uns ist der Wald nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Erholungsort. Es geht darum, den Wald für die nächsten 50 Jahre zu erhalten.« (GEA)

