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Münsinger Geschichtsverein beleuchtet die Schwaben und die Welt

Die »Geschichtlichen Abende« des Geschichtsvereins Münsingen widmen sich Württemberg und Schwaben.

Karte aus dem Mittelalter: »Circulus sive Liga Sueviae, Vulgo Schwäbische[r] Kraiß. Antwerpen1572«.   FOTO: HAUPTSTAATSARCHIV ST
Karte aus dem Mittelalter: »Circulus sive Liga Sueviae, Vulgo Schwäbische[r] Kraiß. Antwerpen1572«. FOTO: HAUPTSTAATSARCHIV STUTTGART
Karte aus dem Mittelalter: »Circulus sive Liga Sueviae, Vulgo Schwäbische[r] Kraiß. Antwerpen1572«. FOTO: HAUPTSTAATSARCHIV STUTTGART

MÜNSINGEN. Das Kulturamt und der Geschichtsverein Münsingen widmen sich in sechs geschichtlichen Abenden dem Thema »Württemberg und die Schwaben«. Wieder konnten hochkarätige Gäste gewonnen werden.

Den Auftakt machen am 25. April, Professor Dr. Christina Brauner und Dr. Tjark Wegner von der Universität Tübingen. Schwaben war und ist verbunden mit zahlreichen weit entfernten Regionen, die beiden Historiker werfen einen Blick auf »Schwaben und die Welt. Globalgeschichte(n) einer Region«. Von Pilgerreisen über Arbeitsmigration bis zu Waffenexporten – die Globalisierung prägt Schwaben von der Spätantike bis zur Gegenwart.

Aber wo kommen die Schwaben eigentlich her? »Alemannen oder Schwaben? Zur Entwicklung eines Herzogtums im Südwesten des früh- und hochmittelalterlichen Reichs« stellt die Frage nach der Herkunft und der Wandelbarkeit von Raumbezeichnungen und regionalen Identitäten. Professor Heinz Krieg von der Universität Freiburg wird am 16. Mai nach Münsingen kommen.

Dass es mit der regionalen Identität gar nicht so einfach ist, belegt Dr. Senta Herkle von der Universität Stuttgart. »Migration im Südwesten (1650–1830)«, das bedeutet Auswanderungswellen nach Ungarn, Russland und Amerika. Aber eben auch Zuwanderung, etwa von religiös Verfolgten aus Frankreich. Herkle blickt auf Ursachen und Wirkungen der Wanderungen.

Blick von außen

Reich sei die Reiseliteratur an Werken über ferne Länder, dürftig dagegen das, was es über die Heimat gibt, beklagte ein Publizist 1848. »Hier unter einem fremden Himmel athme ich wieder freyer – Die Entdeckung Süddeutschlands in reiseliterarischen Texten des 18. und 19. Jahrhunderts«, Lukas Staffler M.A. von der Universität Augsburg blickt mit durch die Augen von Nicht-Schwaben am 19. September auf den schwäbischen Raum.

Vom großen Schwaben ins kleine »Große Lautertal« geht es am 10. Oktober mit Dr. Georg Eckert von der Uni Freiburg. »Das kleine Vorderösterreich im Lautertal – Lokale Aspekte globaler Herrschaft« erklärt, warum zum Beispiel Gemeinden wie Buttenhausen mehrfach den Besitzer wechselten. An den kleinräumigen Besitzverhältnissen spiegeln sich die Interessen kleiner und großer Adelshäuser und der imperialen Habsburger.

Professor Dr. Roland Müller von der Uni Stuttgart macht am 24. Oktober den Abschluss der Vortragsreihe und widmet sich der heikelsten Zeit schwäbischer Geschichte. »Württemberg zwischen Tradition und Moderne (1918–1933)«: Müller schaut besonders auf die Kultur der wilden 1920er-Jahre, auf die künstlerische Avantgarde und wie sie im liberalen Südwesten gesehen wurde, aber auch auf die zunehmend völkische Lebensreformbewegung.

Alle Vorträge der Reihe finden in der Münsinger Zehntscheuer statt und beginnen jeweils um 19 Uhr. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Stadtmuseums. (GEA)

 

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