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Krippenausstellung im Münsinger Albgut bringt viele zum Staunen

Der Advent ist vorbei und damit auch die Krippenausstellung im Albgut. Doch Manfred Schmidt zeigt seine Kunstwerke noch einmal am Dreikönigstag von 11 bis 17 Uhr.

Am Dreikönigstag ist die 15 Meter lange Krippe mit 16 Stationen aus dem Leben Jesu noch einmal zu sehen.
Am Dreikönigstag ist die 15 Meter lange Krippe mit 16 Stationen aus dem Leben Jesu noch einmal zu sehen. Foto: Maria Bloching
Am Dreikönigstag ist die 15 Meter lange Krippe mit 16 Stationen aus dem Leben Jesu noch einmal zu sehen.
Foto: Maria Bloching

MÜNSINGEN. Diese Krippenausstellung im BT 23 hat während der Sternenweihnacht im Albgut an den Adventswochenenden viele Menschen zum Staunen gebracht. Denn Manfred Schmidt aus Mehrstetten demonstriert mit jeder seiner elf Krippen handwerkliche Präzision, ein feines Gespür für Proportionen und seine Liebe für Details. Sie sind Zeugnis seiner Leidenschaft für Kunsthandwerk. Hinter jeder Krippe und jeder Figur steckt eine Geschichte und hinter jeder Geschichte ein Stück Holz, das darauf wartet, von ihm zum Leben erweckt zu werden. So ist seine Altholzkrippe aus Brettern einer verfallenen Hütte entstanden. »Ich habe sie ganz schmal abgesägt und daraus die Fassade der Krippe gemacht«, erzählt der frühere Gerichtsvollzieher, dessen Motivation für sein Hobby unermüdlich scheint.

Manfred Schmidt zeigt seine Krippe aus Zirbenholz.
Manfred Schmidt zeigt seine Krippe aus Zirbenholz. Foto: Maria Bloching
Manfred Schmidt zeigt seine Krippe aus Zirbenholz.
Foto: Maria Bloching

Krippen aus verschiedenen Holzarten und aus Papier

Er arbeitet mit verschiedenen Holzarten, unter anderem mit Lindenholz und Zirbe, weil sich beide Holzsorten sehr gut schnitzen lassen. Manfred Schmidt schnitzt, seit er 13 Jahre alt ist. Der Vater war Schreiner, das Handwerk liegt ihm also im Blut. Krippen zu bauen und Figuren zu schnitzen ist für ihn mit einer tiefen Faszination verbunden, die sich in jeder seiner einzigartigen Arbeiten widerspiegelt. Von der zarten Maria bis zum kräftigen Ochsen, vom jubilierenden Engel bis zu den wolligen Schafen: »Man muss sich mit Anatomie auskennen«, weiß er. Diese Anatomie sitzt bei Manfred Schmidt wie ein Maßstab der Geduld: Augen, Nasen, Hände und die Falten der Gewänder – alles muss stimmen, damit die Szene glaubwürdig und lebendig wirkt.

Manfred Schmidt schnitzt, seit er 13 Jahre alt ist

Natürlich, die Szene ist immer dieselbe und bleibt vertraut. Der Stall, die Krippe, die Heilige Familie, Hirten mit ihren Tieren und Engel. Doch der Krippenbauer bricht diese Konvention mit feinen Details. Maiskolben, deren Körner aus winzigen Senfkörnern bestehen, hängen über dem Stallboden. Lagerfeuer baut er aus Kandiszucker, Eiszapfen in der Schneekrippe aus geschmolzenem Glas. Diese scheinbaren Nebensächlichkeiten verleihen dem Geschehen in der Krippe eine zusätzliche Textur und vermitteln dem Betrachter, dass hier mit großer Sorgfalt und viel Geduld gearbeitet wurde. Bilder und Zeichnungen als Vorlagen geben ihm fachliche Orientierung, sodass er Schritt für Schritt – insbesondere beim Schnitzen – vorgehen kann. Das Erarbeiten einer Krippe, so erzählt er, ist für ihn ein Prozess von Beobachtung, Nacharbeitung und Optimierung. »Was es braucht, um zu schnitzen, ist Muse, ein scharfes Messer und gutes Licht«. Und natürlich Können und handwerkliches Geschick, das er sich über Jahrzehnte und auch bei einem Schnitzkurs angeeignet hat. Manchmal kommt ihm auch der Zufall entgegen.

So wie beim Fund einer großen Zirbenwurzel auf 2.500 Meter in den Dolomiten: »Ich habe diese Wurzel auf meinen Schultern bis nach unten getragen«, erinnert sich Manfred Schmidt. Sie dient nun als Stall zur Darstellung der Krippenszene. Zwei Krippen stammen aus einem Modellbausatz, die meisten aber stellt er mit eigenen Händen von Grund auf selbst her. »Da muss man von Beginn an das Bild der fertigen Krippe vor Augen haben und wissen, wie man vorgeht«. Als Schlagzeuger ist er auf den Gedanken gekommen, eine Krippe in eine Trommel einzubauen. Das Fell des Instruments wurde abgemacht und durch eine Glasscheibe ersetzt, sodass man einen Blick ins drehende Innere erhält. Ein Teil des Trommelkörpers wurde geöffnet, um die Heilige Familie platzieren zu können. An Ostern wird sie durch eine andere Szenerie ersetzt.

15 Meter lang ist die Krippe mit 16 Darstellungen aus dem Leben Jesu

An Fantasie mangelt es Manfred Schmidt nicht. Und auch nicht an Begeisterung. Unter anderem für die 15 Meter lange Krippe, die vom Ehepaar Kneer aus Westerheim über zehn Jahre hinweg gebaut und dann in der Westerheimer Kapelle ausgestellt worden war. Als diese renoviert wurde, musste die Naturkrippe weichen. Manfred Schmidt hat ihr ein neues Zuhause gegeben, sie komplett elektrisiert und im letzten Jahr im Rahmen seiner Krippenausstellung zum ersten Mal im Albgut gezeigt. Auch diesmal brachte sie wieder die Besucher mit den 16 wunderschönen Darstellungen aus dem gesamten Leben von Jesus zum Staunen. Am Dreikönigstag ist sie ebenso wie eine große Orientalkrippe und die selbst gebauten Krippen von Manfred Schmidt noch einmal zu sehen. (GEA)