KOHLSTETTEN. Ein Konzertabend, zwei musikalische Schwerpunkte und an beiden beteiligt waren die Sängerinnen und Sänger des Sängerbunds Kohlsteten und der Eintracht Lonsingen. Im ersten Teil gehörte die Bühne im Kohlstetter Dorfgemeinschaftshaus der Singgemeinschaft alleine, nach der Pause rückte sie gerne ins zweite Glied und begleitete den Liedermacher Roman Mangold als Backgroundchor. Ob Hauptakt oder als unterstützender Part: Die rund 120 Besucher waren begeistert von den Gastgebern und vom schwäbisch singenden Gast aus Reutlingen sowieso.
Alleine ging nichts mehr und so haben sich die Gesangsvereine aus Kohlstetten und Lonsingen 2021 zu einer Chorgemeinschaft zusammengeschlossen, als Vereine existieren sie jeweils weiter. »Nach Corona waren beide geschrumpft«, blickt Kolhstettens Vorsitzender Andreas Lorch zurück. Durch den Zusammenschluss habe man unter Leitung von Mari Vihmand weitermachen können: »Seither passt das wieder.« Und das war sicht- und hörbar, die Kohlstetter und Lonsinger eint die Freude am Gesang: Sie standen mit großem Spaß auf der Bühne und sangen sogar vom Glück. »Glücklich muss man einfach sein«, heißt es in einem Lied der Fääschtbänkler – am Ende des Lieds war aus dem Publikum aus tiefstem Herzen ein bestätigendes »Jawohl« zu hören.
Musikalisch breit aufgestellt
Bei so viel Enthusiasmus hörte man auch über die ein oder andere kleine Ungereimtheit im Vortrag hinweg, die Leistung der Amateursänger wurde vom Publikum absolut anerkannt. Zumal die Liedauswahl keinerlei Langeweile aufkommen ließ, die unterschiedlichen Musikstile waren zu hören: Da erklang der Song »Illusionen« von Udo Jürgens, zum Repertoire gehört auch »Gabriellas Lied« aus dem schwedischen Film »Wie im Himmel« oder der Elvis Presley-Hit »Can’t help falling in love«. Angestimmt wurde auch Bill Ramseys Schlager-Oldie »Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett« und »Mach noch ne Runde«, ein Lied der Mittelalter Rockband Versengold. Für zwei Lieder verabschiedeten sich die Frauen von der Bühne, sang der Männerchor alleine – klar, dass da ein Silcherlied nicht fehlen darf. Zum positiven Gesamteindruck trug auch Kohlstettens ehemaliger Pfarrer Martin Breitling bei, der als Moderator nicht nur die Lieder ankündigte, sondern viele Gedanken darüber hinaus ansprach.
Nach der Pause leitete die Chorgemeinschaft mit dem Pur-Song »Ein graues Haar« zum Auftritt des Stargasts Roman Mangold über, der die Steilvorlage mit einem Song aus dem Musical »Hair« auch gleich aufnahm: Er beschrieb augenzwinkernd das Drama um seine Haare – die seien inzwischen kaum noch vorhanden. Liedermacher zu sein ermögliche ihm genau hinzuschauen: »Ich muss nichts erfinden, sondern gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt.« So wird der Klamottenkauf und die unvermeidlich damit verbundene Kundenkarte ebenso thematisiert wie die Dauerhetze vieler Menschen – »I han oifach koi Zeit«.
Perfekte Harmonie
Singgemeinschaft und Liedermacher harmonierten perfekt, der sympathische Liedermacher hätte sie gerne öfter um sich herum. Doch das scheitere am Platz, wie er lachend meinte: Die Bühnen in den Kleinkunstkneipen seien einfach zu klein für 25 Background-Sänger. Umso mehr genossen die Zuschauer den auf lange Sicht wohl einmaligen gemeinsamen Auftritt, um eine lautstark eingeforderte Zugabe kamen die Akteure nicht herum. (GEA)

