MÜNSINGEN-DOTTINGEN. Für viele Oldtimerfans und Sammler gehören 1. Mai und Oldtimerfest in Münsingen einfach zusammen. Nach etwas verhaltenem Auftakt knatterten, schnurrten, schnauften die Motorräder, Prunkschlitten, Schlepper – und sonst noch etliches mehr, was alt ist und Räder hat –, ohne Unterlass auf den Eisberg. Auch die Besucher pilgerten trotz kühler Witterung zahlreich zur kultigen Motoren-Schau mit familienfreundlichem Programm.
Etwa 700 bis 800 Aussteller seien gekommen, schätzte Peter Hinkel, Vorsitzender des Luftsportvereins Münsingen-Eisberg (LSV). »Uns sind die Teilnehmerurkunden ausgegangen«, freute sich der Organisator über den Andrang. Rund 120 Helfer waren im Einsatz.
Zum mittlerweile 34. Mal hatte der LSV die Oldtimer zu Gast auf seinem Fluggelände. Diesmal duften die Flieger allerdings keine eigene Show am Himmel bieten: Wegen »sicherheitstechnischer Einschränkungen« hätten sie aufs Fliegen verzichtet, bedauerte Hinkel. »Aber wir wollen künftig wieder Flugshows machen, da arbeiten wir dran«, versicherte der LSV-Vorsitzende.
Die Festorganisatoren machten aus der Not eine Tugend und parkten die schicken Schlitten direkt auf dem Flugfeld unmittelbar vor den Hallen – diesmal also kurze Wege fürs Publikum. Auch der Wacholdermarkt und die Vorführungen der Rettungshundestaffel aus Nürtingen, inzwischen fester und beliebter Bestandteil des Oldtimerfestes, waren nahe am Geschehen platziert.
Die Langsamsten zählten einmal mehr zu den Ersten auf dem Eisberg: Patrick Steimer und seine Freunde von der »Landjugend« aus Denkendorf waren mit drei Fendt-, einem Deutz- und einem Case-Traktor nebst Unimog und Anhängern bereits am Sonntag angereist. »Wir haben großes Equipment dabei«, erklärte der 20-Jährige. Bei 30 Sachen im Schnitt hätten sie zwei Stunden von Denkendorf auf die Alb gebraucht. Die Gruppe kommt alle Jahre wieder gern: »Wir genießen abends die Gemeinschaft. Dass das Wetter nicht so toll ist, das sind wir schon gewohnt«, erklärte Steimer.
Auch Eugen und Elke Kuhn waren mit Dackel Rudi und dem alten Deutz einmal mehr dabei. Das Traktor-Reisen haben die beiden Riedericher Ruheständler stilvoll kultiviert. Vor allem das Wohnwägelchen ist schnuckelig: Zwei Stockbetten, ein kleiner Tisch, ein Holzofen. Gardinen, Tischdecke, Decken- und Kissenbezüge sind selbst genäht. »Ach ist das hübsch« – vor allem Frauen waren entzückt vom mobilen Schlafgemach.
Bei den chromblitzenden Oldtimern war alles vertreten, was Rang und Namen hatte, vom knallroten Jaguar bis zum Oldsmobile. Neben den vielen Nobelmarken fand auch Friedrich Rükerts Toyota Celica, Baujahr 1975, etliche Bewunderer. Vor sechs Jahren gekauft, sei der Wagen seither stark im Preis stark gestiegen, verriet der Sammler. Der Gammertinger kommt seit 2013 regelmäßig: »Man lernt hier viele Leute kennen.« (GEA)

