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Aktuell Konzert

Klänge der Hoffnung in der Nebelhöhle

Ein besonderes Konzert in außergewöhnlicher Atmosphäre: Der Posaunenchor Undingen musizierte zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Sonnenbühl in der Nebelhöhle, einer der schönsten und größten Tropfsteinhöhlen der Schwäbischen Alb. Der Abend stand unter dem Thema »Esperanza – Hoffnung«.

Der Posaunenchor Undingen musizierte anlässlich des Sonnenbühler Jubiläums in der Nebelhöhle.
Der Posaunenchor Undingen musizierte anlässlich des Sonnenbühler Jubiläums in der Nebelhöhle. Foto: Carola Eissler
Der Posaunenchor Undingen musizierte anlässlich des Sonnenbühler Jubiläums in der Nebelhöhle.
Foto: Carola Eissler

SONNENBÜHL. Der Weg war bereits Teil des Ziels: Zahlreiche Konzertliebhaber und auch Höhlenliebhaber begaben sich am Freitagabend in die Tiefen der Nebelhöhle, ausgestattet mit dicken Jacken und gutem Schuhwerk. Der eine oder andere hatte sogar einen Klapphocker unterm Arm. 25 Meter steil hinunter in die Höhle ging es zunächst und dann entlang der Tropfstein-Formationen immer tiefer hinein in die seit 1486 bekannte Nebelhöhle, bis man die Halle im hintersten zugänglichen Bereich der Höhle, rund 450 Meter vom heutigen Eingang entfernt, erreicht hatte.

Dort wartete bereits der Posaunenchor Undingen, der erst im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert hatte. Die Bläser hatten nicht nur ihre Instrumente hierher geschleppt, sondern auch technisches Gerät und Notenständer. Eben alles, was man braucht, um einen gelungenen Konzertabend zu bieten. Und als die ersten Klänge ertönten, erinnerte es ein wenig an die Höhlenkirchen in fernen Ländern. Der Eintritt zum Konzert war übrigens frei, um eine Spende für die Sanierung der Helmut-Werner-Hütte wurde gebeten.

Bläsermusik und Zwischentexte

»Esperanza – Hoffnung« stand als Titel und als Wunsch über dem Konzert des Posaunenchors, das dieser aus Anlass des Sonnenbühler Jubiläums gab. 1975 hatten sich als Ergebnis einer Kommunalreform die Ortschaften Genkingen, Undingen, Erpfingen, Willmandingen zur Gemeinde Sonnenbühl zusammengeschlossen, die heute knapp über 7.000 Einwohner zählt. Keine Liebesheirat damals, eher eine Vernunftehe. Die allerdings bis heute gehalten hat.

Pfarrer Simon Wandel hatte die Idee, im Jubiläumsjahr der Kommune den Posaunenchor in die Nebelhöhle zu holen und dort ein besonderes Blechbläserkonzert zu bieten. Er führte auch durch den Abend und bereicherte das Konzert - zwischen den Musikstücken - mit Geschichten, Anekdoten, Nachdenklichem und Tiefgründigem. Die Besucher seien quasi ins Fundament Sonnenbühls hinunter gestiegen, erklärte Wandel, die Musiker würden ihre Klänge aufsteigen lassen, um Sonnenbühls Geburtstag zu feiern. Und er widmete sich dem Motto des Abends: »Um Hoffnung soll es gehen. Hoffnung in diesen erschütternden Zeiten.«

Die Klänge waren von ganz unterschiedlichen Hoffnungsbildern geprägt. Und auch die Zwischentexte von Pfarrer Wandel waren darauf angelegt, Hoffnung zu verbreiten. Der Posaunenchor hatte sich ein vielfältiges Repertoire erarbeitet. Angefangen von »Hevenu shalom alejchem« in einer Bearbeitung von Michael Schütz über Mendelssohn-Bartholdys »Wie lieblich sind die Boten« und Bachs »Meinen Jesum lass ich nicht« bis zu »Alexanders Ragtime Band« und eben »Esperanza« von Friedrich Veil, das Stück, das dem Abend den Titel verlieh. Zwölf Stücke präsentierten die Bläser und am Ende durften die Besucher mit »Der Mond ist aufgegangen« auch noch gemeinsam ein Lied anstimmen, bevor sie sich wieder auf den Rückweg durch die Nebelhöhle an die Oberfläche machten. Ein beeindruckender Abend in außergewöhnlicher Atmosphäre. Der Posaunenchor wurde nicht zuletzt mit großem Applaus und vielen positiven Reaktionen auf seinen Konzertabend belohnt.

Die Nebelhöhle wird von den Gemeinden Sonnenbühl und Lichtenstein gemeinsam verwaltet. Denn zwei Drittel der Höhle liegen auf Sonnenbühler, ein Drittel auf Lichtensteiner Gemarkung. Immer wieder gibt es Konzerte in der Nebelhöhle, bei 9 Grad konstanter Temperatur und inmitten der Felsformationen. Bei der nächsten Veranstaltung am Donnerstag, 9. Oktober, heißt es dann »Höhlenkrimi trifft Höhlenklänge« bei einer Konzertlesung. (GEA)