SONNENBÜHL. Im Mai endet Andreas Hipps Arbeit im Sonnenbühler Forst. Dann geht der Förster, der seit 1999 das Undinger Revier betreut, in Ruhestand. Zum letzten Mal war der Revierleiter, der auch für Engstingen zuständig ist, also nun in den Sonnenbühler Gemeinderat gekommen, um über die Arbeit im noch laufenden Jahr zu berichten. Auch sein Kollege Andreas Rein, Revierleiter für Erpfingen, Willmandingen und Genkingen, berichtete über die Tätigkeit in seinen Zuständigkeitsbereichen. Ebenso legte Charlotte Müller, Trainee beim Kreisforstamt, die Forstwirtschaftszahlen vor für den Vollzug 2024, die aktuellen Zahlen für das noch laufende Jahr und die für den Forstwirtschaftsplan 2026.
2024 waren 9.285 Festmeter Holzeinschlag geplant, 9.500 Festmeter wurden es. In diesem Jahr liegt man gut im Plan, es laufe alles, wie man es sich vorgestellt hat, sagt Andreas Rein für seine Reviere in Erpfingen, Genkingen und Willmandingen. Die Forstleute haben 4,5 Hektar wieder aufgeforstet, 9.500 Pflanzen gesetzt, hauptsächlich Stiel- und Traubeneiche, Hainbuche und Douglasie. Die Holzmenge, die in den drei Ortsteilen geerntet wurde liegt bei 7.700 Festmetern, davon 60 Prozent Laub- und 40 Prozent Nadelbäume. Nur 660 Festmeter waren "zufällige Nutzung, also durch den Borkenkäfer oder durch das Eschentriebsterben befallene Bäume. Rein erklärte, dass der Holzabsatz gut sei, allerdings nicht so sehr auf dem Industrieholzmarkt, und auch die Nachfrage nach Brennholz sei gering gewesen.
»Wir haben versucht, die Holzernte in den Bereich des Windparks zu legen, damit wir dort Ruhe haben, wenn die Windräder stehen.«
Auch Andreas Hipp sprach für Undingen von einem »normalen Jahr«, allerdings gab es Besonderheiten durch den Bau des Windparks und die Arbeit an der Burg Hohengenkingen undd auch hier die auffällig geringere Nachfrage nach Brennholz. Bei den Ausgleichsmaßnahmen für den Windpark Hohfleck »liegen wir in den letzten Zügen«. Der Besucherandrang sei groß gewesen, die Holzernte hätten er und sein Team versucht, rund um den Windpark zu legen - weil sowieso viele Störungen durch Transporte und »Touristen« vorhanden gewesen seien und »damit die Natur in diesem Bereich dann in den nächsten zwei bis drei Jahren zur Ruhe kommt, wenn die Windräder stehen«. Drei sind bereits gebaut, zwei folgen noch, Einweihung des Windparks soll im Mai 2026 sein.
Für 2026 plant der Forst mit einer Holzeinschlagmenge von 9.100 Festmetern. Auf der Rechnungen stehen mehr Einnahmen, aber auch mehr Ausgaben insbesondere Personalkosten, erklärt Charlotte Müller. Das Gesamtergebnis soll bei 84.724 Euro. Im Plus sei man vor allem auch, weil das Programm Klimaangepasstes Waldmanagement Geld in die Kasse spült, erklärt Kreisforstamtsleiter Franz-Josef Risse. Außerdem sind die Ökopunkte, die die Gemeinde für Stilllegungsflächen etwa für die Kernzonen für den Biosphärengebietsbeitritt kassiert, quasi Gold wert. 120 Hektar Wald werden in Sonnenbühl nicht mehr genutzt, vier Ökopunkte pro Quadratmeter gibt's, und würden diese veräußert, kosten die einen Euro pro Punkt. Geld, das dem Forsthaushalt gutgeschrieben wird. »Die Geschäftsfelder im Wald werden mehr, neue kommen hinzu«, sagte Risse, deswegen ist den Forstleuten noch nicht bang, wenn aktuell die Brennholznachfrage sinke. Ob dies ein temporärer Effekt ist, können sie allerdings nicht sagen. (GEA)

