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In sechs Etappen über die Alb: So lief die 24-Stunden-Wanderung in der Region

Die 14. Mammut-Tour des Rotary Clubs Münsingen führte 110 Teilnehmer über 76 Kilometer.

110 Wanderer machten sich auf den Weg zur  24-Stunden-Wanderung über die Alb, die der Rotary Club (RC) Münsingen organisiert hat
110 Wanderer machten sich auf den Weg zur 24-Stunden-Wanderung über die Alb, die der Rotary Club (RC) Münsingen organisiert hat. 90 hielten bis zum Ende durch. FOTOS: LENK
110 Wanderer machten sich auf den Weg zur 24-Stunden-Wanderung über die Alb, die der Rotary Club (RC) Münsingen organisiert hat. 90 hielten bis zum Ende durch. FOTOS: LENK

MÜNSINGEN/ALB. Einmal im Jahr »den inneren Schweinehund überwinden« und dabei die Schönheit der Mittleren Alb genießen. Das ist die Motivation für Werner Gamerdinger, einem der 110 Teilnehmer der traditionsreichen 24-Stunden-Wanderung, die am Wochenende bereits zum 14. Mal vom Rotary Club (RC) Münsingen ausgetragen wurde. Gamerdinger ist derjenige, der bis auf eine Tour alle mitgelaufen ist.

Dieses Mal ging es in sechs Etappen von Erkenbrechtsweiler im Landkreis Esslingen in den Landkreis Reutlingen nach Bad Urach, weiter auf den Traifelberg, von dort aus nach Bernloch (Hohenstein) und Aichelau (Pfronstetten), bevor die Mammut-Tour auf Schloss Ehrenfels im Großen Lautertal endete. Dabei wurden insgesamt 76 Kilometer zurückgelegt und 1.400 Höhenmeter überwunden. 30 Helfer sorgten dafür, dass es den Teilnehmenden am Tag und in der Nacht an nichts fehlte.

Fantastische Ausblicke

Die weiteste Anreise hatte der ehemalige Münsinger Bürgermeister Rolf Keller aus Ungarn, der mit 82 Jahren zudem der älteste Teilnehmer war. Begleitet wurde er von seinem einstigen Amtskollegen, dem Hohensteiner Bürgermeister außer Dienst, Jochen Zeller (57 Jahre). Mit dabei war wieder die Engstinger Gemeinderätin Iris Kemmner (65 Jahre), außerdem ihre Ratskollegen aus Hohenstein, Robert Schnitzer (59) und Lothar Hofstetter (63).

Startschuss war am Samstag um Punkt 10 Uhr bei der Mehrzweckhalle in Erkenbrechtsweiler. Die erste Etappe zum Biolandhof Bad Urach war mit knapp 15 Kilometern auch die längste. Entlang des Albtraufs boten sich den Wanderern bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius fantastische Ausblicke auf Beuren und den Hohenneuffen.

Bei Nieselregen über umgestürzte Bäume

Über den Flugplatz Hülben ging es weiter in die Kurstadt, wo die erste Rast eingelegt wurde. Frisch gestärkt starteten die Wanderer danach ins Maisental, vorbei an den Gütersteiner Wasserfällen. Nach knapp vier Stunden erreichten sie den Übersberger Hof, wo es Kaffee und Kuchen gab. Dort wechselten die ersten Durchgeschwitzten ihre Kleidung, die ihnen die Organisatoren vom ersten bis zum letzten Stopp transportiert und bereitgelegt hatten. Weiter ging es zum Diakonischen Institut in Lichtenstein, zu dem eine beeindruckende Strecke auf dem Traifelberg durch hohe Felsen führte.

Viele Wander-Kilometer fordern ihren Tribut: Blasen wurden unterwegs professionell verpflastert.
Viele Wander-Kilometer fordern ihren Tribut: Blasen wurden unterwegs professionell verpflastert. Foto: Joachim Lenk
Viele Wander-Kilometer fordern ihren Tribut: Blasen wurden unterwegs professionell verpflastert.
Foto: Joachim Lenk

Auf dem Weg dorthin mussten bei Nieselregen zahlreiche umgestürzte Bäume überklettert werden. Manche Wanderer machten lieber einen großen Bogen drum herum. Ankunft im einstigen Albhotel Traifelberg war trotzdem pünktlich um 21.50 Uhr, wo Gulasch- und Gemüsesuppe für Stärkung sorgten. Bei dieser Zwischenstation hatten die drei mitgereisten Physiotherapeuten im wahrsten Sinn des Wortes alle Hände voll zu tun.

Nickerchen im Mondlicht

Um 22.45 Uhr ging es im Mondlicht und mit eingeschalteten Stirnlampen nach Bernloch weiter, wo kurz vor 2 Uhr die einstündige Nachtrast eingelegt wurde. Dort nutzten viele die Möglichkeit, sich für ein kurzes Nickerchen im Freien aufs Ohr zu hauen, bevor bei regnerischem Wetter die fünfte Etappe nach Aichelau in Angriff genommen wurde. Das Frühstück konnten die Unentwegten gegen 6 Uhr bei der Firma Paravan einnehmen. Dort tauschten sie die nassen Klamotten gegen trockene aus. Die letzte Etappe von Aichelau zum Schloss Ehrenfels in Wimsen war noch einmal zwölf Kilometer lang. Für viele der schönste Abschnitt, da es unter anderem durch das idyllische Glastal ging, wo der Hasenbach vor sich hin plätschert.

Weißwürste und ein kühles Bier

Die Uhr zeigte 9.37 Uhr, als sage und schreibe noch 90 Wanderer total erschöpft, aber überglücklich unter dem Beifall der Organisatoren im Schlosshof eintrafen. Der Lohn, am Ziel Weißwürste und ein kühles Bier zu bekommen, sei alle Strapazen wert gewesen, hieß es einhellig, und die Freude über das Ende der Tour stand vielen ins Gesicht geschrieben. Für alle gab es zum Abschied eine Teilnahme-Urkunde, die ihnen RC-Präsidentin Doris Müller überreichte. Danach brachte ein Bus alle zurück nach Erkenbrechtsweiler, und sie versprachen, sich nächstes Jahr wieder auf die Walz zu machen.

In den vergangenen Jahren kamen durch die Wanderungen mehr als 100 000 Euro für soziale Zwecke zusammen. Dieses Mal fließt das durch Startgelder und Spenden eingenommene Geld in Höhe von rund 15 000 Euro je zur Hälfte an die »Global Friendship Mission« sowie die »St. Elisabeth Stiftung«. (GEA)