HOHENSTEIN. Weniger Papier, mehr digitale Lösungen: Das gilt auch für die Gemeinde Hohenstein, die mithilfe von Adrian Zeller auf Modernisierungskurs ist. Der Digitalisierungsbeauftragte, der neben Hohenstein auch die Verbandsgemeinden Trochtelfingen und Engstingen betreut, berichtete im Gemeinderat von erledigten, laufenden und noch anstehenden Projekten.
Seit gut einem Jahr hat die Verwaltung im Rathaus neue Server und ein neues Betriebssystem. Als nächstes sind die Kitas dran: Sie sollen ein neues Verwaltungsprogramm bekommen, eine Eltern-App wurde schon eingerichtet, die dazugehörige Schulung ging im Oktober über die Bühne. Sobald sämtliche Accounts angelegt und vergeben sind, kann's losgehen. Dann, so Zeller, wird im Kindergartenalltag vieles einfacher: »Der Zettel, der mitgegeben wird, geht nicht mehr irgendwo im Rucksack verloren.« Der Termin für den Ausflug kommt direkt aufs Handy und die Abfrage, ob die Eltern einverstanden sind, dass Fotos gemacht werden, gleich mit, gab Zeller Beispiele.
Auch an die Adressdatenbank der Gemeinde hat er sich gemacht, sie braucht Pflege und ein neues System. Cybersicherheit ist ein großes Thema, die Mitarbeiter von allen drei Verbandsgemeinden haben deshalb eine Schulung mit einem externen Dienstleister bekommen. Auf fremde Hilfe zurückgreifen muss Zeller auch bei seinem aktuellen Großprojekt: Die Gemeinde Hohenstein bekommt eine neue Homepage. Nicht, weil die bisherige nicht mehr gefällt, sondern weil sie die Ansprüche an die Barrierefreiheit nicht erfüllt. Darauf hat die Deutsche Rentenversicherung die Alb-Gemeinde hingewiesen und ihr eine Verbesserung ins Pflichtenheft geschrieben.
Videos in Gebärdensprache für die neue Homepage
»Es ist viel, was man da bringen muss«, bemerkte Zeller, unter anderem werden Videos in Gebärdensprache produziert und eingebettet. Ansprechender, funktionaler und bürgernäher werden soll die Seite ganz grundsätzlich für alle. So soll es künftig ein Online-Terminbuchungsportal geben und die Buchungskalender für kommunale Räume sollen im Internet einsehbar sein. Verschiedene Anbieter habe man schon gesichtet, berichtete Zeller, die Beauftragung stehe noch aus. Das Haushaltsbudget - dieses Jahr stehen 20.000 Euro im Etat - wird 2025 nicht mehr gebraucht, sondern erst im kommenden Jahr. Der gesetzte Kostenrahmen passt aber noch, zeigte sicher Bürgermeister Simon Baier optimistisch, dass es nicht teurer wird.
Schon erledigt sind zwei Projekte, die vor allem die Arbeit im Bürgerbüro deutlich erleichtern. Hinter dem Namen »Point ID« steht die Möglichkeit, dass Bürger nun alles, was sie für einen neuen Ausweis brauchen, im Rathaus erledigen können - das gilt auch für das Foto, das vor Ort gemacht und nicht mehr wie früher mitgebracht werden muss. Auch Wohnsitze können nun auf elektronischem Wege an-, ab- und umgemeldet werden.
Auf der To-do-Liste stehen nun unter anderem eine neue Telefonanlage fürs Rathaus, ein neues Zeiterfassungssystem, das auch für die »Außenstellen« wie Kindergärten und Bauhof praxistauglich ist, sowie die Aufzeichnung und Transkription von Gemeinderatssitzungen. (GEA)

