GAMMERTINGEN. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich in Gammertingen eine Initiative entwickelt, die sich um Freizeitinteressen von Jugendlichen kümmert. Einer der Initiatoren ist Richard Buck, der gemeinsam mit anderen Vätern einiges in die Hand genommen hat: Nach der Instandsetzung des vor 16 Jahren aus DFB-Geldern gesponserten Minifelds bei der Alb-Lauchert-Halle ist nun der an die Realschule angrenzende Spielplatz wieder auf Vordermann gebracht worden.
»Das ganze Engagement hat sich eigentlich aus der Coronakrise heraus entwickelt«, erklärt Richard Buck. Im Frühjahr 2020 hatte er sich mit anderen Vätern – vornehmlich von F-Jugend-Kickern der SGM Alb-Lauchert – Gedanken über das heruntergekommene Minifeld gemacht. Kaputte Netze, Graffiti und Müllablagerungen sorgten dafür, dass es kaum mehr genutzt wurde. »Von 1 000 vom DFB gesponserten Minifeldern in Deutschland sind nur noch wenige übrig«, weiß Buck.
Basketballkorb als Nächstes
Also beschlossen die Väter, selbst ans Werk zu gehen. Der Bodenbelag wurde erneuert, der Müll weggeräumt, die Netze wurden instand gesetzt, die Graffiti entfernt, der Rasen und die Außenanlagen gepflegt. Seither wird das Minifeld wieder gut angenommen, vor allem an den Sonntagen ist viel Betrieb.
»Sonntags von 11 bis 12 Uhr führen wir Turniere für Kids durch, die aus allen Altersstufen kommen dürfen«, berichtet Buck. Dabei sorgen Kinder und Eltern dafür, dass nach den Spielen alles wieder ordentlich zurückgelassen wird. Damit sich die Kids mit »ihrem« Spielfeld identifizieren und verbunden fühlen, versammelt Buck die jungen Kicker in den Spielpausen im Spielfeld und ruft: »Wem gehört das Minifeld?« Alle Kinder kreischen dann zurück: »Uns!« – »Und wer ist dafür verantwortlich?« – »Wir !!!« Auf diese Weise, sagt Buck, werde ein gewisses Verantwortungsgefühl erzeugt.
Die erfolgreiche Wiederbelebung des Minifelds hat die engagierten Väter dazu verleitet, erneut mit Schaufel, Schubkarren und Besen aktiv zu werden: Nicht weit weg vom Minifeld waren sie jetzt tätig, um den Spielplatz der Realschule wieder attraktiv und benutzbar zu machen. Buck betont, die Kooperation mit Dieter Grißlich und Christian Lingel-Kösel von der Stadtverwaltung habe bestens funktioniert: »Sie unterstützen uns mit Rat und Tat.« Auch die Kosten seien kein Problem, einige Sponsoren übernehmen sie.
»Als Nächstes planen wir, den Basketballkorb im Pausenhof zu erneuern. Danach haben wir schon einige Ideen, um den Pausenhof insgesamt für die Schüler kinderfreundlicher zu gestalten«, berichtet Buck – den Vätern gehen die Ideen noch nicht aus. (ewt)

