ST. JOHANN-WÜRTINGEN. Für das 20-jährige Bestehen des Soifa-Bobby-Clubs St. Johann hat sich die Vorstandschaft einige »Extra-Events« ausgedacht - und alles bei freiem Eintritt für die Besucher. Neben den Wettkampfläufen hinterm »Steigle« beim Würtinger Sportplatz treten sonntags Rennlegenden an, und am Abend zuvor rundet ein Nachtrennen die Jubiläumsparty ab.
»Schon seit Jahren reden wir davon, die Abfahrt einmal bei Nacht zu machen«, verrät Horst Kitsch. Ohne Flutlicht, versteht sich. Nur der Festplatz mit großem Zelt ist beleuchtet. Dann zeigt sich, wer Fingerspitzengefühl für die 666 Meter lange Strecke vom »Mond« am Hirnberg hat und die Kurven beherrscht. Tagsüber werden auf den über 60 Höhenmetern zum Teil Geschwindigkeiten bis zu 90 Stundenkilometern erreicht, aber nachts? Ab 22 Uhr ist die Piste frei für die couragierten Lenker in ihren oft außergewöhnlichen Gefährten.
In der Mittagspause am Sonntag wollen es die Veteranen beim »Lauf der Legenden« noch einmal wissen. »Einige haben noch ihre Originale von damals aufbewahrt, und mit denen wollen sie antreten«, wirft Vorsitzender Michael Kuhm ein. »Das hat schon berührt, wie wir sie angesprochen und ihre Augen zu leuchten begonnen haben.« Sie hätten sich schon öfter darüber unterhalten, wie es wäre, mal wieder die Rennstrecke hinunterzufahren.
Legenden und solche, die es werden wollen
Den Soifa-Bobby-Club haben vor 20 Jahren Enthusiasten gegründet, um mit ihren Eigenkonstruktionen ihre Leidenschaft auszuleben und den Rennzirkus in Würtingen zu eröffnen und zu erhalten. Umgebaute Bobbycars, »Soifakista« mit allerhand technischen Raffinessen, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Aber Sicherheit hat Priorität. Auch was die Schutzausrüstung betrifft, hier sind klare Vorgaben einzuhalten. Und natürlich auch bei der Streckenführung, die mit gut 15 Tonnen Material wie Reifen und Fangzäune abgesichert wird.
Die Würtinger Adresse hat sich in der Szene herumgesprochen, die Rennstrecke ist bekannt für die Originalität, ihren Anspruch und die angeglichenen lokalen, nationalen und internationalen Reglements. Vor allem in der Fun-Klasse ist Kreativität gefragt. Hier ist die Prämisse »Je ausgefallener, desto besser«. Hier geht es um Show, um Witz, um Erfindungsreichtum, so sehen es Kitsch und Kuhm. Nicht minder engagiert fahren die Jugendlichen, die mit Herzblut dabei sind. »Das wird sicher wieder ein Spektakel. Beim ersten Rennen vor 20 Jahren haben wir 20 bis 25 Teilnehmer und mehr als 1.200 Besucher gezählt. Das war genial«, erinnert sich Kuhm. Bei den Deutschen Meisterschaften beteiligten sich bis zu 100 Pilotinnen und Piloten.
Zusammen mit seinem Stellvertreter Kitsch hat Kuhm vor gut zehn Jahren die Vereinsführung übernommen. Waren es bei der Gründung zehn bis zwölf Mitglieder, ist deren Zahl inzwischen auf 51 gestiegen. Die brauchen sie auch, verlangt ihnen doch die Ausrichtung der Rennen alles ab. Dann noch einige befreundete Vereine, die mithelfen, und das Rennwochenende steht. »Das erfordert einen hohen Anteil an Helfern. Aber wir bereiten alles gut vor, und wir haben eine engagierte Mannschaft«, betont Kitsch. »Inzwischen haben wir auch eine gewisse Routine.«
Party gibt es ab 21 Uhr am Samstagabend, 12. Juli, im Festzelt mit Livemusik, bevor um 22 Uhr das Nachtrennen steigt. Tagsüber sind von 11 bis gegen 18 Uhr die Wettkampfläufe. Am Sonntag, 13. Juli, starten dann ab 10 Uhr Wertungsläufe mit Siegerehrung gegen 16 Uhr. Highlight zur Mittagspause: Der »Lauf der Legenden«. (GEA)


