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Fantastische Show in Münsingen: Stepptanz trifft auf Klaviermusik

Kultur33 bot mit »Tap in Concert« eine fantastische Show voller Rhythmus und Tanz. In der Münsinger Zehntscheuer gingen Stepptanz und Klaviermusik eine Symbiose ein.

Bernd Paffrath, Kira von Kayser, Julian von der Heyden und Zoa Leichtle (von links)  steppten zur Klaviermusik von David Stanley
Bernd Paffrath, Kira von Kayser, Julian von der Heyden und Zoa Leichtle (von links) steppten zur Klaviermusik von David Stanley Johnson. Foto: Maria Bloching
Bernd Paffrath, Kira von Kayser, Julian von der Heyden und Zoa Leichtle (von links) steppten zur Klaviermusik von David Stanley Johnson.
Foto: Maria Bloching

MÜNSINGEN. Schon nach den ersten Takten war klar: Diese außergewöhnliche Tanzkonzert-Show von Kultur33 ist weit mehr als »nur« eine Stepptanzveranstaltung. Geboten wurde ein atemberaubendes und explodierendes Feuerwerk aus Rhythmus, Klaviermusik und puren Emotionen – eine Begegnung von Klang und Bewegung, die das Publikum vom ersten Moment an fesselte und restlos begeisterte. Sowohl am Samstagabend als auch am Sonntagmorgen bebte der Theaterraum der Zehntscheuer unter den präzisen, fast orchestralen Klängen der Steppschuhe. Dabei handelte es sich weder um ein gewöhnliches Konzert noch um eine klassische Tanzshow, sondern um eine kunstvolle Fusion, in der Pianisten und Tänzer in einem ständigen, lebendigen Dialog standen. Besonders eindrucksvoll war, wie sich die beiden virtuosen Pianisten Myron Romanul, Dirigent des Bayerischen Staatsballetts, sowie David Stanley Johnson in die rhythmische Sprache der Tänzer einfügten: mal begleitend, mal antreibend, dann wieder fordernd im musikalischen Schlagabtausch. Und natürlich glänzten sie auch mit solistisch und vierhändig dargebotenen Stücken am Klavier.

Junge Talente bekamen in der Zehntscheuer eine Plattform.
Junge Talente bekamen in der Zehntscheuer eine Plattform. Foto: Maria Bloching
Junge Talente bekamen in der Zehntscheuer eine Plattform.
Foto: Maria Bloching

Unter den Tänzerinnen und Tänzern waren Künstler mit großen Namen und ebenso beeindruckenden Karrieren zu finden. Allen voran die professionellen Stepptänzer Kira von Kayser und Bernd Paffrath als zwei der größten Talente der europäischen Stepptanzszene. Beide mit einer enormen und ausdrucksstarken Bühnenpräsenz, die geradezu elektrisierte. Von Kayser tanzte mal leichtfüßig, fast schwebend, mal feurig – immer aber mit technischer Perfektion und einer spürbaren Leidenschaft. Paffrath wiederum zeigte, warum er zurecht Weltmeister ist: Seine rhythmische Präzision, sein Tempo und die unglaubliche Kontrolle über jeden einzelnen Klang versetzten das Publikum in pures Erstaunen.

Besonders berührend war, wie sich die jungen Talente nahtlos in diese harmonierende Profi-Riege einfügten. So wie die Münsingerin Zoa Leichtle, die als amtierende Europameisterin der Junioren mit einer erstaunlichen Reife und Bühnenpräsenz tanzte, die weit über ihr Alter hinausging. Jeder Schritt saß, selbst bei rasantem Tempo, jede Bewegung erzählte eine berührende Geschichte. Auch der Münchner Rhythmusfanatiker Julian von der Heyden, Vize-Europameister der Junioren, überzeugte mit seiner kraftvollen, klar strukturierten Technik, seinem Sinn für musikalische Nuancen und einer ihm ganz eigenen Leichtfüßigkeit. Man konnte förmlich spüren, wie viel Freude und Disziplin in dieser jungen Generation steckt – und dass hier die Zukunft des deutschen Stepptanzes auf der Bühne stand. Ob zur modernen, flotten Musik, zum fesselnden Jazz oder zur Klassik von Beethoven und Haydn – jede Darbietung war mitreißend und ergreifend.

Das Konzept von Kultur33-Leiterin Silvia Leichtle ging auf: Die Kombination aus professionellen Künstlern und gefördertem Nachwuchs machte die Aufführung, die mit einer großen Prise Humor gewürzt wurde, zu einem grandiosen Gesamterlebnis – inspirierend, lebendig, authentisch. »Als Musik- und Tanzschule befassen wir uns in gleichwertiger Weise mit Musik und Darstellung, mit Klang und Tanz«, war von ihr zu hören. Durch die Förderung von Musikalität im Tanz – ob im klassischen Ballett oder in modernen Tanzformen – werde Wert auf umfassende Kompetenzen gelegt, die zu außergewöhnlichen Leistungen führen. »Unser Nachwuchs soll großartige Künstler erleben, von ihnen lernen und motiviert werden. Wir verbinden die Darbietungen der Musik- und Tanzprofis in 'Tap in Concert' also mit der Nachwuchsförderung«.

Im Anschluss an das eineinhalbstündige Programm kamen Publikum und Künstler beim anschließenden Format »tap and talk« in lockerer Atmosphäre ins Gespräch. Zwischen rhythmischen Improvisationen und spontanen Mini-Performances wurde getanzt, gelacht und geredet. (GEA)