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Engstingen bleibt sicheres Pflaster

Kriminalitätslagebericht 2024 für die Albgemeinde: 124 Straftaten, 73 Tatverdächtige wurden ermittelt.

Der Polizeiposten Alb hat im Jahr 2024 in Engstingen 124 Straftaten erfasst.  FOTO: WURSTER
Der Polizeiposten Alb hat im Jahr 2024 in Engstingen 124 Straftaten erfasst. FOTO: WURSTER
Der Polizeiposten Alb hat im Jahr 2024 in Engstingen 124 Straftaten erfasst. FOTO: WURSTER

ENGSTINGEN. Für Polizeihauptkommissar Christian Ruckh bleibt Engstingen ein »sicheres Pflaster«. Der kommissarische Leiter des Polizeipostens Alb in Engstingen hat am Mittwoch im Gemeinderat den Kriminalitätslagebericht 2024 vorgestellt. Neun Polizisten kümmern sich tagsüber um die Sicherheit in Engstingen und den umliegenden Albgemeinden, »alles erfahrene Beamte«, sagte Ruckh.

124 Straftaten wurden im vergangenen Jahr erfasst, das sind zwar 23 mehr als 2023, aber deutlich weniger als im »Rekordjahr« 2016 mit 180 Fällen. Damit liegt das Kriminaljahr 2024 noch unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt.

Mittelfeld im Kreis

Im Kreis liegt Engstingen bei der Fallverteilung mit einer Häufigkeitszahl (HZ) – der Zahl der erfassten Straftaten hochgerechnet auf theoretische 100.000 Einwohner  – von 2.395, im benachbarten Trochtelfingen liegt sie zum Vergleich bei 2.612, im verträumten Hohenstein bei 1.648. Spitzenreiter im Kreis ist Metzingen mit einer HZ von 7.346, am ruhigsten ist es in Hülben mit 1.230, der kreisweite Schnitt liegt bei 4.513. Die Aufklärungsquote in Engstingen liegt bei 60,8 Prozent – im Kreis sind es 62,9 Prozent – 73 Tatverdächtige konnten ermittelt werden.

Und was treiben die bösen Buben so? Diebstahl dominiert, 36 Mal wurde ge-klaut. Wohnungseinbrüche belasten die Betroffenen über den materiellen Verlust hinaus auch psychisch, immerhin wurde nur zweimal eingebrochen und ebenfalls zweimal Sachen aus einer Wohnung entwendet. Autos wurden nicht gestohlen, aber sechsmal aufgebrochen, also nicht nur im Urlaub Wertsachen aus dem Fahrzeug nehmen. In Läden oder Verkaufsräumen ließen Langfinger 18 Mal etwas mitgehen und ein Fahrrad hat unerlaubt den Besitzer gewechselt.

Zahlen vorsichtig interpretieren

Drei Sexualdelikte sind drei zuviel, in zwei Fällen ging es um die Beschaffung und Verbreitung pornografischen Materials, einmal wurde eine 19-Jährige beim Einkaufen unsittlich berührt. Körperverletzung kam 26 Mal vor. 2023 wurden hier nur 15 Fälle erfasst. Ruckh riet zur Vorsicht bei der statistischen Interpretation der ja recht niedrigen Fallzahlen. Unter Körperverletzung könne ein Kratzer im Gesicht genau so wie ein Krankenhausaufenthalt auftauchen. Viele Tätlichkeiten spielten sich im häuslichen Umfeld ab, schrecklich für die Betroffenen, aber mit wenig Wirkung auf die Sicherheitslage im Gemeindegebiet. Und zwei auch körperlich streitlustige Nachbarn könnten die Fallzahlen schnell nach oben treiben.

Was gab es sonst in der Gemeinde? Die Polizei hat sich mit vier Beleidigungen, 17 Sachbeschädigungen und zwei tätlichen Angriffen auseinandersetzen müssen. Drogendelikte wurden nur drei festgehalten, im Vorjahr waren es noch sieben.

Eine dicke Schnitte im Kuchendiagramm der Deliktsverteilung bilden die 31 Vermögens- und Fälschungsdelikte davon 13 Fälle von Betrug. Hier führt die Statistik allerdings in die Irre. Fälle von Internetkriminalität werden dort erfasst, wo der Täter sitzt, vermutet wird oder wo die ermittelnden Polizisten sitzen. Wer also gen Berlin oder China Ware bezahlt, die dann nicht geliefert wird, wird zwar in Engstingen betrogen, sein Fall taucht aber in einer anderen Kriminalitätsstatistik auf.

Wenig jugendliche Tatverdächtige

Im Vergleich zum Landkreis sind die Täter recht erwachsen, auch wenn sie sich nicht immer so verhalten. Von den Sechs- bis 14-Jährigen ließ sich zumindest keiner erwischen, bei den 14- bis 18-Jährigen gingen acht Tatverdächtige der Polizei ins Netz. 82 Prozent der Tatverdächtigen sind männlichen Geschlechts, dazu kommen nur elf Frauen.

Erfreulich für den Ort – neben der geringen Zahl von Einbrüchen und Drogendelikten – ist es, dass der Polizeiposten Alb keine ordnungspolizeilichen Brennpunkte feststellt. Ein Ziel des Kriminalitätsberichts sei es, auf Schwerpunkte aufmerksam zu machen. »Die Kommunen und der Gemeinderat können manche Brennpunkte durch bauliche Maßnahmen, bessere Beleuchtung und ähnlichem entschärfen«, sagt Ruckh. In Engstingen ist der Gemeinderat hier zurzeit nicht gefordert.

Der kommissarische Leiter des Polizeipostens führt das auch auf die gute Zusammenarbeit und den laufenden Informationsaustausch mit der Gemeindeverwaltung zurück. Dem schloss sich Bürgermeister Storz an. (wu)