TROCHTELFINGEN. »Das Jahr hat uns personell in Atem gehalten«, sagt Bürgermeisterin Katja Fischer. Gut, dass die Bereitschaft sowohl der Trochtelfinger Rathausbelegschaft als auch der etwa in Kindergärten und Bauhof groß ist, einzuspringen, wenn Not am Schreibtisch, im Innen- oder im Außendienst ist. Viele hätten während Vakanzen zusätzliche Aufgaben übernommen. Wie etwa im Ordnungsamt. Zum 7. Januar allerdings sei es gelungen, eine Kraft befristet als Elternzeitvertretung einzustellen. Fischer dankte dem Gemeinderat, dass er der Verwaltung »mehr Beinfreiheit« verschafft habe durch Freigabe zweier Stellen im gehobenen Dienst. Und sie sprach davon, dass Trochtelfingen im Vergleich zu anderen Kommunen in den Kitas personell gut besetzt sei.
2025 sei ein »Jahr der Prozesse und Projekte« gewesen, sagte Fischer. Das sei aber umso wichtiger, wenn man wie die Stadt wenig Geld zur Verfügung habe, da müsse man einen strukturierten Plan haben. Fischer erinnerte an den großen Beteiligungsprozess »Zusammen fürs Städtle« zur Quartiersentwicklung, an dem Bürger, Schüler und auch Gemeinderäte teilgenommen habe. Zum Abschluss des Quartiersprozesses sollen die Ergebnisse am 20. Januar 2026 präsentiert werden.
Sommerbar und Silberburg
Wie sich der Bildungsstandort weiterentwickelt und wie der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen gestemmt werden kann, auch das war Thema einer der Prozesse zur Schulentwicklung, der nun so weit gediehen sei, dass man in die konkrete Antragstellung gehen könne. Ebenfalls wurde ein Organisationsgutachten für den Bauhof erstellt, der Feuerwehrbedarfsplan wurde bis 2026 fortgeschrieben. Vorarbeiten für den Ausbau der Abwasserleitung auf der Haid liefen, umgesetzt werden soll sie 2026 und 2027.
Ein Projekt, das auf die Initiative »Ab in die Pause« zurückgeht, ist weit gediehen, im kommenden Jahr wird die inklusive Bewegungsanlage neben dem Grundschulhof der Werdenbergschule dank Fördergeld von Leader Mittlere Alb fertig. Und ein Erfolg war die Sommerbar auf dem Schlossplatz, die drei Wochen im August die Menschen aus dem Städtle ins Freie zog und die ein Ergebnis aus dem Quartiersprozess war. Nicht zu vergessen der Schlossgartensommer, den der Verein für kulturelle Arbeit wieder auf die Beine gestellt hat. Man müsse mehr solche Projekte wie Sommerbar oder die Silberburg weiterdrehen, »um unser Städtle zu beleben«, sagte Stadtrat Josef Brunner.
»Die Haushaltslage ist schwierig«
Ausblick: Ein Strukturgutachten für die Zukunft der Wasserversorgung läuft und soll Aufschluss über »unsere Rolle und die Zukunft der GEW« geben. 2026 wird die Ganztagsbetreuung an Grundschulen beginnen. Thema wird die Wärme- und Energieplanung sein, die Stadt erhält Konnexitätszahlungen und kann konkrete Projekte angehen.
Über allem aber steht eins: »Die Haushaltslage ist schwierig.« Trochtelfingen befindet sich in der Haushaltskonsolidierung. »Was können wir uns noch leisten? Welche Angebote sind unverzichtbar? Und wo muss die Gesellschaft selbst mehr Verantwortung übernehmen?« Ziel sei, klug zu entscheiden, wie das Geld eingesetzt wird. »Jede Leistung, die wir erbringen, ist wertvoll«, man dürfe nicht blind streichen und kürzen, aber man müsse akzeptieren, dass »wir nicht mehr alles wie bisher weiterführen können«, sagt die Bürgermeisterin. Der Gemeinderat soll bestmöglich informiert werden. »Es wird Diskussionen geben, es wird Kritik geben«, ist Fischer überzeugt. Auch mehr Entscheidungszwang.
»Alle Kommunen kämpfen dafür, dass wir in Zukunft strukturell besser von den öffentlichen Einnahmen profitieren.« Trochtelfingen attestiert sie trotz aller Herausforderungen: »Wir hier in Trochtelfingen sind ein gutes Team, haben klare Ziele«, sie sei überzeugt, dass die Zukunft mit Verwaltung, Gemeinderat, Vereinen und bürgerschaftlichem Engagement gemeistert werden kann.
Kita Hausen ist saniert und umgebaut
»Der Wunschzettel wird immer länger, nur die Mittel fehlen uns«, meinte Stadtrat Frank Schröder und mahnte, dass in den Teilorten viel liegengeblieben sei, etwa die Festhalle in Mägerkingen und der Bahnhof. »Wir sollten die Teilorte nicht aus dem Auge verlieren.« Wobei die Bürgermeisterin an die Schul- und Kindergartensanierungen in den Ortsteilen erinnerte. In Hausen ist ein »Highlight-Projekt« abgeschlossen, die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens, wo künftig mehr Plätze und fürs Personal bessere Arbeitsbedingungen zur Verfügung stehen, zog Ortsvorsteher Bernd Schäfer für seinen Ortsteil eine gute Bilanz. Doris Wittner wünscht sich endlich Erfolge beim Breitbandausbau. Und Martin Tschöpe sprach das Thema Windkraft an, das uns »viel Nerven gekostet hat«. Ein zweites Bürgerbegehren wurde in diesem Jahr angestrengt, aber Trochtelfingen sei »auf dem richtigen Weg«, Energieversorgung zu sichern und Einnahmen zu generieren. Peter Lipp lobte das Engagement von Vereinen und Bürgen, die sich einbringen.
Hauptamtsleiter Dominik Früh erinnerte an die Landtagswahl, die im März 2026 ansteht, und warb um Wahlhelfer. Bauamtsleiter Ronny Roßberg warf Schlaglichter auf einige Projekte, hätte sich mehr Engagement vom Gemeinderat bei der Markungsputzete gewünscht und kritisierte die manchmal mehr als unfreundlichen Kommentare von Bürgern zu den Schwierigkeiten bei der Grüngutsammelstelle.
»Nehmen Sie sich Zeit für sich und Ihre Familie, damit Sie uns erhalten bleiben. Wir schätzen Sie und sind stolz auf Sie«
Martin Tschöpe meldete sich noch mal als erstem stellvertretender Bürgermeister zu Wort. Er lobte die gute Zusammenarbeit des Gemeinderats und »wie wir geführt werden. Wir habe eine sehr gute Bürgermeisterin, die engagiert ist und uns für Themen begeistern kann.« Außerdem die »positive Grundstimmung trotz schwieriger Abwägungsprozesse«. Bürgermeisterin Katja Fischer, die »Übermenschliches« leiste, viele Termine wahrnehme, »alles zur Chefsache« gemacht habe, legte er nah: »Nehmen Sie sich Zeit für sich und Ihre Familie, damit Sie uns erhalten bleiben. Wir schätzen Sie und sind stolz auf Sie.« Er dankte ihr und ihrer Familie und ermutigte sie, die drei stellvertretenden Bürgermeister künftig weniger zu schonen als bisher. Neben Tschöpe sind dies als zweite Ellen Schoser und als dritte Doris Wittner. (GEA)

