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Die Wahl zum Vogel des Jahres hat auch im Kreis Reutlingen begonnen

Der Naturschutzbund Nabu hat die digitale Abstimmung gestartet und will so gleichzeitig auf gefährdete Arten aufmerksam machen.

Ungefähr vier Wochen alt sind diese Steinkauzjungen. FOTO: NABU
Ungefähr vier Wochen alt sind diese Steinkauzjungen. Foto: Nabu
Ungefähr vier Wochen alt sind diese Steinkauzjungen.
Foto: Nabu

KREIS REUTLINGEN. Das digitale Wahllokal ist geöffnet: Wer hat im Wettbewerb um den Titel »Vogel des Jahres« den Schnabel vorne? Kiebitz, Rauchschwalbe, Rebhuhn, Steinkauz oder doch der Wespenbussard? Online abstimmen kann man noch bis 5. Oktober.

Seit 1971 küren der Naturschutzbund Nabu und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) den Vogel des Jahres, inzwischen stimmt ganz Deutschland in einer öffentlichen Wahl über den Jahresvogel ab. Die Aktion hat vom Baum bis zum Höhlentier des Jahres inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden.

Vogel des Jahres 2023 ist das Braunkehlchen, das mit einem beachtlichen Stimmenanteil von 43 Prozent gewählt wurde. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2020 gilt das Braunkehlchen als stark gefährdet – und das hat die Art leider mit vielen Kandidaten der diesjährigen und früheren Wahlen gemeinsam. Die Naturschutzverbände organisieren die aufwendige Aktion nicht einfach so: Sie wollen damit auch auf die Notlage der Tiere aufmerksam machen. Der Bau von Wohn- und Industriegebieten, aber auch intensive Landwirtschaft mit großen Maschinen macht ihnen das Leben immer schwerer: Nahrung zu finden ist oft genauso schwer wie einen Platz zum Brüten. Vor allem für Vögel, die wie das Braunkehlchen ihre Eier nicht an höher gelegenen Plätzen, sondern ebenerdig in Wiesen ausbrüten, haben’s schwer: Allzu oft werden die Gelege bei der Bewirtschaftung zerstört.

Auch der Kiebitz wäre dringend auf extensive Wiesenbewirtschaftung angewiesen. Wie auch seine vier Mitbewerber um den Titel »Vogel des Jahres« wird er auf den Internetseiten des Nabu auf unterhaltsame Weise vorgestellt. Mit dem Rebhuhn teilt er den Status »bereits gefährdet«, die anderen drei – Rauchschwalbe, Steinkauz und Wespenbussard – werden als »bald gefährdet« eingestuft. Eine Stimme und Unterstützung verdient haben alle fünf. Im Grunde ist die Abstimmung also vor allem eine Frage der Sympathie. Entscheidungshilfe gibt’s im Kandidatencheck mit Steckbrief, Audio-Dokumenten, Fotos und mehr online. (em/GEA)

www.nabu.de