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Der Juni war der sonnigste Monat seit Messbeginn in der Region

Die Bilanz für den Monat Juni auf der Alb: Rekord mit 355 Stunden Sonnenschein. Das führte zu extremer Trockenheit. Messbeginn war vor mehr als 30 Jahren.

Sonne satt
Im gesamten Südwesten Deutschlands war der Juni im Vergleich zu den Jahren 1961-1990 mehr als 4 Grad zu warm. Foto: Christian Charisius/DPA
Im gesamten Südwesten Deutschlands war der Juni im Vergleich zu den Jahren 1961-1990 mehr als 4 Grad zu warm.
Foto: Christian Charisius/DPA

ENGSTINGEN. Der erste meteorologische Sommermonat hatte heuer drei Besonderheiten: Fast den ganzen Monat über gab es Sonne pur mit absolutem Sonnenscheinrekord, daraus resultierend eine extreme Trockenheit sowie am 21. eine Gewitterfront mit einem markanten Sturmfeld. Das ist die Bilanz, die Roland Hummel von der privaten Wetterstation in Engstingen für den Juni zieht.

In der ersten Monatshälfte war an vielen Tagen kaum eine Wolke am Himmel zu sehen. Die Nächte waren in der trockenen Luft für die Jahreszeit jedoch recht frisch mit einstelligen Werten. Tagsüber erwärmte sich die Luft auf 22 bis 24 Grad Celsius. Durch den meist lebhaften Ostwind fühlten sich die Temperaturen jedoch deutlich kühler an.

Sturm verursachte Schäden

Die Luftfeuchte war extrem niedrig, sodass die Landschaft zusehends austrocknete. Teilweise große Risse in den Böden entstanden, in den Gärten und auf den Feldern war Ernteausfall vorprogrammiert. Viele Wiesen glichen eher einer Steppenlandschaft.

Den ersten messbaren Niederschlag gab es am 19. Juni. Am 20. wurde mit 30 Grad der erste Hitzetag des Jahres registriert. Vier Tage in Folge mit Schauern und Gewittern brachten dann das lang ersehnte Nass. Am 21. zog am späten Vormittag eine Gewitterfront von der Schweiz her über die Region hinweg. Eingelagert war ein richtiges Sturmfeld, das mit Spitzenböen von mehr als 100 Stundenkilometern über die Albhochfläche fegte. Engstingen blieb von größeren Schäden verschont, während die Nachbargemeinde Sonnenbühl im Windzentrum lag. Dort wurde auf dem Weinstein (825 Meter) bei Undingen mit 148 Kilometern pro Stunde die höchste Bö auf der gesamten Alb gemessen. Die Schäden in den angrenzenden Ortschaften und in den Waldgebieten waren deutlich zu sehen.

Nach dem Durchzug der Gewitterfronten stellte sich erneut trockenes Hochdruckwetter ein. Da nun kein Ostwind mehr blies, waren die Nächte deutlich milder, tagsüber stiegen die Nachmittagstemperaturen wieder über die 25-Grad-Sommertagsmarke. Die letzten beiden Junitage brachten länger anhaltenden Regen (31 Millimeter) und damit eine gewisse Entspannung für die extrem trockenen Böden.

2,6 Grad wärmer als normal

Mit einer mittleren Temperatur von 17,6 Grad Celsius war der Juni in diesem Jahr um 2,6 Grad wärmer als normal (1991 bis 2020). Dabei lagen die Tageshöchstwerte um fast 4 Grad über dem Normalwert. Niederschlag fiel nur an sechs Tagen, gemessen wurden insgesamt 60 Millimeter (normal 95). Die Sonne schien an 355 Stunden (normal 217). Es war damit nicht nur der sonnigste Juni, sondern auch der sonnigste aller Jahresmonate seit Messbeginn im Jahr 1990. Auch an den anderen Wetterstationen im Ländle wurden neue absolute Sonnenscheinrekorde seit Messbeginn (teils mehr als 100 Jahre) aufgestellt. (hu)